Die alte Ritterburg „Schönfels“ verwandelt sich ein Räubernest – das ist nicht fürchterlich, sondern ein köstlicher Sommer-Spaß des Theaters Plauen-Zwickau

Etwa vierhundert Zuschauer lachen Tränen über Witz, Humor und auch ein wenig köstlichen Klamauk im „Wirtshaus im Spessart“



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Die verunglückte Gesellschaft muss Quartier suchen und gerät, wie von den Räubern geplant, in die Räuberspelunke.
Fotos: Stiegler


Die alte Ritterburg „Schönfels“ verwandelt sich ein Räubernest – das ist nicht fürchterlich, sondern ein köstlicher Sommer-Spaß des Theaters Plauen-Zwickau

Etwa vierhundert Zuschauer lachen Tränen über Witz, Humor und auch ein wenig köstlichen Klamauk im „Wirtshaus im Spessart“



ZWICKAU/SCHÖNFELS, am 22. Juni 2012 – Leben auf der Burg wie im Mittelalter: Die Feste „Burg Schönfels“ im Zwickauer Land verwandelt sich in ein Räubernest, genannt „Das Wirtshaus im Spessart“ und das Zwickauer Schauspielensemble darf mal richtig vom Leder ziehen. Das Theater Plauen Zwickau zeigt Sommertheater vom Feinsten und Lockersten, die Truppe begeistert seit Freitag die Besucher in dem geräumigen Vorhof der Burg und rund 400 Zuschauer lachen Tränen über zwei Stunden Spaß am Stück.

Franziska von Sandau muss sich als Handwerksbursche Felix verkleiden, um den Räubern zu entkommen








Wer kennt sie nicht die Räuberstory, die mit Liselotte Pulver 1958 deutsche Kinogeschichte schrieb?
Ein armes Gräflein wird von seinem gierigen Nachbarn betrogen und fällt auch noch unter die Räuber. „Lieber ein Räuber sein als lebenslang tot“, sagt sich der verkappte Graf und wird der Hauptmann der Bande (Daniel Koch). Um an sein Recht zu kommen, beschließt der Räuber, die Tochter seines Widersachers Franziska (Johanna Steinhauser) Comtesse von Sandau zu entführen und die ihm vorenthaltenen 20000 Gulden als Lösegeld vom Grafen zu Sandau (Michael Schramm) zu erpressen.
Da scheint es als das Leichteste, die Grafenkutsche mit der illustren Gesellschaft Franziska, ihren Verlobten, den Baron Sperling (Saro Emirze), der Zofe Barbara (Julia Rani) und dem Pfarrer Haug (Dieter Mann) just vor dem Räubernest „Wirtshaus im Spessart“ in einem Graben fahren zu lassen.

Als Räuberhauptmann hat man es nicht leicht, vor allem, wenn man ein verkappter Grafensohn ist und sich in die Geisel verliebt








Die verunglückte Gesellschaft muss Quartier suchen und gerät, wie von den Räubern geplant, in die Räuberspelunke. Ein Abenteuer a la bonne heure. Die Gesellschaft ahnt die Falle, und man ist verängstigt und trotzdem wild entschlossen, sich zu verteidigen. Graf Sperling gibt als feiner Pinkel und feiger Ritter mit seinem Getue dem Publikum viel Gelegenheit zur Schadenfreude und lauten Gelächter. Johanna Steinhauser als Franziska erringt mit burschikoser Entschlossenheit und Mut die Sympathien des Publikums.
Sittenwächter Pfarrer Haug, Dieter Maas, gerät in die Bredouille, er kann nicht zulassen, dass sich der als Franziska verkleidete Handwerksbursche Felix (Benjamin Petschke) mit der Zofe in einer Kammer verlustiert, aber er kann auch nicht das Inkognito von Franziska offenbaren. Und da ist noch einer, der in der Falle seiner Gefühle steckt, der verkappte Grafensohn und Räuberhauptmann ahnt, wer sich unter der Maskerade des braven Handwerksburschen, den er inzwischen als seinen Burschenrekrutiert hat, verbirgt, er versucht Franziska zu schützen und prompt verliebt er sich in die hübsche Tochter seines Feindes. Eine Paraderolle für Daniel Koch, der noch jede Geste und Rede mit Witz anreichern kann.
Das Chaos wird perfekt, als der Graf von Spandau statt Lösegeld für seine Tochter nun das Militär losschickt. Wer erinnert sich von den älteren Kinogängern nicht an die Paraderolle eines Hubert von Meyerincks als Obrist im Film, na denn: „Zack, zack!“ Glatzenzachzack war in den Sechzigern eine Berühmtheit im Lande.
Nun, auch Frank Siebers kann den Obristen von Teckel aufs Köstlichste spielen, und das Publikum lacht Tränen ob der vorgeführten Offiziersallüren und der Tollpatschereien des eingebildeten Kriegshelden und seiner selbstherrlichen Entscheidungen.
Ganz wie im Original darf auch im Theater der Bänkelsänger Parucchio nicht fehlen. Ute Menzel bekommt viel Beifall als Moritatensänger, den Job erledigt die beliebte Schauspielerin mit viel Witz und zwischendurch weiß sie auch die Zwischenergebnisse vom Spiel Deutschland-Griechenland einzuflechten. Am Ende dürfte die Zuschauer auch die Nachricht erfreut haben, dass es nun zwischen Zwickau und Schönfeld keine Raubritter und Räuber mehr gibt.
Zweieinhalb Stunden vergehen wie im Flug, die Premiere hatte auch den Wettergott Petrus auf ihrer Seite. Viel Beifall gab’s am Ende für die alte Räuberstory, die Axel Stöcker in Szene gesetzt wurde. Gretel Kautsch hat mit viel Phantasie phantastische Kostüme entworfen und die alte Ritterburg im Kreis Zwickau mit tollen Einbauten in eine Räuberhöhle verwandelt.
Pause und Vorspiel wird dem Publikum durch eine vom Theater gestellte Possenreißertruppe, die mit ihren Späßen für Kurzweil sorgen, auf vergnügliche Weise angereichert.
Vorstellungen auf Burg Schönfels: 29. 6., 19.30 Uhr, 30., 18 Uhr, 1.7., 18 Uhr, 3. Und 4.7.2012, 19.30 Uhr.
Kartentelefon: 0375 27411 4648.
Theo Stiegler

Vor dem Spiel unterhält eine Possenreißertruppe die Besucher im Burghof







Das Wirtshaus im Spessart
Musikalische Räuberpistole nach Wilhelm Hauff

Franziska, Comtesse von Sandau Johanna Steinhauser
Wilhelm, Graf von Sandau Michael Schramm/Theo Plakoudakis
Baron von Sperling Saro Emirze
Barbara, Zofe Julia Rani
Hauptmann Daniel Koch
Knoll David Moorbach
Funzel Ole Micha
Korporal Jan Krawczyk
Bettina, Räuberliebchen Marsha Zimmermann
Wirtin Henrjette Fee Grützner
Parucchio Ute Menzel
Pfarrer Haug Dieter Maas
Felix Benjamin Petschke
Peter Johannes Lang
Obrist von Teckel Frank Siebers

Bullenbeißer/Lulatsch/Räuber/Soldaten: Naemi Feitisch‚ Martin Gerhards, Andy Guder, Robert Grimm, Robin Grau, Andre Petzold
Gerd Köhler -~ Tim Schubert -‚ Samuel Tammer -‘Jakob Hasselwander
Joseph Hasselwander, Markus Oppel, Tabea Bauer

Regie Axel Stöcker
Musikalische Leitung Melchior Walther
Bühne/Kostüme Gretl Kautzsch
Choreografie/Statistenbetreuung Gabriele Triems
Dramaturgie Janine Henkel
Regieassistenz Ulrike Sorge
Soufflage Monika Redner
Inspizienz Evelin Wunderlich
Hospitanz Cornelia Kahl
Nächste Vorstellungen und Informationen zum Theater Plauen-Zwickau zur Theater-Website Karten 0375 274114647


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