Automobilgenie Piëch lehrt künftig als Professor an der Zwickauer Hochschule

Es gibt noch viel zu tun in der Automobilentwicklung für künftige Ingenieure

Offizielle Pressemitteilung der Westsächsischen Hochschule Zwickau siehe auch Zahlen zu Volkswagen Sachsen - Historie seit 1989 - 2002: Belegschaft von VW spendet - Ausstellung 20 Jahre VW aus Sachsen im Automobilmuseum
- Volkswagen in Mosel

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Ferdinand Piëch und Rektor Gunter Karautheim führten das Defilee der Honoratioren in der Aula der altehrwürdigen Hochschule an. In der zweiten Reihe Volkswagenchef Martin Winterkorn und Sachsen Regierungschef Stanislaw Tillich. Fotos: Theo Stiegler

Automobilgenie Piëch lehrt künftig als Professor an der Zwickauer Hochschule

Es gibt noch viel zu tun in der Automobilentwicklung für künftige Ingenieure


ZWICKAU, am 27. November 2012 – Ferdinand K. Piëch, 75, ist seit gestern Professor an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Mit der Berufung des Automobilmanagers und Konstrukteurs als Honorarprofessor dürfte die Zwickauer Hochschule ihre Stellung als heimliches Mekka des Automobilbaues nachhaltig sichern. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich wusste denn auch in der Festveranstaltung die Erwartungen an Piëch zu schüren: „Sie übernehmen dankenswerter Weise die Aufgabe, unseren Ingenieurnachwuchs auch über den Automobilhorizont hinaus für die Zukunft die Augen zu öffnen.“ Und der Rektor der Westsächsischen Hochschule Gunter Krautheim fügt hinzu: „Über 5000 Studenten studieren in Zwickau Technik und Management des Automobilbaus, sie gilt es auch für das Autoland Sachsen fit zu machen.“
Ferdinand K. Piëch ist der Enkel des legendären Automobilpioniers Ferdinand Porsche und auf ein mögliches mit der Professur der Ehre halber verbundenes Salär dürfte der Automobilmagnat nicht angewiesen sein, Piëch gilt schließlich als reichster Mann Österreichs. Das Familienvermögen des Clans, dem Ferdinand Piëch vorsteht, wird laut Pressemeldungen 2012 auf über 35 Milliarden Euro taxiert.
Die Stadt Zwickau ist geprägt von den Spuren der Familie Porsche. Der Kanzler der Hochschule Joachim Körner ging kurz auf die Spuren der Familie Porsche und Piëch ein. Der Großvater schuf als Konstrukteur in den dreißiger Jahren die Silberpfeile der Auto Union. Die Rennpoliden aus den Zwickauer Werkstätten dominierten zwischen 1934 bis 1938 die Weltspitze der automobilen Renngeschichte. Heute zeugen im Automobilmuseum August Horch der 16-Zylindermotor und der Rennwagen Typ C, die aus der Feder des Konstrukteurs Ferdinand Porsches stammen, von der ruhmreichen Renngeschichte.

Ferdinand K. Piëch, 75, ist seit November 2012 Professor an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Mit der Berufung des Automobilmanagers und Konstrukteurs als Honorarprofessor dürfte die Zwickauer Hochschule ihre Stellung als heimliches Mekka des Automobilbaues nachhaltig sichern. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich wusste denn auch in der Festveranstaltung die Erwartungen an Piëch zu schüren: „Sie übernehmen dankenswerter Weise die Aufgabe, unseren Ingenieurnachwuchs auch über den Automobilhorizont hinaus für die Zukunft die Augen zu öffnen.“ Und der Rektor der Westsächsischen Hochschule Gunter Krautheim fügt hinzu: „Über 5000 Studenten studieren in Zwickau Technik und Management des Automobilbaus, sie gilt es auch für das Autoland Sachsen fit zu machen.“









Ohne Ferdinand Piëch wäre es fraglich, ob heute in Zwickau überhaupt noch Autos gebaut würden. 1993 blieb in der damaligen Automobilkrise die Investition am Standort Mosel auf der Stelle stehen, die weißen Hallen entlang der B93 und B175 dümpelten über zwei Jahre leer vor sich hin, und erst Ferdinand Piëch als damaliger Vorstandsvorsitzender des Volkswagenkonzerns entschied: Der neue Passat wird auch in Sachsen gebaut. Für Sachsen die wohl wichtigste Entscheidung von Piëch. In Windeseile wurde seit 1995 das Automobilwerk aus dem Dornröschenschlaf geweckt und fertig gebaut. Heute zeigt sich die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß froh: „Auch dank Volkswagen erwartet Zwickau dieses Jahr eine Steuereinnahme von 75 Millionen Euro. Dank der Industrieinvestitionen sank die Arbeitslosenquote in Westsachen in den letzten Jahren von über 22 Prozent auf 7 Prozent.“
Die wichtigste Etappe der Erfolgsgeschichte von VW Sachsen begann mit dem Herbst 1996, seitdem wird in Mosel neben dem Golf auch der Passat gebaut. Täglich verlassen über 1250 Autos das Werk. 1997 zog denn auch die neue Generation des Golfmodells in die neuen Fertigungshallen ein.
Zu VW-Sachen zählen auch das Motorenwerk in Chemnitz und die Gläserne Manufaktur in Dresden. Die Stadt Zwickau dankte es dem VW-Chef und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden des VW-Konzerns. Zwickau verlieh Piëch 1999 die Ehrenbürgerwürde. Zur Feier der Bestellung Piëchs als Honorarprofessor der WHZ betonte denn auch Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich, CDU, die Bedeutung von VW Sachsen für den Freistaat, hob besonders hervor: „Mit dem in der Gläsernen Manufaktur in Dresden gebauten VW-Modell Phaeton wird auch die Tradition des von August Horch begründeten Automobilbaues der Hochklassemodelle fortgesetzt. Unter der Ägide von Piëch wuchs der Volkswagenkonzern zu einem Globalplayer mit aktuell zwölf Marken zu denen außer der Stammmarke Volkswagen auch Audi, Seat, Skoda, Bugatti, Porsche, Bentley, Lamborghini, Scania, MAN und als neueste Marke auch der Motorradhersteller Ducati gehören. In 20 Ländern, darunter Brasilien, China und Mexiko ist Volkswagen präsent. Das ehrgeizige Ziel des Volkswagenlenkers heißt: Die Nummer Eins der Automobilhersteller zu werden. Bis 2018 sollen Toyota und General Motors überholt werden.
Ferdinand Piëch beeindruckte, nach den Lobesreden auf seine erfolgreiche Laufbahn als Konstrukteur und Manager, das versammelte Auditorium von Wissenschaftlern, Politikern und Managern mit einen gedanklichen Ausflug in die Entwicklung des Automobilbaues der Zukunft. Der neue Golf, die Generation 7, glänzt wohl in dieser Entwicklung mit gewachsenen Komfort und Sicherheit, der Golf 7 bringt aber auch 100 Kilogramm Gewicht weniger als sein Vorgängermodell auf die Straße. Piëch nannte dies die Umkehrung der Spirale der Entwicklung, die bisher bei Neuentwicklungen auch immer schwerere Nachfolgemodelle zur Folge hatte.
Für die künftigen Entwicklungen gibt es noch viel zu tun, auch für Ingenieure aus Zwickau. Für deren Ausbildung trägt nun auch Ferdinand Piëch Mitverantwortung. Allein aus dem Einsatz von Kunststoff im Karosseriebau erwartet Piëch eine Einsparung an Gewicht von 65 bis 70 Prozent.
Theo Stiegler

Westsächsische Hochschule Zwickau
University of Applied Sciences

Pressemeldung/News
Datum: 26.11.2012 Nr.: 098

Ferdinand K. Piëch wird Honorarprofessor an der WHZ




(whz) Ferdinand K. Piëch, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volkswagen AG, wird an der Westsächsischen Hochschule Zwickau zum Honorarprofessor für Kraftfahrzeugtechnik bestellt. Am Montag, den 26. November 2012 ab 14 Uhr findet in der Aula Peter-Breuer-Straße die akademische Festveranstaltung statt.

Ferdinand K. Piëch, seit 1999 Ehrenbürger der Stadt Zwickau, ist der WHZ seit Jahren im Rahmen wissenschaftlich-technischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und der Nachwuchskräfteentwicklung verbunden.

In Zukunft wird er auch für Lehrveranstaltungen zur Verfügung stehen. „Es ist mir eine besondere Ehre aber auch Verantwortung, als Honorarprofessor an der Westsächsischen Hochschule Zwickau meinen Beitrag zur Ausbildung des Ingenieur-Nachwuchses zu leisten, auf den auch wir als Volkswagen Konzern in der Zukunft bauen ~ so Piech.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich würdigt die Bedeutung dieser Honorprofessur für den Freistaat: „In Zwickau schlägt das Herz für das Automobil, hier lebt eine ganze Region vom Automobilbau und für ihn. Das Ziel der Volkswagen AG, bis 2018 zum profitabelsten Autobauer der Welt zu werden, ist nur mit Volkswagen Sachsen und in enger Symbiose mit dem Freistaat zu erreichen. Ich sehe es als eine bemerkenswerte Bestätigung unserer sächsischen Exzellenz in Forschung und Lehre, dass Mitglieder der Konzernführung von VW an unseren Hochschulen den Fach- und Führungskräftenachwuchs ausbilden. Ich gratuliere der Westsächsischen Hochschule, dass sie einen herausragenden Ingenieur und Unternehmer wie Ferdinand K. Piëch gewinnen konnte. Ich freue mich sehr darüber, dass Professor Piëch die Zukunft des lngenieurlandes Sachsen mit gestalten wird.“

Auch die Stadt Zwickau ist über Piëchs Engagement mehr als erfreut: „Für die Hochschule und die Stadt stellt es einen enormen Glücksfall dar, einen weltweit anerkannten „Automobilisten“ als Honorarprofessor zu haben. Wir sind Herrn Piëch ausgesprochen dankbar, dass er sich erneut für den Standort Zwickau engagiert!“ so Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß.

Die Westsächsische Hochschule Zwickau sieht den engen Praxisbezug ihrer Lehre von jeher als ihr Markenzeichen und zugleich als Verpflichtung einer jeden Fachhochschule. Die Hochschule erhofft sich auch und gerade in diesem Fall ganz praktischen Nutzen für ihre Studenten. Sie sollen unmittelbar von den Erfahrungen des langjährigen Managers, leidenschaftlichen Technikers und „Autobauers“ profitieren können. „Wir freuen uns, mit Ferdinand Piëch jemanden an uns zu binden, der die Autobranche seit Jahrzehnten kennt wie kaum ein Zweiter, und das nicht nur aus unternehmerischer Sicht, sondern auch als Ingenieur mit entsprechendem Erfahrungsschatz“, so Prof. Dr. Gunter Krautheim, Rektor der Hochschule.

Auch Kanzler Prof. Dr. Joachim Körner freut sich, Ferdinand K. Piëch für die Hochschule gewinnen zu können: „Als Pionier des weltweiten Automobilbaus mit hervorragenden persönlichen Beiträgen zur Dieseltechnologie, zur Entwicklung des Quattro-Antriebes für Audi-Pkw oder zum Einsatz neuer Werkstoffe im Automobil ist er ebenso bekannt wie für seine richtungsweisenden unternehmerischen Entscheidungen zur VW¬-Mehrmarken-Philosophie“.

Ferdinand K. Piëch studierte Maschinenbau an der ETH Zürich und begann seine Karriere 1963 bei Porsche in Stuttgart, wo er 1971 Technischer Geschäftsführer wurde.
Seine Karriere führte ihn über Audi in Ingolstadt, wo er fünf Jahre lang Konzernchef war, schließlich zu VW. Von 1993 an war er Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.
Diese Position hatte er bis 2002 inne, seitdem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG.

Ferdinand K. Piëch wird Honorarprofessor an der WHZ


Rede des Rektors, Prof. Dr. Gunter Krautheim
(Es gilt das gesprochene Wort)

Bestellung Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Ferdinand Piëch zum Honorarprofessor für Kraftfahr¬zeugtechnik an der WHZ

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Piëch, sehr geehrte Frau Piëch, hohe Festversammlung.

Die Bestellung von Herrn Prof. Dr. Piëch zum Honorarprofessor für Kraftfahr-zeugtechnik an der Westsächsischen Hochschule Zwickau ist für unser Haus eine große Ehre, und ich danke Ihnen, Herr Piëch, im Namen all unserer Mitarbeiter und auch ganz persönlich für Ihre Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft, diese Aufgaben trotz Ihrer verantwortungsreichen unternehmerischen Verpflichtungen zu übernehmen.

Prof. Lenz hat in seiner Laudatio die Lebensleistungen des Ingenieurs und des Managers Ferdinand Piëch ausführlich und facettenreich gewürdigt und damit die Honorarprofessur eindrucksvoll begründet. Ich möchte dem drei hochschulpolitische Aspekte hinzufügen, die uns wichtig sind.

1. Sachsen war und ist Autoland. Sein Herz schlägt seit mehr als 100 Jahren hier in Westsachsen. Die Kardanwelle (1900 August Horch), die Trennung Fahrwerk-Karosserie (A. Horch) und die Einführung der Linkslenkung (1921 A. Horch), das selbstsperrende Differential (1935 Horch 801), die P-Rennsportkonzeption (P für Porsche) mit 16-Zylinder-Motor und die erfolgreichen Auto-Union-Rennwagen sind nur einige Beispiele dafür, wie Zwickau vor dem 2.WeItkrieg die weltweite Automobilentwicklung vorantrieb. Das Baukastensystem für 2 — 3 — 4 — 5 — u. 6 Zylinder Dieselmotor (1952 Dr. Werner Lang), die vollautomatische Fertigung für 2- u. 3-Zylinder- Köpfe, durch die Fertigungszeitsenkung von 166 auf 3,5 sec. pro Kopf gesenkt wurde (1953) und die verfahrenstechnisch durchaus anspruchsvolle Großse¬rien-Produktion der Duroplast-Kunststoffkarosse aus Baumwolle und Phenolharz mit 3,1 Mio. Fahrzeugen (Wolfgang Barthel) sind weitere Innovationen aus den 50iger und 60igerJahren.
Heute sind wir stolz darauf, dass in Zwickau bereits über 4 Millionen Golf und Passat vom Band liefen und die Flaggschiffe Phaeton, Panamera und Cayenne des VW-Konzerns hier in Sachsen gebaut werden. Aber auch die Starliner- und Skyliner-¬Luxusbusse von MAN-Neoplan kommen aus unserer Region und das Motorenwerk Chemnitz ist exklusiver Lieferant für den Volkswagen UP. Es hat darüber hinaus weltweite Verantwortung für die neuen Motoren der Bau reihe EA 211 übernommen.

2. Die Westsächsische Hochschule Zwickau gilt traditionell als Hochschule „rund um das Automobil“, und auch unser aktueller Hochschulentwicklungsplan definiert „Kraftfahrzeug und nachhaltige Mobilität“ als Hauptprofillinie. 58% unserer 5000 Studierenden sind in technischen Studiengängen immatrikuliert. Dazu gehören u.a. Kraftfahrzeugtechnik, Automobilproduktion, Kraftfahrzeugelektronik, Kraftfahrzeug-Informatik und Verkehrssystemtechnik. Von unseren Hochschullehrern wurden in den letzten 10 Jahren 186 Abschlussarbeiten für VW, 61 für AUDI, 95 für MAN und 20 für Porsche und für die Automobil-Ingenieurdienstleister IAV, FES und IAMT weitere 163 Abschlussarbeiten betreut. Dies verdeutlicht, dass wir mit unseren Absolventen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fach- und Führungskräf-tenachwuchses der Automobil- und Automobil-Zulieferindustrie in Sachsen und weit darüber hinaus leisten. Der VW-Konzern nimmt dabei eine herausragende Stellung ein.
3. Sehr geehrter Herr Prof. Piëch. Mit der Bestellung zum Honorarprofessor möchte unsere Hochschule Ihnen nachträglich eine Freude zum 75. Geburtstag machen. Damit ist nicht nur der Titel „Honorarprofessor“ gemeint. Dieser wurde Ihnen schon 2002 durch das renommierte Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Fahrzeugbau der Technischen Universität Wien verliehen. Vor allem wollen wir Ihnen ein Podium bieten, um mit jungen Menschen, die Ihre Passion teilen, ins Gespräch zu kommen und Ihre Erfahrungen und Sichtweisen an die Automobilbauer von Morgen und Übermorgen weiterzugeben. Die Fragen und Diskussionen, die sich dabei entwickeln, sind immer spannend und für alle Seiten anregend. Dies ist unser eigentliches Geschenk, es erhält jung und ist übrigens auch viel wirkungsvoller und nebenwirkungsärmer, als alles, was Pharmazie und Heilkunde in dieser Hinsicht anzubieten haben.

Ich bin noch heute dankbar, an der Universität Leipzig einige Vorlesungen bei Nobelpreisträger Gustav Hertz gehört zu haben und ich bin sicher, ähnlich werden dereinst auch Zwickauer Studenten denken, die dann sagen können: Wir hatten sogar Vorlesungen bei „dem Piëch“.

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