Oberbürgermeister Vettermann: "Ich werde nach meiner Amtszeit Kantor auf einer dänischen Insel"

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STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 020 vom 24.01.2008
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ZWICKAUS OBERBÜRGERMEISTER TRITT AUS CDU AUS

Reaktion auf Beschluss zur Verwaltungsreform


Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann tritt mit sofortiger Wirkung aus der Christlich Demokratischen Union (CDU) aus. Dieser Schritt erfolgt insbesondere als Reaktion auf den Landtagsbeschluss zur Verwaltungsreform im Freistaat Sachsen, durch den Zwickau die Kreisfreiheit verliert. Seinen Austritt erklärte der 50-Jährige am heutigen Tag schriftlich gegenüber dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Zwickau-Werdau, Dr. Michael Luther (MdB). Bereits im Januar 2007 hatte der Oberbürgermeister der viertgrößten Stadt im Freistaat seine Mitgliedschaft ruhen lassen.
Dietmar Vettermann befürchtet gravierende Nachteile für Zwickau: Durch den Verlust an Aufgaben werde die kommunale Selbstverwaltung und Entscheidungskompetenz der Stadt deutlich eingeschränkt. Viele Folgen der Kreisreform ließen sich derzeit noch gar nicht abschätzen, aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen mit den Landkreisen, etwa in Fragen des Personalübergangs oder im Hinblick auf die Vermögensauseinandersetzung.
Zudem verliere man als kreisangehörige Stadt erheblich an Bedeutung und Einfluss. "Wir befinden uns eben nicht mehr auf einer Ebene mit Chemnitz, Dresden und Leipzig, sondern auf der Ebene mit den anderen kreisangehörigen Städten des künftigen Landkreises!" Dass man mit solchen Entscheidungen eines der wirtschaftlichen Zentren des Freistaates dauerhaft schwächen werde, sei für ihn unverständlich, so Vettermann weiter.
Weiterhin kritisiert Vettermann, dass man insbesondere seitens der Parteispitze nicht das Gespräch mit ihm suchte. Seine auch gegenüber dem Kreis- sowie dem Stadtverbandsvorsitzenden geäußerte Bitte, Beratungen mit dem Ministerpräsidenten und dem Innenminister zu vermitteln, blieben ergebnislos. "Ich kann mich letztendlich nur schwer des Eindrucks erwehren, dass manchen Verantwortungsträgern meine Mitgliedschaft nicht besonders am Herzen gelegen haben könnte - und das obwohl Zwickau die letzte der vier großen sächsischen Städte mit einem CDU-Oberbürgermeister ist", vermutet Dietmar Vettermann.
Dietmar Vettermann war Anfang 1990 in die Union eingetreten. Von Mai 1990 an leitete er als Bürgermeister unterschiedliche Dezernate. Unter anderem war er von 1993 an Baubürgermeister und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Im Juni 2001 wurde er schließlich zum Oberbürgermeister der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt gewählt, seine Amtszeit endet am 31. Juli 2008. Bereits im vergangenen Jahr hatte Vettermann erklärt, nicht erneut für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren.

Mathias Merz
Leiter Presse- und Oberbürgermeisterbüro/ Pressesprecher
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Karriere: Vom Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt zum
Organist auf einer 7000 Seelen zählenden dänischen Insel

Dietmar Vettermann gibt Zukunftspläne preis


ZWICKAU – „16 Jahre Kommunalpolitik in Zwickau sind genug, Zeit etwas neues anzufangen“, sagt Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann. Überraschend war diese Mitteilung nicht, schon im März dieses Jahres hatte der Rathauschef der Muldestadt seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur um den Sessel des Oberbürgermeisters bekannt gegeben. Aber über seine berufliche Zukunft hatte Vettermann bisher nichts verraten. Gestern bei seiner letzten Jahresbilanz ließ er die Katze aus dem Sack: „Wir verlassen Zwickau und Deutschland in Richtung Dänemark“, sagt der Fünfzigjährige.


Auf der 7000 Seelen zählenden Insel Aerö haben Vettermanns alles für ihren Umzug im nächsten August schon alles vorbereitet, Wohnung und Jobs, Freunde und mehr ist alles schon klar: „Wir haben eine Wohnung mit Meerblick“, verrät der künftige Auswanderer.
Beruflich wird es für den Kommunalpolitiker ein völliger Neubeginn: „Ich mache mein Hobby zum Beruf, ich werde Organist bei der Kirche in Dänemark. Die 700 Jahre alte Dorfkirche hat eine wunderbare Ausstattung, und ich freue mich auf die neue Aufgabe“, verrät Vettermann, der seiner Heimatstadt alles Gute wünscht. „Es ist schon ein wenig schmerzlich Zwickau zu verlassen, es hat ja auch gute Zeiten hier gegeben.“
Bis zur Übergabe seines Amtes am Ende Juli will er noch mit aller Kraft seinen Job in Zwickau machen. Am 6. Juni 2008 wird ein neuer Oberbürgermeister in Zwickau gewählt. Da wünscht Vettermann, dass sich ein guter Mann oder eine gute Frau durchsetzt.


Der CDU-Politiker Vettermann hat da einen interessanten Vorschlag gemacht: „Meine Stellvertreterin Pia Findeiß hat all die Jahre einen guten Job gemacht“, hat der Nochoberbürgermeister bereits im März seinen Tipp abgegeben. Allerdings: Pia Findeiß ist Sozialdemokratin. Auch gestern antwortete der Christdemokrat auf die Frage, ob er denn auch einen Vorschlag für einen Kandidaten aus der eigenen Partei in Zwickau habe demonstrativ: „Keinen!“
Auf den Zustand der eigenen Partei in Zwickau angesprochen, hat der scheidende Politiker nur eine Bemerkung: „Das ist eine Katastrophe!“
Trotzdem sieht Vettermann einen Lichtstreif am Horizont: „Mit dem Verkauf der 3000 Wohnungen an einen Investor im zu Ende gehenden Jahr, ist uns einer der besten Stadtratsbeschlüsse der letzten Jahre gelungen, es geht doch.“ Auch die Freigabe der Tunnelbaustelle diese Woche für den Verkehr auf der B93 zählt er zu den Erfolgen des letzten Jahres. „Und dass sich am Schloss Osterstein nun sichtbar Baufortschritte zeigen, das Wahrzeichen von Zwickau Gestalt annimmt, stimmt mich froh.“
Einen Koffer lässt der Vater von vier Kindern auch nach dem Umzug nach Dänemark in der Muldestadt: „Das Haus verkaufen wir, aber unsere Eigentumswohnung in der Bahnhofsstraße wird behalten, dort wollen wir wohnen, wenn wir Zwickau besuchen, und unsere Kinder, die weit über Deutschland verstreut wohnen, sollen auch einen Stützpunkt in ihrer Heimatstadt behalten.“
Theo Stiegler

Oberbürgermeister Dietmar Vettermann gibt Verzicht auf erneute Kandidatur zum Oberbürgermeister bekannt

Frust mit dem Stadtrat beschleunigten den Entschluss

ZWICKAU im März 2007 – Der Zwickauer Oberbürgermeister Dietmar Vettermann, CDU, wird für keine weitere Amtsperiode als Oberbürgermeister der Muldestadt kandidieren. Als ersten Grund nannte der Fünfzigjährige Politiker seinen Gesundheitszustand, zu dem er aber keine genaueren Angaben machen wollte. Von einer dreiwöchigen Kur und acht Tagen Osterurlaub ins Amt zurückgekehrt zeigte sich Vettermann tief enttäuscht von der Entscheidung in der letzten Stadtratssitzung, wo die Zwickauer Volksvertreter in seiner Abwesenheit für die Aufgabe der Kreisfreiheit von Zwickau gestimmt hatten.
Vettermann: „Ohne Not in dieser Situation dem Referentenentwurf der Staatsregierung zur Kommunalreform, der für Zwickau den Verlust der Kreisfreiheit vorsieht, zuzustimmen, enttäuscht mich tief. Hier wäre es nötig gewesen Flagge zu zeigen.“
Eigentlich habe er sich die Entscheidung für die Kandidatur der Wahl zum Oberbürgermeister, die erst im Herbst 2008 ansteht, für den Sommer 2007 aufheben wollen. Nun habe die neue Situation ihm dazu bewogen, sofort vor die Presse zu treten. Das habe der Familienrat vorige Woche an seinem Ferienort in Dänemark so beschlossen. Mit dem Verzicht auf die Kandidatur verbindet Vettermann auch das Ende seiner politischen Ambitionen. „Ich werde definitiv keine Parteiämter mehr bekleiden“, bringt Vettermann seinen Frust mit der Zwickauer CDU auf den Punkt. Allerdings: „Ich werde die restlichen 16 Monate meiner Amtszeit als Oberbürgermeister weiter machen, werde dafür kämpfen, dass meine Heimatstadt eine gute Ausgangsposition im neuen Großkreis erhält.“ Auch den Erhalt der Kreisfreiheit der Stadt Zwickau habe er noch nicht völlig aufgegeben. Voller Bewunderung schaut Vettermann nach Plauen, wo der gesamte Stadtrat, wie ein Mann, hinter der Idee zum Erhalt der Kreisfreiheit steht. „Leider kann man das von Zwickau nicht sagen“. Die tiefe Spaltung auch durch die eigene Fraktion hat den CDU-Politiker zermürbt: „Seit einem halben Jahr haben die Stadträte fast keinen Vorschlag der Verwaltung akzeptiert.“ Gegen wichtige Beschlüsse blieb Vettermann nichts weiter übrig, als Widerspruch einzulegen. Sparmaßnahmen am Haushalt der Stadt, Haustarifvertrag mit dem Stadtpersonal, nichts ging ohne Sondersitzung.
Auf die Frage, wem er denn nun aus seiner Partei für die Kandidatur zum OB empfehlen würde, sagt Vettermann: „Keinen.“ Gleichzeitig lobte er seine zweite Bürgermeisterin Pia Findeiß, SPD: „Sie hat in meiner Abwesenheit einen guten Job gemacht.“
Besonders enttäuscht zeigte sich der Oberbürgermeister darüber, dass der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion Frank Seidel in seiner Abwesenheit und hinter seinem Rücken nach Dresden gefahren sei, um mit dem Innenminister Albrecht Buttolo, CDU, die Entscheidungen zur Kommunalreform zu beraten und dem „Verrat“ im Stadtrat vorzubereiten.

Offizielle Pressemitteilung der Stadt Zwickau:

ZWICKAUER OBERBÜRGERMEISTER STELLT SICH NICHT ZUR WIEDERWAHL


Gesundheitliche Gründe sind ausschlaggebend für Entscheidung



Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann wird sich 2008 nicht wieder zur Wahl stellen. Wie er in einem Pressegespräch am heutigen Mittwoch betonte, sei für ihn vor allem die Rücksichtnahme auf die eigene Gesundheit ausschlaggebend. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Sommer des nächsten Jahres werde er sich nun weiterhin mit aller Kraft für Zwickau einsetzen. Als wichtige Aufgabe nannte Vettermann die Verhandlungen mit der Staatsregierung und den beiden Landkreisen zur Ausgestaltung der Verwaltungsreform im Freistaat Sachsen.

Die Entscheidung, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen, reifte in den zurücklegenden vier Wochen, in denen sich Oberbürgermeister Vettermann einer Behandlung sowie Kur unterziehen musste. Die eigene Gesundheit sei das höchste Gut, das man nicht aufs Spiel setzen darf, so Vettermann. Erschwerend wirkten sich zudem die politischen Verhältnisse und Entscheidungen der letzten Wochen aus. So akzeptiere er beispielsweise zwar die Entscheidung des Stadtrates zur Verwaltungsreform, teilen könne er die Auffassung jedoch nicht.

Der weitreichende Schritt, der ihm nicht leicht gefallen sei, erfolgte in Abstimmung mit der Familie. Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen und Landesvorsitzende der CDU, Prof. Dr. Georg Milbradt, wurde ebenso wie der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und der CDU-Kreisverbandsvorsitzende unmittelbar vor dem Pressegespräch schriftlich über die Entscheidung informiert.

Bis zum Ende seiner Amtszeit wolle er sich weiterhin den für die Stadt Zwickau wesentlichen Projekten stellen. Hierzu zähle, so Vettermann, insbesondere die Verwaltungsreform im Freistaat Sachsen. Wichtig sei beispielsweise, in den Verhandlungen mit der Staatsregierung und den Landkreisen für Zwickau akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Als weitere Projekte nannte OB Vettermann exemplarisch die Sanierung des Schlosses Osterstein und den Lückenschluss der B 93. Die Amtszeit des Oberbürgermeisters endet voraussichtlich Ende Juli 2008.


Zur Person:
Dietmar Vettermann wurde am 8. Juni 1957 in Aue/Erzgebirge geboren. Er studierte an der Ingenieurschule Leipzig Hochbau und machte 1981 seinen Abschluss als Dipl.-Bauingenieur. Er arbeitete anschließend als Bauleiter im Industriebau und einige Jahre später in gleicher Funktion in der Gebäudewirtschaft Zwickau. 1990 begann seine Leitungstätigkeit in der Stadt Zwickau. Zunächst übernahm er 1990 die Leitung des Umweltdezernates. Im Anschluss trug er von 1992-1993 die Verantwortung für das Finanzdezernat. Von 1993 an wirkte er als Baubürgermeister und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters. 2001 wurde Dietmar Vettermann als Kandidat der CDU im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister der Stadt Zwickau gewählt. Dieses Amt trat er schließlich am 1. August 2001 an.


Claus Walther
Presse- und Oberbürgermeisterbüro, Stadtverwaltung Zwickau
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