ZWICKAU – Giacomo Puccini - Opernpremiere Turandot in der Zwickauer Stadthalle


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Prinzessin Turandot, Kathrin Kapplusch, besteht auf den Gesetz: Bewerber müssen drei Rätsel lösen, wer versagt wird geköpft. Minister Pong, Michael Simmen, empfängt seine Befehle

Fotos: theater

ZWICKAU – Giacomo Puccini - Opernpremiere Turandot in der Zwickauer Stadthalle


Publikum feiert stürmisch hinreißende
Stimmen, Musik und Spiel um Liebe Macht und Hingabe


ZWICKAU, 30. August 2008 – Der Einsatz ist hoch, der Gewinn verlockend: Wer die drei Rätsel der chinesischen Prinzessin Turandot löst, der bekommt sie zur Frau und das Reich der Chinesen dazu, wer auch nur eine Antwort falsch gibt, der verliert seinen Kopf. Auf den Stangen vor dem Palast stecken schon 18 blutige Köpfe zur Abschreckung aufgespießt. 18 Attrappen waren es jedenfalls am Sonnabend zur Premiere der Oper „Turandot“ in der Zwickauer Stadthalle. Dieses Mal zur Eröffnung der Theatersaison bietet das Theater Plauen Zwickau wieder einen Paukenschlag: Giacomo Puccinis letztes großes Opernwerk hat Regisseur Rainer Wenke zu einem grandiosen Massenspektakel gestaltet. Vor mehreren tausend Besucher, leider blieben auch noch viele Plätze frei, bietet das Ensemble ein vielfarbiges und ergreifendes Musikerlebnis der besonderen Art, das mit stürmischem Applaus gefeiert wird.
Die grausame Prinzessin Turandot, Katrin Kapplusch, hat gerade den letzten Bewerber, einen Perserprinzen, einen Kopf kürzer machen lassen. Beeindruckende Massenszenen lassen zusammen mit der mitreißenden Musik Puccinis das Publikum erschauern. Das Orchester, mitten vor der Bühne gut sichtbar platziert, wird zum Mitwirkenden. Unter der Stabführung von Georg Christoph Sandmann gewinnt die Musik, so jedenfalls der Eindruck im Parkett, eine besonders starke Wirkung.
Der zufällig durch Peking wandernde Tatarenprinz, Hugo Mallet in seiner ersten Rolle in Zwickau, will die böse Prinzessin gerade verfluchen, da trifft ihn der Strahl ihres Anblicks für einen winzigen Augenblick und schon ist es um ihn geschehen. Mallet glänzt als hervorragender Tenor und hat auf Anhieb das Westsachsenpublikum gewonnen.

Als unbekannter Prinz, Hugo Mallet, gelangt der Tatarenprinz an den Hof des Kaisers der Chinesen und bewirbt sich als Freier der Prinzessin Turandot, er begegnet dort auch seinen Vater Timur, Hagen Erkrath, wieder, der von der treuen Sklavin, Liu, Inga-Britt Andersson, begleitet wird.

Fotos: Peter Awtukowitsch



Gegen alle Warnungen entschließt sich der unbekannte Prinz, die schöne, kalte Prinzessin zu erobern. Weder sein blinder Vater, der entmachtete Tatarenkönig, Hagen Erkrath, noch seine Sklavin Liù, Inga-Britt Anderson, können den Prinzen von seinem Vorhaben abbringen, mit Kraft schlägt er den Gong, um seine Bewerbung anzuzeigen.
In der Folge wird das Publikum verwöhnt. Inga-Britt Anderson und Katrin Kapplusch bieten als weibliche Gegenpole hinreisende Rollengestaltung. Die eine als kaltherzige, rachsüchtige Furie, die andere als warmherzige, opferbereite Liebende, die heimlich den Tatarenprinzen liebt und bereit ist sich für diesen zu opfern. Dazu bekommt sie nun schreckliche Gelegenheit. Der Prinz löst wohl die drei Rätsel, begiebt sich aber in die Hände von Turandot: Wenn sie bis zum Morgengrauen seinen wahren Namen nennen kann, will er verzichten und sich selber opfern.
Um ihren Geliebten nicht verraten zu müssen, bleibt Liù nur ein Weg: Harakiri. Da wird schon mal eine Träne zerdrückt.
Damit nicht nur ausgesprochene Opernliebhaber auf ihre Kosten kommen, die Zwickauer Stadthalle bietet schließlich 3000 Plätze und nicht, wie das Gewandhaus nur 400, hat das Ensemble alle Register auch der unterhaltsamen Kunst aufgeboten. Schon eine Stunde vor Vorstellungsbeginn bieten Gaukler und Akrobaten auf dem Vorplatz ihr Kunststückchen zur Schau.
Die große Bühne quer durch die Stadthalle füllen abwechselnd hunderte Mitwirkende vor einfacher aber raffiniert mit Masken und chinesischen Schriftzeichen bemalter Kulisse. Ausstattung Sandra Linde. Kräftige Kontraste entstehen zwischen farbenfrohen und fast grotesken Masken der Hauptdarsteller und einheitsgrauen Kostümen der Statisterie in den Massenszenen.
Bunte und exotisch gestaltete Chorszenen und Tanzgruppen, Choreographie Bronislav Roznos, die Damen vom Ballett dürfen auch schon mal blanke Busen blitzen lassen, wechseln mit grauen Massenszenen.
Stürmischer Beifall, der zu minutenlangen rhythmischen Klatschen wird, belohnt am Ende das Ensemble der vereinigten Theaters Plauen-Zwickau.

Theo Stiegler

Weitere Vorstellungen finden noch am 2. und 5. September 19.30 Uhr, und am 7. September 15 Uhr statt. Kartentelefon 0375 834647.


Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647.

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