Mittelalterliche Geschichte von Zwickau wird sichtbar


Archäologen sind vor Freude ganz aus dem Häuschen über jetzt ausgegrabene dicke Grundmauern


- siehe auch Schloss Osterstein

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Christiane Hemker vom Landesamt für Archäologie und Steffi Haupt, rechts, zeigten sich regelrecht begeistert von den im Untergrund gefundenen Reste der ehemaligen Tuchmacherbastei, die im 15. Jahrhundert ein Teil der Befestigungsanlage Stadt Zwickau bildeten. Fotos: Theo Stiegler


Mittelalterliche Geschichte von Zwickau wird sichtbar


Archäologen sind vor Freude ganz aus dem Häuschen über jetzt ausgegrabene dicke Grundmauern


ZWICKAU, im August 2011 – Anno 1481: Der mit dem Silbererzbergbau im Erzgebirge reich gewordene Zwickauer Bürger Martin Römer hatte einen ausgesprochenen Sinn fürs Gemeinwohl seiner Heimatstadt. Der Bergherr ließ große Kornspeicher für schlechte Zeiten errichten. Heute ist von diesen Bauten noch das Niedere Kornhaus erhalten. Das 500 Jahre alte Gemäuer soll künftig als Stadtbibliothek dienen. 64 Meter lang, 18,9 Meter breit und 27,4 Meter hoch beeindruckt der wuchtige Bau auch heute noch allein durch seine dominante Größe gleich neben dem Schloss Osterstein.
Seit einem Monat sind die Archäologen dabei, Teile vom Fundament des Kornhauses freizulegen. Dabei sind sie auf Überraschungen gestoßen. Die wahrscheinlich ältesten Fundamente der Muldestadt Zwickau werden wieder sichtbar. Christiane Hemke vom Landesamt für Archäologie in Dresden freut sich über die gut sichtbaren Reste der Tuchmacherbastei, die von ihren Kollegen ausgebuddelt wurden. „Das ist nicht selbstverständlich, dass man so gute Mauern aus der frühen Zeit findet. Oft wurden die abgebrochenen Teile wieder als Baumaterial verwendet.“ Zum Glück wird mit dem Grundriss der Bastei und den angrenzenden Mauern nun ein Teil der Geschichte von Zwickau bis hin zur Gründung der Stadt sichtbar. Denn auch in den Horizonten unter den Mauerresten der Bastei wurden noch Fundamente älterer Bebauungen sichtbar. Ein ehemaliger Wehrturm mit rechteckigem Grundriss befindet sich noch innerhalb der halbkreisförmigen Basteigründung. Neben der Bastei fanden die Archäologen noch eine rechtwinklig zur Achse Kornhaus Schloss Osterstein verlaufende Mauer, die wahrscheinlich den Burggraben der Schlossbefestigung und den vor dem Kornhaus verlaufenden Stadtgraben voneinander trennte.

Denn auch in den Horizonten unter den Mauerresten der Bastei wurden noch Fundamente älterer Bebauungen sichtbar. Ein ehemaliger Wehrturm mit rechteckigem Grundriss befindet sich noch innerhalb der halbkreisförmigen Basteigründung. Neben der Bastei fanden die Archäologen noch eine rechtwinklig zur Achse Kornhaus Schloss Osterstein verlaufende Mauer, die wahrscheinlich den Burggraben der Schlossbefestigung und den vor dem Kornhaus verlaufenden Stadtgraben voneinander trennte.






























Das Kornhaus ruht auf mächtigen, zwei Meter dicken Grundmauern. Jahrhunderte lang wurden hier die Getreidevorräte als Reserven für schlechte Zeiten eingelagert. Als im späten Mittelalter der Kornspeicher auch noch als Stadtmauer diente, mussten sich Städte wie Zwickau auch noch gegen Angreifer wappnen. Steffi Haupt von der Zwickauer Denkmalpflege weiß: „Zum Zweck der Verteidigung hatten die damaligen Stadtplaner auch die Tuchmacherbastei in die Mauer des Kornhauses eingefügt. Von den Zinnen aus konnten sie Angreifer abwehren.“ Noch im Dreißigjährigen Krieg mussten die Mauern Kanonenkugeln auffangen, und noch heute stecken solche Geschosse aus dem Beschuss 1632 in den Wänden der alten Feste. Mit der fortschreitenden Kriegstechnik nutzten solche Bauten aber nichts mehr.

Das Kornhaus ruht auf mächtigen, zwei Meter dicken Grundmauern. Jahrhunderte lang wurden hier die Getreidevorräte als Reserven für schlechte Zeiten eingelagert. Als im späten Mittelalter der Kornspeicher auch noch als Stadtmauer diente, mussten sich Städte wie Zwickau auch noch gegen Angreifer wappnen. Steffi Haupt von der Zwickauer Denkmalpflege weiß: „Zum Zweck der Verteidigung hatten die damaligen Stadtplaner auch die Tuchmacherbastei in die Mauer des Kornhauses eingefügt. Von den Zinnen aus konnten sie Angreifer abwehren.“ Noch im Dreißigjährigen Krieg mussten die Mauern Kanonenkugeln auffangen, und noch heute stecken solche Geschosse aus dem Beschuss 1632 in den Wänden der alten Feste. Mit der fortschreitenden Kriegstechnik nutzten solche Bauten aber nichts mehr. Das 500 Jahre alte Gemäuer soll künftig als Stadtbibliothek dienen. 64 Meter lang, 18,9 Meter breit und 27,4 Meter hoch beeindruckt der wuchtige Bau auch heute noch allein durch seine dominante Größe gleich neben dem Schloss Osterstein.




Zwar ist die Bastei noch auf alten Karten und Abbildungen zu sehen, die Mauern selber wurden aber schon vor über 200 Jahren abgerissen.
Damit die Vergangenheit des wuchtigen Bau nicht wieder unter der Erde verschwindet, wird die Bastei wieder aufgemauert und bekommt künftig Aufgaben im Rahmen der künftigen Nutzung des Kornhauses als Stadtbibliothek von Zwickau.
Theo Stiegler



Innerhalb der halbkreisförmigen Grundmauer der Tuchmacherbastei fanden die Archäologen noch Fundamente eines Wehrturmes, der wahrscheinlich vor dem Kornhausbau dort als Teil der Stadtbefestigung von Zwickau gestanden hat.
Fotos: Stiegler


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