Tristan und Isolde – ein Tanzspiel von Torsten Händler auf der Zwickauer Gewandhausbühne

Liebe und Verrat unter höchster Spannung im grellen Licht des Lasers

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Erst langsam lässt das Ensemble die Spannung ansteigen - Hofgesellschaft an König Markes Hot

Tristan und Isolde – ein Tanzspiel von Torsten Händler auf der Zwickauer Gewandhausbühne

Liebe und Verrat unter höchster Spannung im grellen Licht des Lasers


ZWICKAU, am 16.11.2012 - „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“, singen die Operettenstars. Nun in diesem Fall war es mehr ein Unfall. Tristan, Kojiro Suzuki, soll für seinen König Marke, David Bendl, Isolde, Colombe Vanabelle, als Frau von einem fernen Gestade abholen und sicher ins Ehebett des Königs geleiten. Dabei kommt es dazu, dass Tristan und Isolde von dem Liebestrank schlürfen, der doch nur für den König und seine Braut bestimmt war.
Nun verlieben sich die Falschen unsterblich ineinander und die Gewissenskonflikte sind unausbleiblich. Torsten Händler hat die Geschichte als Tanzspiel gestaltet und Steffan Claußner hat unter Verwendung von Motiven der Musik Richard Wagners zum Thema die passende Klangkulisse zum Tanzspiel komponiert und begleitet das Ensemble persönlich auf dem Klavier und mit Tontechnik zu ihrem Ausdruckstanz.
Am Freitag hatte das Ballett „Tristan und Isolde“ von Torsten Händler auf der Bühne des Zwickauer Gewandhauses seine Premiere. Auf der Bühne ist insofern korrekt, als auch das Publikum, es gibt nur 100 Plätze und die sind für zwei Vorstellungen im Voraus ausverkauft, im Karree um die Tanzfläche auf der Bühne sitzt und hautnah an die Tänzer heranrückt, was schon mal per se Nähe schafft.

In den Armen von König Marke bleibt Isolde kalt.









Langsam steigert sich die Spannung. Auf der scharf abgegrenzten Tanzfläche ergibt sich das Ensemble von acht Tänzerinnen und Tänzern in streng weißen, grob geschnittenen und doch eleganten Leinenkleidern in einem ausdrucksstarken Kontertanz. (Bühne und Kostüme Leonie Mohr und Hannes Hartmann).
Tristan und Isolde begegnen sich im Traum, und symbolhaft wandern ihre Schatten auf der grellweißen Fläche aufeinander zu und verschmelzen miteinander. Fortan spürt man in jeder Bewegung und in jedem Ausdruck von Colombe Vanabelle und Kojiro Suzuki die innige Anziehungskraft der Liebenden, die sich doch niemals ineinander hätten verlieben dürfen. Das passiert natürlich trotzdem und alle Treueide sind gebrochen. Kojiro Suzuki lässt im grellweißen Licht der Scheinwerfer die Muskeln seines Adoniskörpers ausdrucksvoll spielen und Colombe Vanabelle ist eine vollendete Venus in ihrem Spiel der vorbehaltlosen Verführung ihres Geliebten. Schön und verhängnisvoll.
Umso mehr spürt man die Abwehr im Tanz von Isolde, als sie schließlich König Marke zugeführt wird. Der merkt nichts und David Bendl tanzt den König völlig gelöst. Aber schließlich gibt es da noch die Kalamität der verlorenen Jungfernschaft, die König Marke im Ehebett nicht verborgen bleiben kann. Die Zofe von Isolde, Brangene, Ekaterina Tumanova, lässt sich dem König als Jungfrau unterschieben. Brangene, Ekaterina Tumanova ist eine zarte, schuldbewusste Zofe, denn sie hat auch ein wenig zu der Misere beigetragen, denn sie war es, die den Liebestrank versehentlich an Tristan und Isolde reichte.
Der Verrat, der untergeschobenen Jungfrau, bleibt vorerst unentdeckt. Isolde schlüpft wieder auf ihren Platz im Bett von König Marke, der Gehörnte merkt nichts und ist zufrieden, es könnte alles noch gut gehen. Aber die beiden Liebenden können nicht voneinander lassen.
Wirkungsvoll und pointiert treffen die harten Klänge aus der Klavierecke die Spannungshöhepunkte, hohe, fast schmerzlich quietschende Töne unterstreichen die wachsende Spannung im Geschehen. Das weiße Quadrat auf der Bühne wird unter dem scharfen Laserlicht abwechselnd zum wogenden Meer und zur neutralen Tanzbühne.
Das über 75 Minuten wachsenden Spannungen ausgesetzte Publikum entspannt sich am Ende durch lang anhalten Beifall und Bravorufen.
Die nächsten zwei Vorstellungen sind schon ausverkauft. Restkarten waren vorige Woche noch für die Vorstellung am 27. Dezember im Angebot.
Theo Stiegler







Liebe, die alles übersteht.


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