Tosca - Oper von Giacomo Puccini am Zwickauer Gewandhaus mit viel Beifall gefeiert



Shin Taniguchi terrorisiert als sexuell besessener Schurke Rom vor 200 Jahren


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Mit Genuss lebt Taniguchi als Polizeichef Scarpia, links, seine perversen Ambitionen aus. Er schürt Intrigen, um den Keil der Eifersucht zwischen die Schöne Tosca und ihrem Geliebten Cavaradossi zu treiben. Foto: Awtukowitsch

Tosca - Oper von Giacomo Puccini am Zwickauer Gewandhaus mit viel Beifall gefeiert

Shin Taniguchi terrorisiert als sexuell besessener Schurke Rom vor 200 Jahren



ZWICKAU – Die Verquickung von politischer Macht mit sexueller Nötigung und Erpressung ist zeitlos und immer da. Baron Scarpia, Shin Taniguchi, hat die Macht über Leben und Tod im Rom um das Jahr 1800; der Polizeichef erpresst die Sängerin und Operndiva Floria Tosca, Katrin Kapplusch, mit der Folter und der Todesdrohung an ihrem Geliebten, dem Maler Mario Cavaradossi, Iago Ramos, er will die Schöne in sein Bett zu zwingen. Am Freitag hatte die Puccini-Oper Tosca Premiere am Zwickauer Gewandhaus.
Rom zur Zeit Napoleons. Der Maler Cavaradossi hat den flüchtigen Staatsgefangenen Angelotti versteckt und riskiert damit unter der Diktatur sein eigenes Leben. Der Polizeichef Scarpia ist auf der Suche nach dem Flüchtigen, der aus der Feste Engelsburg fliehen konnte.
Roland May gibt in seinem Debüt als Opernregisseur in der Zwickauer Inszenierung dem klassischen Stoff auch eine klassische Kulisse. Das gefällt, zumal der Stoff selber hochaktuell ist und keine modernen Kostüme braucht.
Katrin Kapplusch trägt als einzige weibliche Akteurin die Hauptlast der Inszenierung, und die große elegante Kapplusch trägt sie mit Bravour, das wird im tosenden Schlussapplaus auch mit vielen Hochrufen für sie aus dem Publikum extra gefeiert. Die Sopranistin und seit vielen Jahren Theaterliebling in Zwickau glänzt in ihrer Singrolle und bietet als Schauspielerin eine mitreisende Partie als Tosca. Da hat die Diva mit dem Brasilianer Ramos einen sympathischen und stimmlich gut aufgelegten Partner auf gleicher Höhe an der Seite. Shin Taniguchi hat dieses Mal die Rolle des Schurken Scarpia auszufüllen, und diese Rolle scheint dem Japaner auf dem Leib geschneidert zu sein.


Nur scheinbar ist der Maler Mario Cavradossi vor dem Tod gerettet. Scarpia hat eine scheußliche Finte ausgeheckt.














Mit Genuss lebt er als Polizeichef Scarpia seine perversen Ambitionen aus. Er schürt Intrigen, um den Keil der Eifersucht zwischen die Schöne Tosca und ihrem Geliebten Cavaradossi zu treiben. Sadistisch lässt er den Geliebten im Nebenzimmer, während er selbst Tosca bedrängt, von seinen Vasallen foltern. Cavaradossi soll das Versteck des Revolutionärs verraten. In Wirklichkeit aber setzt Scarpia mehr auf die Seelenqualen der Geliebten, die von den Schmerzensschreien des Freundes gequält, schließlich, für das Versprechen - das Leben des Geliebten werde geschont - auch das Geheimnis um das Versteck von Angelotti verrät. Wie im wirklichen Leben erweist sich natürlich auch hier: Versprechen von Sadisten sind die Luft nicht wert, in die sie gesprochen werden.















Aber auch die Hoffnungen des Schurken werden sich nicht erfüllen.









Weder ist dem Geliebten Cavaradossi noch dem Freiheitskämpfer Angelotti mit dem Verrat auch nur im Mindesten geholfen. Sie müssen sterben.
Die Oper Tosca lässt nichts an Dramatik aus. Bei dem Versuch Scarpias, sich auf sein scheinbar nun erreichbares Opfer zu stürzen und seine Lust an ihr mit Gewalt zu befriedigen, muss schließlich auch der Schurke daran glauben. Aber auch nach dem Tod des Schurken erweist sich sein einziges gegebenes Versprechen als Finte. Die dichte und eindringliche Musik von Giacomo Puccini zu fulminanten Klangerlebnis. Es spielt das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau unter der Stabführung von Generalmusikdirektor Lutz de Veer.
Theo Stiegler

Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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