Kürzungspläne am Haushalt für Musentempel lösen Ängste über Verluste für die Region aus

Das Theater muss bleiben: Theaterfreunde in Plauen und in Zwickau machen Druck

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Farbenfroh und aufwändig begeistert beispielsweise das Ballett, hier eine Szene aus „Scheherazade“ sein Publikum. Kommen die Kürzungspläne am Haushalt des Theaters Plauen-Zwickau zum tragen, dann ist nicht nur die Sparte Ballett gefährdet. Foto: Awtukowitsch

Kürzungspläne am Haushalt für Musentempel lösen Ängste über Verluste für die Region aus

Das Theater muss bleiben: Theaterfreunde in Plauen und in Zwickau machen Druck

Kürzungspläne am Haushalt für Musentempel lösen Ängste über Verluste für die Region aus

Das Theater muss bleiben: Theaterfreunde in Plauen und in Zwickau machen Druck


ZWICKAU – Roland May, der Chef des Theaters Plauen-Zwickau sieht schwarz: „Kürzungen unseres Haushaltes um vier bis Millionen Euro würden das Aus für das Theater bedeuten, dann können wir zumachen“, befürchtetet der Generalintendant der Musentempel in Plauen und Zwickau. Ausgelöst wurden die Ängste, als die Pläne des Plauener Oberbürgermeisters Ralf Oberdorfer, den Anteil der Stadt Plauen an der Theaterfinanzierung von bisher 3,4 Millionen Euro pro Jahr auf zwei Millionen zu kürzen, bekannt wurden.
Das zöge eine lange Schlange von Folgeverlusten nach sich, sagen die Theaterleute, die seit der Fusion der Bühnen von Zwickau und Plauen im Jahr 2002 schon eine Menge von schmerzlichen Einschnitten verkraften mussten. Von ursprünglich 439 Mitarbeitern in den zwei Häusern um 2001 wurden inzwischen 326 Stellen 2014. Künstlerisch bedeutet dies die Bedienung von fünf Sparten, Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Puppentheater und Philharmonisches Orchester. Immer wieder ist in dem Zusammenhang von der Schließung einzelner Sparten die Rede.
Für die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß dagegen bedeutet das Theater mit allem, was dazu gehört: „Das Theater ist für uns ein bedeutender Standortfaktor“. Für viele Menschen, denen wir gern eine Perspektive in Zwickau bieten wollen, gehöre zu den Fragen, „was kann mir Zwickau bieten?“, neben der Schulbildung für die Kinder und dem Sportangebot auch eine kulturelle Vielfalt . „Da sind wir stolz auf unser Theater“, sagt die Oberbürgermeisterin von Zwickau, die anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz noch sagte: „Ich stehe ohne Wenn und Aber zu unserem Theater.“
Seit Jahrhunderten bildet die „Brille“ als Symbol der Tuchmacher im Giebel der Fassade des Zwickauer Gewandhauses (erbaut um 1520 bis 1525) ein Wahrzeichen der Muldestadt. Wandernde Handwerksgesellen wurden zum Nachweis ihrer Tätigkeit in Zwickau nach diesem Merkmal gefragt. Jetzt bröckelt das Wahrzeichen. Foto: Theo Stiegler

Allerdings muss sich auch Zwickau nach der Decke strecken. Am Montag vergangene Woche kam es zu einem Geheimtreffen der Oberbürgermeister von Zwickau und Plauen mit den Landräten des Vogtlandkreises Tassilo Lenk und des Kreises Zwickau, Christoph Scheurer in Plauen: Thema die Finanzierung des Theaters in der Zukunft. Bisher gehört das Theater den beiden Städten. Pia Findeiß hatte schon im Dezember angekündigt: „Wir müssen die Kreise an der Theaterfinanzierung beteiligen!“ Allerdings wurde über das Treffen der vier Oberhäupter Geheimhaltung vereinbart.
Nun gibt es schon eine unangenehme Konsequenz: Dem Zwickauer Stadtrat liegt für seine Sitzung am 30. Januar 2014 eine schwerwiegende Entscheidung im Finanzhaushalt 2014 vor: Die Stadträte sollen beschließen, die für das Theater Plauen-Zwickau geplante Planung Sanierung des Theaterkomplexes in Zwickau im Umfang von 2.150.000 Euro geplante Geld soll von 2014 nach 2016 verschoben werden.
Da weiß man natürlich nicht: „Braucht man künftig noch einen Ballettsaal, wenn es beispielsweise keine Sparte Ballett mehr gibt?“, sagt der Intendant. Der Verlust des Balletts wäre schlimm, hat sich doch gerade der neue Ballettchef Torsten Händler ein begeistertes Publikum erobert. „Scheherazade“ oder auch das Weihnachtshighlight „Eine Grimm’sche Märchenrevue“ sind den Besuchern noch sehr in angenehmer Erinnerung. „Jeder Verlust einer Sparte bedeutet den Anfang vom Ende“, sagt der Intendant.
Derweil bröckelt nicht nur die Fassade des Zwickauer Gewandhauses still vor sich hin. Von den prachtvollen Ornamenten aus Sandstein platzen große Flächen ab. „Das ist nicht nur die Fassade die bröckelt“, sagt Caroline Eschenbrenner vom Theater. „Innen ist der Sanierungsbedarf am Haus noch viel größer!“
Am Donnerstag Abend diskutierte das Plauener Publikum im vollen Plauener Theater über die Zukunft der Musentempel. Carolin Eschenbrenner: „Alle standen zum Theater, Besucher, Stadt- und Kreisräte; alle waren sich einig, das Theater muss bleiben.“ Allerdings, die Verantwortlichen, Landräte und Oberbürgermeister drückten sich vor der Veranstaltung.
Theo Stiegler


Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 274114647, 08056 Zwickau oder Tourist-Information, Hauptstraße 6, 08056 Zwickau, Telefon 0375 19433. zur Stadthalle oder zum Theaterservice
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