Premiere von „Sweet Charity“ Musical von Cy Coleman, Dorothy Fields und Neil Simon am Zwickauer Gewandhaus

Von der bittersüßen Hoffnung des Großstadtmädchens Charity - in den Fängen einer verklemmten Moral


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Das Showgirl Charity auf der Suche nach ein bisschen Glück
Fotos: Theater


Premiere von „Sweet Charity“ Musical von Cy Coleman, Dorothy Fields und Neil Simon am Zwickauer Gewandhaus

Von der bittersüßen Hoffnung des Großstadtmädchens Charity in den Fängen einer verklemmten Moral


ZWICKAU, am 15. April 2011 – Das hat man auch selten: Eine Big-Band auf der Bühne untermalt den Rhythmus für den Schlussapplaus, das Publikum steigert sich in Euphorie und zehn Minuten will der Beifall nicht verebben. Das Musical „Sweet Charity“ kann sich schon jetzt in die Reihe der erfolgreichsten Inszenierungen am Theater Plauen-Zwickau einreihen, am Freitag war Premiere von „Sweet Charity“ Musical von Cy Coleman, Dorothy Fields und Neil Simon am Zwickauer Gewandhaus.
Charity, Sandrine Guiraud, arbeitet als Nachtclubtänzerin im Fan-Dango-Tanzpalast. Unter ihren Kolleginnen gilt die junge Frau als Traumtänzerin, und sie sieht sich ständig dem Spott der Animierdamen ausgesetzt. Obwohl Charity auch immer wieder an alle möglichen Filous gerät, verliert sie ihren Glauben an das Gute im Menschen nicht.
Frisch und agil gestaltet Sandrine Guiraud die naive und lebensgierige Charity, und die vom Zwickauer Publikum geliebte Schauspielerin hatte die Herzen der Zuschauer von der ersten Sekunde wieder an sich gefesselt.
Die Männer wechseln in atemberaubender Schnelligkeit: Charlie, Thomas Christ, hat es nur auf ihr Geld abgesehen, und bei erst bester Gelegenheit raubt er ihre Aussteuer und stößt sie ins Wasser. Sie wird von Passanten gerettet und glaubt trotzdem noch immer „er liebt mich!“
Die Bühne dreht sich und mit ihr das gesamte Orchester vor den Augen des Publikums. In Sweet Charity ist der Klangkörper auf eine ansehnliche Big-Band geschrumpft. Unter der Stabführung von Tobias Engeli tauchen die Musiker das Theater in einen tollen Sound, der an die fünfziger bis sechziger Jahre vom aufreizenden Rock’n’Roll bis zum Beat der Blumenkinder reicht. Mal von hinten, mal von vorn, die Musiker sind ständig präsent. Bühne schlicht und einfach raffiniert: Robert Pflanz. Die Kostüme vom Büroanzug bis zu den Blumenkindern wirkt alles bunt und optisch anziehend: Hannelore Nennecke.
Das Bühnenbild mit dem Big-Band-Podium auf der Drehbühne bindet und fesselt das Publikum. Unter der von Regie Frank Alva Buecheler agiert das Ensemble einfühlsam und auch wieder druckvoll in dichter Szenenfolge.
Charity lernt den berühmten Filmstar Vittorio Vidal, wieder Thomas Christ, kennen. Der Berühmte ist zwar nett zu ihr, aber Charity ist für ihn nur ein Seelentröster für den Moment, Vidal hat gerade Krach mit seiner Geliebten Ursala, Uta Simone, und Charity steht den beiden im rechten Augenblick im Weg. Da lädt er sie ein, und sie ist selig. Aber die Geliebte kehrt zurück, und Charity bleiben nur die billigen Souvenirs aus der Begegnung und die verklärten Erinnerungen.


Charity, Sandrine Guiraud, glaubt in den Buchhalter Oscar, Thomas Christ, endlich die große Liebe gefunden zu haben.





Charity will den Nachtclub hinter sich lassen, aber, sie hat nichts gelernt, sie kann nichts weiter, wie ihr eine kaltherzige Arbeitsamtstante schnell klarmacht, und so entschwindet die Hoffnung auf einen schnellen, schönen Job im Büro.
Als Charity in der Volkshochschule vorspricht, lernt sie den verklemmten und schüchternen Büroangestellten Oscar, wieder Thomas Christ, kennen. Die Beiden bleiben im Fahrstuhl hängen und so kommen sie sich näher.
Christ kriegt die Kurve in den Rollen vom Zuhälter Charlie zum schüchtern neurotischen Oscar vollkommen.
Charity verliebt sich erneut. „Wenn ich in Deine Augen seh’, so schwindet all mein Leid und Weh.“
Nun glaubt sie, ist es das Glück. Aber sie hat Angst. Der bürgerliche Oscar hat auch alle Illusionen des Bürgertums, da hält sie es für besser, sie sagt erst mal nichts von ihrem Beruf und den vielen Liebhabern.
Atemlos und still spürt man das Knistern der Spannung und der Hoffnung im Zuschauerraum des Gewandhauses. Zunächst keimt Hoffnung auf, Oscar zeigt sich großmütig, als er die Wahrheit erfährt. Er macht Charity sogar noch einen Heiratsantrag.
Eigentlich wünscht sich auch das Publikum ein Happyend. Aber wieder Schumann und Heine: „Doch wenn du sprichst: Ich liebe Dich! So muss ich weinen bitterlich.“ Da ist der große Schatten im Kopf des Mannes. „Ich müsste immer an die anderen Männer denken.“ Davor will er sie und vor allem sich retten.
Am Ende gab’s den großen Applaus, dieses Mal mit Musik, das war schon fast wieder ein Erlebnis für sich an diesem Premierenabend.
Theo Stiegler

Nächste Vorstellung am 30. April 2011, Informationen zum Theater Plauen-Zwickau zur Theater-Website Karten 0375 274114647



Charity, Sandrine Guirad, lernt Homeless, Nathanael Alexander, kennen, neue Hoffnung keimt.
Fotos: Awtukowitsch .


Karten 0375 274114647.


Nächste Vorstellungen und Informationen zum Theater Plauen-Zwickau zur Theater-Website Karten 0375 274114647


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