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Jürgen Schünzel hat den bisher verborgenen Schatz des Stadtarchivs in alten Gerichtsakten zur Testamentsvollstreckung des Vater von Robert Schumann ausgegraben.

Bisher unbekannter Brief von Robert Schumann wirft neues Licht auf den jungen Studiosus der Rechtswissenschaften


Archivar findet die Handschrift in verstaubten Gerichtsakten


ZWICKAU, am 5. März 2010 – Silva Teichert zeigt sich ganz aus dem Häuschen. Die Chefin des Zwickauer Stadtarchivs spricht von einem Sensationsfund, der ihren Mitarbeiter Rainer Schünzel gelungen ist: Bei seinem Suchen nach interessanten Dokumenten über Zwickaus berühmtesten Sohn, Robert Schumann, fand Spürnase Schünzel jetzt einen Brief, den Robert Schumann 1828 eigenhändig an seinem Vormund in Zwickau geschrieben hat.
Schünzel hat sich rückversichert, hat die Experten aus dem Schumannhaus in Zwickau gefragt, nun steht fest: Den Brief kannte noch kein Schumannforscher. Das Besondere am Brief ist aber auch sein Inhalt. Der 18-Jährige Studiosus Schumann bittet seinen Vormund und Nachlassverwalter seines Vaters, sein Vater August Schumann war zwei Jahre vorher gestorben, um eine monatliche Rente von 25 Talern aus seinem Erbe. Er schreibt am 15. Juni 1828: „Wie in Leipzig das Geld reißend schnell fortgeht, man mag nun noch so solid leben, als nur möglich ist.“ Dabei bedient sich der junge Schumann einer kleinen Notlüge, wenn er den Anschein erweckt, er ginge fleißig seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Leipziger Universität nach. Für das Studium des Advokatengewerbes hatte sein Vater die Erbschaft von mehreren tausend Talern bestimmt.
In Wirklichkeit, das weiß man heute, hatte sich der angebliche Studiosus längst der Musik ergeben und ließ die Juristerei lange links liegen. Die Universität soll der junge Robert Schumann kaum von innen gesehen haben. Das war gut so, denn als Rechtsverdreher hätte er der Menschheit kaum ein so hinreißendes Erbe wie seine Musik hinterlassen, schmunzelt der Entdecker des Briefes, der Schumann auch als kleinen Schwindler entlarvt.
Schünzel hat in 20 Jahren Suchen in verstaubten Akten schon so manchen Schatz entdeckt. Die Idee, nun in alten Gerichtsakten zu suchen, hat sich als glückliche Fügung erwiesen. Die gesammelten Belege des Nachlassverwalters von August Schumann enthalten außer dem Brief auch eine Quittung, in der Robert Schumann, dann im mündigen Alter die Auszahlung seines Erbes am Stück quittiert: 8000 Taler bekam er 1831 ausgehändigt.
Mühsam hat sich Archivar Schünzel mit Lupe und unter hellem Licht durch die Schrift des Studiosus Schumann hindurchgearbeitet. Die in Sütterlinschrift verfassten Zeilen haben aber auch weniger Gutes erkennen lassen, die Schrift beginnt zu zerlaufen, sie wird unleserlich, der Tintenfraß der alten aggressiven Schreibflüssigkeit macht dem Schriftstück zu schaffen.
Für die Archivchefin ein Anlass, daran zu erinnern: Die wertvollen Zeugnisse aus der Vergangenheit bedürfen dringend einer aufwändigen Restauration. „Viele Gefahren lauern auf die wertvollen Güter“, sagt Silva Teichert.
Morgen, am 6. März und nur morgen öffnen sich die Tore des Archivs ab 10 Uhr für einen Tag zur Besichtigung, zu Vorträgen und zu Führungen durch die Regalwelten.
Theo Stiegler


Kontakt:
Dr. Angelika Winter, Stadtarchiv Zwickau
Telefon: 0375 834712


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