Die Tragödie „Schneemond“ von Christian Martin hatte Premiere am Theater Plauen-Zwickau



Der unaufhaltsame Niedergang des hoffnungsvollen Handwerksmeisters Kantl



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Ria, Angelina Häntsch, das Provinzblümchen wird von ihrer in der Großstadt verdorbenen Freundin Nicole, Marsha Zimmermann, in die vermeintlich hohen Künste eines modernen Liebeslebens eingeführt.

Fotos: Theater



Die Tragödie „Schneemond“ von Christian Martin hatte Premiere am Theater Plauen-Zwickau


Der unaufhaltsame Niedergang des hoffnungsvollen Handwerksmeisters Kantl


PLAUEN, am 18. September 2010 – Das Örtchen Hundsgrün im Vogtland kommt nach 1990 ganz ohne die üblichen Wendeaccessoires „Stasi“ und „Heuschrecken“ aus. Im Haushalt des Tischlers Toni Kantl, Johannes Lang, gibt es auch menschlich ganz nah genug Probleme.
So sieht es der 1950 im vogtländischen Ellefeld geborene Christian Martin. Er hat die menschliche Tragödie aus seiner Heimat im Stück „Schneemond“ aufgeschrieben. Sonnabend war Premiere von „Schneemond“ auf der Hinterbühne des Vogtlandtheaters Plauen.
Tischlermeister Kantl hat sich offenbar den Start in die Neuzeit ganz anders vorgestellt, ein schickes Cabrio für die neue Ehefrau, Gabi Kantl, Else Hennig, Modeklamotten für die anspruchsvolle Gattin, für die Firma einen tollen Werbegag mit einem fünf Meter hohen, blau angestrichenen Stuhl an der Autobahn. Johannes Lang zeigt als selbständiger Tischler mit mehreren Gesellen viel Euphorie, obwohl, die Auftragslage ist schon bescheiden. Da gilt es Grenzen zu setzen.


Die anspruchsvolle Meisterin und Möchtegernlebedame verwandelt sich in eine keifende Xanthippe, was Else Henning als Gabi Kantl sehr gut gelingt, und mehrfach setzt das Publikum auf der harten Hinterbühnenbestuhlung zum Szenenapplaus an.






Die anspruchsvolle Meisterin und Möchtegernlebedame verwandelt sich in eine keifende Xanthippe, was Else Henning als Gabi Kantl sehr gut gelingt, und mehrfach setzt das Publikum auf der harten Hinterbühnenbestuhlung zum Szenenapplaus an.
Die Zumutung, das Cabrio abzuschaffen und für notwendige Fahrten auch mal den Firmenwagen zu nutzen, bringt die Gattin des Handwerksmeisters an den Rand der Verzweiflung. Die Freude an jedem neuen Modefetzen verdirbt der Gatte mit der Frage: „Was hat’s gekostet?“
Dazu die Tochter Ria, Angelina Häntsch, die als Provinzblümchen von ihrer in der Großstadt verdorbenen Freundin Nicole, Marsha Zimmermann, in die vermeintlichen Künste modernen Liebeslebens eingeführt wird. Das geschieht unter der Regie von Roland May, der mit „Schneemond“ sein Regiedebüt gibt, auf drastische Art und Weise. Das schafft ein wenig Farbe auf dem eher gewollt tristen Bühnenhintergrund, der mehr einem Bretterverschlag, als der großen weiten Weltkulisse ähnelt.
Die Tochter Ria, von Angelina Häntsch sehr feinfühlig gestaltet, sehnt sich selber mehr nach richtiger Liebe und nach schnörkellosem Beischlaf mit Sex ohne Großstadtkunststückchen aber ehrlichem Orgasmus. Leider geht das auf die gewohnte Art ins Auge. Der Tischlergeselle Joe, David Morrbach, hat zwar seine Aufgabe als Liebhaber gut gemacht, aber der tüchtige Geselle träumt von der großen weiten Welt in Amerika, die will er mit seiner Harley erobern. Ria würde ihm gern halten, schafft dies aber nicht.
So steuert die Geschichte denn unaufhaltsam in die Katastrophe. Die treulose Ehefrau verschwindet mit den Resten des Vermögens. Die Schwiegermama, Ute Menzel brilliert als konservative und verbitterte Alte, die sowieso schon vorher den Niedergang geahnt hat und der Kneiper Manne, der Wirt vom Grenzquell, Dieter Maas, sieht philosophisch die Welt in ihrem Auf und Ab – nur der Durst, der bleibt.
Für die glänzende Darstellung einer ansonsten sehr glanzlosen Wirklichkeit gibt es am Ende herzlichen und lang anhaltenden Beifall vom Publikum.
Theo Stiegler
Premiere in Zwickau am 24. September, 19.30 Uhr im Gewandhaus hinterm Vorhang.


Die Tochter Ria, von Angelina Häntsch sehr feinfühlig gestaltet, sehnt sich selber mehr nach richtiger Liebe und nach schnörkellosem Beischlaf mit Sex ohne Großstadtkunststückchen aber ehrlichem Orgasmus. Der Tischlergeselle Joe, David Morrbach, hat zwar seine Aufgabe als Liebhaber gut gemacht, aber der tüchtige Geselle träumt von der großen weiten Welt in Amerika.



Nächste Vorstellung zur Theater-Website . Karten 0375 274114647.

Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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