ABS, Arbeitsbeschaffung, Beschäftigung, Strukturwandel - Aus dem Ende einen Anfang machen

Instrumente auf dem Weg von der Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft


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Produktion der Plastebeplankung des Trabant im April 1990

Kein Sachse wollte 1990 noch alte Produkte kaufen

Als sich abzeichnete, dass 1990 mit dem Ende des "realen Sozialismus" auch das Ende der bisher abgeschotteten Wirtschaftsform (siehe die Analyse der Stasi im Herbst ´89) kommen würde, stand die große Frage, wie weiter. Vor 1989: Welch ein Traum für einen Automobilhersteller: Für 14 Jahre volle Auftragsbücher. Am Ende der DDR standen die Bestellzeiten für den Trabant bei 14 Jahren, und eine Wartburgbestellung konnten die Eltern einen Jugendweihling oder Konfirmanden getrost mit auf den Gabentisch legen: Erst nach über 17 Jahren wurde die Abnahme fällig. Da konnten Schule, Lehrzeit und viele Jahre Praxis vergehen, bevor der Kauf anstand.

Im Frühjahr 1990 diskutierte eine Gruppe von Ingenieuren und Wissenschaftlern die kommenden Entwicklungen mit Blick auf die sich abzeichnende Währungsunion. Keine entscheidenden Fachleute und keine wichtige Versammlung, sondern ein Pausengespräch in der Hochschulkaffeestube der Technischen Hochschule Zwickau. Eine belächelte Meinung: „Mit dem Umtausch der DDR-Mark in richtiges Geld, kann Sachsenring die Bänder anhalten. Kein Mensch wird den Trabant noch kaufen wenn's für das gleiche Geld gute, gebrauchte Westautos gibt.“ Es kam so. Nicht einmal mehr für 4.500 Mark wollten die Menschen den Trabant. Zwar gab´s weniger gute Gebrauchte, und viel Schrott wurde den Neubundesbürgern angedreht, aber 30 Jahre ausgebremste Entwicklung der Autos aus Zwickau waren nicht mehr wettzumachen. Auch 30 Jahre alte Maschinen und noch ältere Werkhallen wiesen nur noch Schrottwert auf. Selbst 4.500 Mark pro Auto mal 150.000 Jahresproduktion hätten nur 675 Millionen Mark Umsatz für Sachsenring bedeutet. Dem standen 12.000 Beschäftigte im Werk gegenüber. Selbst bei bescheidenem 2500 Mark Bruttolohn pro Beschäftigten plus Lohnnebenkosten hätte die volle Auslastung des Werkes gerade mal die Lohnsumme ausgemacht. Kein Material, keine Löhne bei Zulieferern, keine Akkumulation für Rekonstruktion, für Entwicklung, für Abschreibungen wären darin berücksichtigt gewesen, selbst wenn 150.000 Trabanten im Jahr für 4.500 Mark hätten verkauft werden können. Der Zwickauer Automobilbau, der Eisenacher waren am Ende.

Die meisten Produktionsbetriebe des Maschinenbaus, der Textilindustrie und fast aller Branchen der Wirtschaft des realen Sozialismus waren am Ende. Auch der Export brach zusammen (siehe Grafik Export 89/90. Die große Aufgabe des Jahres 1990 und der folgenden Jahre hieß: Gebt den Menschen in den neuen Bundesländern eine Chance und eine Zukunft. Eines hatte der Sozialismus nicht kaputtgemacht: Die Bereitschaft und das Können Leistungen zu bringen. Im Jahr 2001 beweisen über 6000 Menschen im Volkswagenwerk in Mosel: Die Leistungen der Sachsen stehen denen der Menschen in den alten Bundesländern in nichts nach. Aber es war ein schwieriger Weg vom Bankrott der alten Wirtschaft bis zur Morgendämmerung. Gesellschaften für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung entstanden mit der Aufgabe, das Vakuum der zusammenbrechenden Märkte auszufüllen. Einkommen, Weiterbildung, Arbeit und Wirtschaftsstandorte waren zu sichern. Vo

Industrieroboter bei Volkswagen schweißen die Karosserie des Golf A2.