Theater Zwickau-Plauen: Intendant will mit Paukenschlag „20 Jahre Mauerfall“ feiern – acht Premieren an drei Tagen



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Nach dem Kahlschlag im Ensemble des Theaters mit dem Intendantenwechsel werden sich die Zwickauer an viele neue Gesichter gewöhnen müssen.
Foto: Stiegler

Theater Zwickau-Plauen: Intendant will mit Paukenschlag „20 Jahre Mauerfall“ feiern – acht Premieren an drei Tagen



Revolutionen mit "Wilhelm Tell" und "Dantons Tod"


ZWICKAU, Oktober 2009 – Mit einem Paukenschlag will das Theater Plauen-Zwickau das Ereignis „20 Jahre Mauerfall“ feiern. Der neue Generalintendant Roland May sieht seine fünf Sparten Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Orchester und Puppentheater dafür gut aufgestellt. „Wenn auch das typische Wendestück fürs Theater fehlt, sehen wir mit Spannung den acht Premieren, mit denen wir aktuell auf die letzten zwanzig Jahre eingehen, entgegen.“
Zwei Häuser in Plauen und Zwickau, jeweils vier Premieren und das an einem Wochenende, sollen viele Besucher ins Theater locken. Da wird schwere Kost geboten.
Das Musiktheater startet in Zwickau am 9. Oktober, 19.30 Uhr, mit „Wilhelm Tell“, der letzten Oper aus der überaus reichen Schaffenszeit von Gioachino Rossini. Nach Schillers Schauspiel über die Befreiung der Schweizer Eidgenossen von der Feudalherrschaft, Knechtung und Ausbeutung durch die Habsburger Feudalherren sieht Operndirektor Stefan Bausch als die Urrevolution an sich. Davongejagte Unterdrücker und Ausbeuter allenthalben. Eben die Probleme der Gerechtigkeit wollen die Theaterleute nach Roland May ins Zentrum der Wendefeiern stellen.
Da erwartet die Zwickauer sicher als Höhepunkt Georg Büchners Drama über die Französische Revolution „Dantons Tod“, Zwickau Gewandhaus, 10. Oktober, 19.30 Uhr, das opulente aber grausige Stück spielt nicht in den Anfängen des Aufstandes, sondern in der Agonie des Mordens und der Blutströme von den Guillotinen am Ende der Revolution. Die Ideale sind fast futsch, es herrschen Macht- und Mordgelüste. Danton, einer der Väter der Revolution, hat sich voller Abscheu von dem Blutbad der Jakobiner zurückgezogen, Robespierre geht bis zum bitteren Ende.
May: „Wie viele Opfer rechtfertigen die Ziele und Ideale der Gerechtigkeit?“
Sicher interessant wird der Einstand des neuen Ballettmeisters in Zwickau: Torsten Händler präsentiert sein neues Tanzstück „Das Haus. Ein Wändestück“ und meint das mit „Ä“ geschriebene Wändestück als Gleichnis wegbrechender Sicherheiten, die plötzlich wie Wände eines schützenden aber auch einengenden Hauses verschwinden. Da wird einer Gesellschaft nicht nur der Boden unter den Füßen weggezogen, nein auch die Wände und alles Gewohnte löst sich auf, macht neuem Platz. Die andere Welt bietet nicht nur Freude, die Angst vor Fremden und Feindlichen macht sich breit.
Kommt Neues, kommt die Freiheit? Die Grenzen dehnen sich aus, es eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, Träume werden wahr oder platzen wie Seifenblasen. Das will Händler nicht auf die Mauer beschränkt sehen, sagt Roland May. Für das Zwickauer Publikum, das noch vom Dunstkreis des vielgeliebten und begeistert gefeierten Ballettmeisters Bronislav Roznos gefangen ist, kommt mit dem neuen Meister ein spannender Moment. Roznos wurde vom neuen Intendanten May nicht verlängert, das ist genau das Schicksal, das Händler vor vier Jahren in Chemnitz erleiden musste. Panta rhei, alles fließet, sagten die alten Griechen.
Theo Stiegler

Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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