Die Sachsenring AG ist pleite - Rittinghäuser ade


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Mit einer kleinen Beruhigungspille konnten die Beschäftigten der Sachsenring AG in Zwickau die Betriebsversammlung verlassen: Für drei Monate ist ihr Lohn durch das Insolvenzausfallgeld gesichert und auch für die Zukunft durch eine gute Auftragslage der Betrieb gesichert, ob allerdings dann noch Sachsenring über dem Tor steht, steht in den Sternen. Foto: Theo Stiegler

Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler sieht die Zukunft optimistisch: Lassen uns Zeit für die Suche nach einem Partner für Sachsenring.

Produktion geht unverändert weiter - Investor gesucht

Zukunft für ehemalige Trabantschmiede „Sachsenring“ scheint gesichert

Kunden halten zum Zwickauer Traditionsunternehmen Die Sachsenring AG in Zwickau wird weiterbestehen. Das ins Trudeln geratene Unternehmen musste vergangene Woche, 29. Mai 2002, Insolvenz anmelden. Das war das Ende für Ulf Rittinghaus als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, das zu DDR-Zeiten über drei Millionen Trabanten produzierte. Neun Jahre hatten die Brüder Rittinghaus das Sagen über den Betrieb. Sie schufen eine moderne Fabrik auf dem Gelände, auf dem 1904 August Horch den Automobilbau in Zwickau begründete; sie verkalkulierten sich aber auch in der strategischen Unternehmensentwicklung. Nun führen Geschäfte die Insolvenzverwalter, für die Sachsenring Fahrzeugtechnik GmbH ist dies der Rechtsanwalt Bruno M. Kübler und für die Holding, die Sachsenring Aktiengesellschaft der Rechtsanwalt Christoph Junker. Gestern informierten die Verwalter die Belegschaft in Zwickau über die Zukunft des Unternehmens in einer Betriebsversammlung. Der Sächsische Staatsminister Martin Gillo war nach Zwickau gekommen, um zu betonen: „Die Sanierung und der Fortbestand von Sachsenring ist auch im Freistaat absolute Chefsache.“ Allerdings sind Sachsen durch die Europäische Union und die in der Gemeinschaft herrschenden Wettbewerbsregeln die Hände gebunden. Ein großer Teil der 650 Mitarbeiter vor Ort in Zwickau erfuhren, dass ihr Job zunächst für die nächsten drei Monate sicher ist. In dieser Zeit bezahlt das Arbeitsamt Insolvenzausfallgeld, und der Betrieb arbeitet unverändert weiter. Die Lieferverpflichtungen gegenüber Volkswagen in Mosel für Baugruppen der Typen Golf und Passat in der Größenordnung bis zu 1100 Module werden pünktlich erfüllt. Auch die anderen Kunden der Sachsenring Fahrzeugtechnik werden pünktlich bedient. Viele Kunden seien an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert, absolute Topqualität aus Zwickau habe einen guten Ruf. Teilweise wäre auch Interesse an einer Erweiterung der Umfänge der Aufträge angemeldet worden, sagt Kübler. Insofern sei Sachsenring ein Sonderfall, eigentlich ein gesundes Unternehmen. 80 Millionen Euro Auftragsbestand haben die Insolvenzverwalter aufgelistet. Mit einem Massekredit von fünf Millionen Euro, die sind von den Banken zugesagt, wollen sie das Schiff wieder flott machen. Ab September muss dann die Produktion rentabel laufen, müssen die Lohngelder wieder aus den Einnahmen des Unternehmens bezahlt werden. Dass dies möglich sein wird, versichert Kübler und wagt die vorsichtige Prognose: „Auch die Arbeitsplätze werden wahrscheinlich in der bisherigen Zahl erhalten bleiben können.“ Auf Dauer sei aber ein starker Partner nötig, der soll das Unternehmen übernehmen. Da sei man aber nicht in Eile, sagen Kübler und Junker. Mit fünf Interessenten rechnen die Verwalter. Den Interessenten für eine Übernahme will der erfahrene Anwalt ein bereits saniertes Unternehmen anbieten. Selbst die sonst skeptische IG Metall lobt Bruno M. Kübler ob der gelungenen Rettung des Motorradwerkes Zschopau und hofft auf den Erhalt der Arbeitsplätze in Zwickau.
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