Sachsen Classic 2014 um Zwickau lockt wieder Tausende Fans an die Strecke

Oldtimer-Rallye Sachsen Classic auf den Straßen in Sachsen und Böhmen unterwegs


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Parade der schönsten Horch, Wanderer und Audi in der Stadt August Horchs aufgestellt zum Start zur 3. Rallye Sachsen Classic. Im Vordergrund mit Startnummer 23 der Wanderer W250 aus dem Jahr 1935 und der Horch 930 V Caprio aus dem Jahr 1939 Foto: Stiegler

Promis ganz im Verborgenen

Sachsen Classic erreicht unter Oldtimerfreunden Spitzenplatz

Zwickau, 26. September 2005. „Warum bist Du denn jetzt schon darüber gefahren!?“ Das Rad des Lufthansabusses Volkswagen Typ 2 aus dem Jahr 1964 ist eine Sekunde vor der Zielzeit über den Messschlauch der Zeitkontrolle an der Wertungsprüfung der Rallye „Sachsen Classic“ im sächsischen Sebnitz gefahren. Eine Sekunde zu schnell, das gibt 100 Strafpunkte. 100 Meter in dreißig Sekunden zu fahren, heißt nicht schnell zu sein, sondern präzise genau die Zeit einzuhalten. Hermine Beilharz ist empört, ihr Fahrer Knut Simon sieht’s gelassen. Der Autojournalist fährt mehr zum Spaß und zum Erkenntnisgewinn. Hermine dagegen brennt vor Ehrgeiz. 30 Jahre ist sie Stewardess bei der Lufthansa gewesen und der Bus in den Farben Blau-Ocker ist ihr um so mehr eine Verpflichtung.

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Volkswagen Rometsch "Lawrenz" coupe aus dem Jahre 1959. - Prominente Mitfahrerin am Freitag war Jutta Kleinschmidt, Rallyesiegerin der Paris Dakar hier gemeinsam mit den Gewinnern der Paris Dakar 1980 Gerd Löffelmann und Freddy Kottulinsky vor dem August Horch Museum in Zwickau. Natürlich hatte Jutta Kleinschmit ihren Touareg dabei. Löffelmann und Kottulinsky fuhren diesmal mit dem VW-Iltis, ihren Siegerauto von 1980, fast, das Original steht im Museum und bleibt da auch..

Mit dem Roadbook auf den Knien, die Bordkarte für den Bus griffbereit, lotst sie den Fahrer seit drei Tagen durch Sachsen und an diesem Tag auch durch Mähren. "Chinesenzeichen" zeigen den Rallyefahrern den Weg. Abzweig, Kreuzung, Schilder und auffällige Bäume sind vermerkt. Metergenau sind die Strecken aufgeschlüsselt und signalisieren Richtungswechsel oder die nächste Prüfung.
Schnell ist der Ärger verraucht, und die beiden sind wieder Freunde. Man wird sich doch die herrliche Fahrt durch die Sächsische Schweiz nicht dauerhaft verderben. Es ist der dritte Tag der „Sachsen Classics“, und die Aussichten auf den Gesamtsieg sind für den Bus auf der Fahrt von Freiberg nach Dresden mit seinen 40 Pferdestärken eher gering. Obwohl: Auf die PS kommt's am Ende nicht an. Konzentration und präszises Einhalten der Zeiten sind Trumpf, das genaue Finden der Strecke ist eigentlich unter den Teilnehmern nur wenigen ein Problem, die meisten kennen sich aus im Lesen von Roadbooks.

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Professor Carl H. Hahn, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, zeigte sich ganz volksnah in Zwickau. Gespräche und Autogramme für interessierte Bürger, kein Problem am Startag der Rallye Sachsen Classic. - Renault Grand Prix auf Hartgummireifen und Holzfelgen aus dem Jahr 1907 hier schon auf der Augustusburg, Fahrer Wolfgang Auge und Wolfgang Krämer

Fast profimäßig sind die alten Hasen in dem Feld der Old- und Youngtimer von Baujahr 1907 bis 1985 auf die Fahrt vorbereitet. Ein Tag ging's rund um Zwickau, am zweiten Tag von Zwickau übers Erzgebirge nach Freiberg und am dritten von Freiberg über die Tschechei nach Dresden. Das waren die zu absolvierenden Strecken auf traumhaft schönen Bergstraßen. Grund für die Ferrari-, Masarati-, Porsche-Fraktion sich zu freuen, auch mal richtig Kurven bergauf und –ab zu fahren und die Motoren röhren zu lassen. Überall waren die Straßenränder mit Fans gesäumt. Die hatten sich bei den schönen Wetter gut auf die Rallye eingerichtet: Campingstühle und Kaffeetische wurden kurzerhand an die Strecke geräumt. In Freiberg mussten die Ordnungshüter behutsam die Strecken frei räumen, damit die Autos überhaupt auf dem Markt gelangen konnten. Die Begeisterung erreichte Höhepunkte in der Tschechei, dort feiert man gleichzeitig 100 Jahre Skoda, und die Veranstalter hatten dem Rechnung getragen, das Spitzenfeld des173 Oldtimer langen Fahrzeugkonvois bildeten historische Fahrzeuge aus Mlada Boleslaw. In Krasna Lipa feierte die Bevölkerung die Rallye als Volksfest und beinah platzt die Sonderprüfung durch zu starken Zulauf der Massen, der Markt ist überfüllt von Fähnchen schwingenden Menschen. Oliver Nickel und Susanna Meyer auf ihren Willys Overland aus dem Jahr 1944 sind das Team, mit den sichersten Gefühl für die Anforderungen an genaues Fahren. Sie werden am Ende in Dresden in der Gläsernen Manufaktur den Gesamtsieg abräumen. Da haben sie unterwegs auf solche Kleinigkeiten geachtet, wie:
wird die Zeit mit Lichtschranke oder mit Druckschlauch gemessen, die Stoßstange ist schließlich 527 Millimeter weiter vorn und reißt den Lichtstrahl Hundertstelsekunden eher als das Rad die Luft im Schlauch abdrückt und damit den Zeitimpuls auslöst. Beide Messmethoden waren bei den Wertungsprüfungen im Einsatz.


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Einfahrt der Rallye Sachsen Classic auf dem Markt von Krasna Lipa. - Gratulation für die Gesamtsieger der Rallye Oliver Nickel und Susanna Meyer durch Horst Beilharz, Vorsitzender der Stiftung Volkswagen Automobilmuseum. Links im Bild der Chefredakteur der Motor Klassik, Malte Jürgens.

Automobilfans, die am Freitag früh aufmerksam über den Zwickauer Hauptmarkt schlenderten, denen gingen die Augen über. Die bekannteste Sportlerin im Feld der Teilnehmer an diesem Tag entlockte den Ausruf: „Oh da ist ja die Paris-Dakargewinnerin Jutta Kleinschmidt". Damit rieben sich überraschte Zwickauer noch vor acht den Schlaf aus den Augen, als das Feld der exklusiven Fahrzeuge in Richtung Freiberg startete.
Rallye-Sponsor Volkswagen hatte die bekannte Sportlerin für einen Tag mit auf die Strecke geschickt, allerdings nicht mit einem Oldtimer, sondern mit einem Touareg düste die Sportlerin vorm Feld her.
Die Palette der edlen Oldtimer reichte vom Originaltrabant aus dem Jahr 1958 bis zum drei Millionen Euro teuren Ferrari, vom Horch 853 Kabriolett bis zum Lloyd LP 600, vom 300 Pferdestärken dicken Jaguar D-Typ aus dem Jahr 1956 in Sportausführung bis zum Renault Grand Prix auf Hartgummireifen und Holzfelgen. Das Vehikel aus dem Jahr 1907, mit dem Wolfgang Auge und Wolfgang Krämer die gesamte reichlich ein halbes tausend Kilometer lange Tour mit Bravour fuhren, schaffte nicht nur alle Zeitprüfungen, am Ende erreichten die Besatzung ohne extra Bonus für das Alter ihres Boliden den beachtlichen Platz 47.
Da hatten andere weniger Glück. Der langjährige Markenvorstand von Volkswagen und Chemnitzer Ehrenbürger Folger Weißgerber musste sich geschlagen geben. Platz 121 erreichte der Promi gemeinsam mit der in Sachen Rallye profierfahrenen Petra Zeltner, die hat schließlich schon als Copilotin mit ihrem Mann Ruben Zeltner Profirallyes gewonnen.

Folger Weißgerber, langjähriger Chef der Marke Volkswagen und Petra Zeltner bilden ein starkes Team, leider hat sie diesmal die Defekthexe weit nach hinten geworfen.

Mehrere technische Ausfälle warfen das Team Weißgerber/Zeltner am Freitag weit zurück. „Macht nichts“, sagte Weißgerber zur Abschlussgala am Sonnabend Abend in der Gläsernen Volkswagen Manufaktur in Dresden, „nächstes Jahr greifen wir wieder an!“ Auch Professor Carl H. Hahn hat Spaß an der Sache gewonnen. Am Donnerstag war der Zwickauer Ehrenbürger und langjährige Chef der Volkswagen AG begehrter Autogrammschreiber auf dem Zwickauer Hauptmarkt. „Für mich verbinden sich besonders viele Erinnerungen an Zwickau“, sagt Hahn. „Ich freue mich sehr über die Entwicklung der Stadt Zwickau. Wenn meine Mutter in den dreißiger Jahren mit dem Auto nach Berlin fuhr, dann schämte sie sich immer ein wenig wegen des dreckigen Autos. Zwickau war, glaube ich, damals eine der dreckigsten Städte in Deutschland. Kohlenförderung und Kokereien ließen alles unter Schmutz versinken. Heute ist die Stadt ein Schmuckstück, und die Menschen können stolz darauf sein“, sagte Hahn, dessen Vater in den dreißiger Jahren zu den Gründern der Auto Union in Sachsen gehörte. Hahn stieg am Donnerstag zu dem Automobilhistoriker Professor Peter Kirchberg in den Horch 930 V Cabrio, um mit dem Buchautor in Richtung Volkswagen-Mechatronik in Stollberg zu starten. Dort wartete die erste Wertungsprüfung des Tages auf die Rallyeteams. Zwei Strecken waren in Stollberg mit genau vorgeschriebener Zeit zu durchfahren.
Die „Sachsen Classic“, dieses Jahr schon zum dritten Mal gefahren, entwickelt sich nach den Worten der Veranstalter von der „Motor Klassik“ in Stuttgart zu einer der ganz großen Oldtimerfahrten in Europa. Oldtimer vom Feinsten und Teilnehmer, die sich anhören wie das „Who is who“ der Wirtschaft. Unter den Teilnehmern fuhren allein dieses Jahr mehrere Vorstände aus der Volkswagen AG, Chefredakteure renommierter Autozeitschriften, Bankdirektoren. Nicht zu vergessen sind Teilnehmer wie Alexander Prinz von Sachsen mit seinem Schwager Leopold Prinz von Bayern, Wilhelm Prinz von Hessen und andere Automobilfans aus der schillernden, von der Boulevardpresse geliebten, Society, die gern an der Rallye teinehmen.
Natürlich wird es nächstes Jahr wieder eine Sachsen Classic geben, verspricht „Klassik-Motor-Chefredakteur“ Malte Jürgens.
Theo Stiegler

Nach über fünfhundert Kilometern geschafft, der Lufthansa VW Bus vor der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

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