"Der Rosenkavalier", Komödie für Musik in drei Akten von Richard Strauss im Zwickauer Gewandhaus



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Die Feldmarschallin, Maria Gessler, hält Hof. Fotos: theater

Komödie für Musik von Richard Strauss: „Der Rosenkavalier“ hatte Premiere im Zwickauer Gewandhaus


Strahlende Liebe der Jungen siegt in opulentem Fest der Sinne


Zwickau, am 17. November 2006.


ZWICKAU – Es ist nichts so, wie es scheint: Baron Ochs von Lerchenau, Hagen Erkrath, glaubt sich bei einem Tete-a-tete mit der unschuldigen Kammerzofe Mariandl in einem Wiener Vorstadtrestaurant. Es ist die Zeit der Kaiserin Maria Theresia. Ochs, der Grobian und Schürzenjäger, umschmeichelt Mariandl. Mariandl aber ist in Wirklichkeit Octavian ein junger Adeliger der Wiener Gesellschaft. Sie oder besser er will natürlich nicht mit dem Ochs ins Bett, im Gegenteil, der Ochs soll blamiert und bloßgestellt werden.
In der Hosenrolle des Octavian brilliert nun wiederrum Silke Richter. Octavian ist auch nicht unschuldig, sondern der Geliebte der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, Maria Gessler; Octavian ist in Not. Eigentlich war Octavian als Bote, „Der Rosenkavalier“ des Barons, der überbrachte silberne Verlobungsrose an dessen Künftige, Sophie, die Tochter eines reichen Neuadeligen der Wiener Hofgesellschaft. Ochs braucht das Geld, der Emporkömmling dagegen braucht den alten Adel.

Inga-Britt Andersson und Silke Richter als Sophie und Octavian.

Dann aber war’s passiert: Octavian hat sich selber in die junge Braut Sophie verliebt. Nun muss er verhindern, dass der alte Lüstling das junge Mädchen kriegt. Sein eigenes Verhältnis zur Feldmarschallin wird für Octavian nun weniger wichtig.
Hugo von Hoffmannsthal hat die Handlungsstränge vom „Rosenkavalier“ elegant verwoben. Die Komödie für Musik in 3 Akten von Richard Strauss hatte am Freitag im Zwickauer Gewandhaus Premiere. Intendant und Regisseur Ingolf Huhn zeigte sich schon im Vorfeld begeistert: „Wir können den Rosenkavalier voll aus dem eigenen Ensemble heraus besetzen.“ Und wahrlich: Mit den drei weiblichen Hauptrollen Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, Maria Gessler, Octavian, Silke Richter, und Sophie, Inga-Britt Andersson bietet das Theater Plauen Zwickau eine sehr glückliche Besetzung, was spätestens im Terzett der drei Schönen im dritten Akt, dem Publikum den Atem stocken lässt, ein fulminanter Klang durchdringt den Zuschauerraum des Gewandhauses. Die Marschallin erweist sich als kluge Frau, die allerdings mit leichten Anflügen der Midlifecrisis kämpft; Arie im ersten Akt „Kann mich auch an ein Mädel erinnern“. Am Ende gibt die Kluge den Liebhaber für die Junge frei, auch der Baron ist nicht abgrundtief schlecht und verzieht sich. Ein kleiner Mohr lüpft noch schnell ein Tüchlein von der Bühne und der Vorhang fällt.
Unter der Stabführung von Georg Christoph Sandmann reiht sich die Szenenfolge der straussschen Musik zu einer solchen Dichte, einer solchen Eindringlichkeit, dass sich da kein Platz für Zwischenapplaus findet. Dafür werden die Pausenvorhänge beklatscht, wie sonst der Schluss. Stürmischer Beifall am Ende beglückt das strahlende Ensemble. Minutenlange Standing Ovations und extra Bravorufe für Gessler, Richter und Erkrath belohnen drei Stunden opulentes Bühnengeschehen, das man getrost als Fest der Sinne bezeichnen kann. Ein kleines Missgeschick lässt sich vielleicht bei folgenden Aufführungen vermeiden: Das routinierte Zwickauer Publikum erscheint wie immer erwartungsfroh halb acht im Gewandhaus, da allerdings haben die Marschallin und Octavian schon die Liebeständeleien des ersten Aktes im Schlafgemach der betörend Schönen hinter sich. Wegen Überlänge beginnt „Der Rosenkavalier“ im Zwickauer Gewandhaus bereits um sieben. Zur Premiere blieben deshalb im ersten Akt ein Fünftel der Plätze leer.
Theo Stiegler
Nächste Vorstellungen: 24. November, 19 Uhr - Achtung wegen 3 Stunden dauernder Vorstellung abweichende Anfangszeit, 2. und 10. Dezember, 19 Uhr.
Ticket-Telefon: theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647. zur Stadthalle oder zum Theaterservice

Soll denn der "alte Ochs" wirklich das junge Mädchen Sophie kriegen? Fotos: theater.




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