Romeo und Julia von William Shakespeare am Gewandhaus in Zwickau

Vierhundert Jahre und kein bisschen alt – die Geschichte zweier Liebender aus verfeindeten Familien fesselt Zwickauer Publikum



Hier geht´s zurück zur HOMEPAGE

Beim Familienfest der Capulets lernen sich Romeo und Julia kennen Fotos: theater

Todesstille und angehaltener Atem




Vierhundert Jahre und kein bisschen alt – die Geschichte zweier Liebender aus verfeindeten Familien fesselt Zwickauer Publikum aufs Neue

Welch ein verhängnisvoller Irrtum: Romeo findet seine geliebte Julia von einer Droge ins Koma versetzt in der Gruft der Capulets und beschließt nun selber aus dem Leben zu scheiden, er nimmt Gift und stirbt in dem Augenblick, wo Julia die Augen öffnet. Vierhundert Besucher von William Shaekespeares „Romeo und Julia“ hielten den Atem an, gewissermaßen in der Hoffnung auf ein Happyend, das es, wie jeder weiß, nicht gibt.
Am Freitagabend hatte das Drama Premiere im Zwickauer Gewandhaus. Auch nach 400 Jahren ist die Story um das bekannteste Liebespaar der Welt noch frisch wie eh und je.

Romeo, Roland Schroll, und Julia, Sabine Melanie Rittel,

Die Frage ist, wie gelingt es dem Ensemble, die schier unerträgliche Spannung aus dem Stück aufs Publikum zu übertragen? Man kann sagen: Das Zwickauer Ensemble unter der Regie von Matthias Straub hat ein glückliches Händchen bewiesen und gewinnt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Besucher von der ersten Minute an. Ein Publikum, in das sich dieses Mal sehr viele junge Gesichter gemischt hatten, folgt den Familienhändel der Veroneser Patrizier Montague und Capulet mit großer Spannung. Das geschieht in der ersten Hälfte eher amüsiert, und derbe Redensarten und Gesten - die Deutsche Fassung von Sven-Eric Bechtolf und Wolfgang Wiens lässt dem Sprachwitz viel Spielraum für humorvolle und frivole Dialoge – ruft häufiges Gelächter im Publikum hervor.
Romeo, Roland Schroll, lernt Julia, Sabine Melanie Rittel, auf einem Familienfest der Capulets, den Todfeinden seiner eigenen Familie Montague, kennen und sofort verlieben sich beide unsterblich ineinander. In der Folge hat Romeo fast schon akrobatische Fähigkeiten zu beweisen, um seiner Julia auf dem Balkon des Hauses Capulet das Händchen zu reichen oder auch einen Kuss zu erhaschen. Ein Kronleuchter, zentrales und wirkungsvolles Element in der Ausstattung von Annabel von Berlichingen, erfüllt multifunktionale Aufgaben, wird Turngerät und Leiter, Bett und Leuchter gleichermaßen. Dann die Wende: Auf der Straße geraten die jungen Leute der Familien aneinander, und Romeo tötet dabei Tybalt, Jörg Metzner, den Neffen der Capulets, der Vorhang fällt zur Pause.
Todesstille und angehaltener Atem beherrscht die mit Hochspannung geladene Atmosphäre nach der Pause im Zuschauerraum, nur gelegentliches Räuspern, das sich offenbar nicht unterdrücken ließ, unterstrich diese Spannung noch. Heimliche Heirat der Liebenden, Flucht von Romeo und verschiedene Irrtümer in der Familie lassen Spielraum für brillante Darstellungen. Vater Capulet, Dieter Maas, glaubt ehrlich seine Tochter am Besten in den Händen von Paris, Stefan Wolfram, als Ehemann aufgehoben. Lady Capulet, Marie-Louise von Gottberg, glaubt, Julia trauere um ihren Cousin Tybalt und verfluche dessen Mörder Romeo, welch tragische Fehlschlüsse, die Marie-Louise von Gottberg durchdringend gestaltet.
Besonders effektvoll spielt Birge Arnold als Amme Julias, in dieser Rolle hat sie manch’ schwierige Aufgabe als Botin der Liebe zu erfüllen. Zumal ja auch die Dienstboten der verfeindeten Familien in den Konflikt mit einbezogen sind.
Nach dem letzten Vorhang: Erlösend bricht der Beifall los. Minutenlange Ovationen mit vielen Bravorufen folgen der gespannten Stille im Zuschauerraum, als die Handlung in der Gruft der Capulets den dramatischen Höhepunkt erreicht. Sehenswert und erlebenswert, was das Schauspielensemble des Theater Plauen Zwickau da bietet, trotz dass seit vierhundert Jahren feststeht, wie die Geschichte ausgeht.


Theo Stiegler



Besetzung:

ROMEO UND JULIA von William Shakespeare

Deutsche Fassung von Sven-Eric Bechtolf und Wolfgang Wiens

Inszenierung Matthias Straub
Ausstattung Annabel von Berlichingen
Dramaturgie Carolin Eschenbrenner
Regieassistenz Fabian Guillery
Ausstattungsassistenz Stefanie Bauer
Regiehospitanz Alexander Altomirianos
lnspizienz Evelin Wunderlich
Souffleuse Karin Burchardt
Escalus, Fürst von Verona Helmar Stöß
Mercutio, ein Verwandter des Fürsten und Freund Romeos Holger Schmidt
Paris, ein junger Grat Verwandter des Fürsten Stefan Wolfram
Montague, Oberhaupt einer veronesischen F. Michael Schramm, Premiere Fabian Guillery
Lady Montague, seine Frau Ute Menzel
Romeo, beider Sohn Roland Schroll
Benvolio, Neffe der Montagues und Freund Romeos Egbert Soutschek
Capulet, Oberhaupt einer veronesischen Familie Dieter Maas
Lady Capulet, seine Frau Marie-Louise von Gottberg
Julia, beider Tochter Sabine Melanie Rittel
Tybalt, Neffe der Capulets Jörg Metzner
Julias Amme Birge Arnold
Peter, Diener bei den Capulets . Wolfgang Schulze
Gregorio, Freund Tybalts Martin Ennulat
Bruder Lorenzo, ein Franziskaner Harry Walter
Damen der Gesellschaft:
Katja Balzer-Jahn/Janine Clemenz/
JacquelineGrüner/Stephanie Heinecke/ Beatrice Kober/ Eva Lautenschläger/Julia Lautenschläger/Andrea Pena/Annett Richter
Prolog Uta Simone



Nächste Vorstellungen

Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647.

zur Stadthalle oder zum Theaterservice


Mail to Stiegler




Besuche La Bohème counter
Besuche DerZwickauer counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage