Die Verdi-Oper Rigoletto hatte Premiere am Zwickauer Gewandhaus


Die Affären eines Weiberhelden zwischen Schadenfreude und Rachemord - Liebe einer Frau, die selbst den Tod nicht fürchtet



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Matteo Borsa Thomas Löffler - Herzog von Mantua Svetislav Stojanovic - Rigoletto Elmar Andree - Gilda Inga-Britt Andersson - Marullo Michael Simmen Fotos: theater

Die Verdi-Oper Rigoletto hatte Premiere am Zwickauer Gewandhaus
Die Affären eines Weiberhelden zwischen Schadenfreude und Rachemord

Stürmischer Beifall für ein scheitendes Ensemble


ZWICKAU – 3.April 2009. Der Herzog von Mantua ist ein rechter Weiberheld. Sein Hofnarr Rigoletto ist voller Hohn und Spott gegenüber den gehörnten Ehemännern. Freitag war Premiere der Verdi-Oper Rigoletto am Zwickauer Gewandhaus.
Mit drastischen Gesten und ungeniert vor allen Höflingen verführt der Herzog, Svetislav Stojanovic, die Gräfin von Cepreano, Judith Schubert, auf der Gewandhausbühne. Die Zwickauer Inszenierung, Regie Wolfgang Dosch, folgt einer klaren, schörkellosen Linie. Fulminant füllt die Musik Verdis, es spielt das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau unter der Stabführung von Georg Christoph Sandmann, das Zwickauer Gewandhaus und lässt die Ohren dröhnen, angenehm natürlich.
Geradezu spartanisch hat die Ausstatterin Annabel von Berlichingen die wesentlichen Wohnaccessoires in ausrangierte Container untergebracht.
Tritt der Hofnarr Rigoletto, Elmar Andree, oft und gern das Leid der anderen mit Füßen, so ist er sehr darauf bedacht, sein eigenes Haus vom Unglück fern zu halten. Seine Tochter Gilda, Inga Britt Andersson, hütet er ängstlich zu Hause. Rigoletto ahnt nicht, dass sein Dienstherr längst ein Auge auf die Schöne geworfen hat, der Weiberheld schleicht heimlich ums Haus seines Hofnarren.
Gilda hat den geheimnisvollen Fremden schnell ins Herz geschlossen. Sie gibt sich ihm hin.

Der Herzog von Mantua, Svetislav Stojanovic, trifft sich längst heimliche mit Gilda, Inga-Britt Andersson.


Als sie die Schande dem Vater gesteht, beschließt dieser grausame Rache. Der Mörder Sparafucile, Haken Erkrath, wird mit der Tat beauftragt.
Voller Liebesschmerz muss Gilda derweil aus einem Versteck zusehen, wie der Herzog die Schwester von Sparafucile, Maddalena, Silke Richter, umwirbt.
Lasziv und verführerisch tanzt die Schöne auf dem Tisch. Lockend umspielt der weiche Stoff ihres roten Kleides die erotischen Kurven, provozierend schüttelt die Grazie ihre Lockenpracht. Die Stimme der Sopranistin schmeichelt und lockt. Das Publikum applaudiert begeistert.
Der Spannungsbogen zwischen Gilda im Versteck, der Verführerin Maddalena und dem Herzog wirkt geradezu hypnotisch. „Holdes Mädchen, sieh mein Leiden“, umwirbt der Herzog die andere Frau. Mit Svetislav Stojannovic haben die Plauen-Zwickauer Theaterleute einen stimmgewaltigen Tenor verpflichtet, Publikumsliebling Inga Britt Andersson hat in der Gilda eine ihrer Glanzrollen und Silke Richter entfaltet als Maddalena ihre ganze erotische Persönlichkeit. Optisch und akustisch bietet sich so ein ergreifendes Erlebnis.
Die Oper hat mehrere solcher Spannungsmomente parat, die werden vom Zwickauer Ensemble voll ausgereizt. Entsprechend belohnt viel Szenenapplaus die Akteure.
Die Spannung steigt. Gilda erfährt vom Mordkomplott ihres Vaters gegen den Herzog und beschließt, sich anstelle des immer noch geliebten Mannes zu opfern.
Voller befriedigter Rachegefühle empfängt Rigoletto den Leichsack mit dem vermeintlich toten Herzog, aber wer singt im Hintergrund „Oh, wie so trügerisch“? Der Absturz der Gefühle kann mit der Erkenntnis der Wahrheit kaum größer sein.
Mit langem und stürmischem Applaus feierte das Publikum die Premiere. Da schleicht sich auch ein Gefühl der Bangigkeit bei den Zwickauern ein: Der neue Intendant für die kommende Spielzeit hat praktisch das Ensemble aufgelöst, über 90 Prozent der Sängerinnen und Sänger erhielten keinen Vertrag für die kommende Spielzeit. Was wird, wenn auch alle Publikumslieblinge gleichzeitig gehen müssen?
Theo Stiegler

Rigoletto
Oper in dreiAkten


Text von Francesco Maria Piave
nach dem Versdrama „Le roi s‘amuse“ von Victor Hugo
Musik von Giuseppe Verdi
Deutsche Übersetzung von Johann Christoph Grünbaum

Musikalische Leitung GMD Georg Christoph Sandmann
Regie Wolfgang Dosch
Ausstattung Annabel von Berlichingen
Choreinstudierung Angela Händel
Dramaturgie Birgit Eckenweber
Studienleitung Martin Bargel
Musikalische Einstudierung Stefan Müller,
MD Reinhardt Naumann, Matthias Spindler
Regieassistenz Jens Herrmann
Inspizienz Anca Höppner
Souffleuse Karin Müller


Herzog von Mantua (Duca) Svetislav Stojanovic
Rigoletto Elmar Andree
G ilda, seine Tochter lnga-Britt Andersson
Sparafucile Hagen Erkrath
Maddalena, seine Schwester Silke Richter
Giovanna Christine Rosin
Graf von Monterone Hasso Wardeck
Marullo Michael Simmen
Matteo Borsa Thomas Löffler
Graf von Ceprano Reinhard Hein
Gräfin von Ceprano Judith Schubert
Ein Gerichtsdiener Detelin Tabakow
Ein Page Silke Jahn-Popov


Opernchor des Theaters Plauen-Zwickau
Statisterie des Theaters Plauen-Zwickau
Es spielt das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau.


Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 274114647.

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