Amtsübergabe an die neue Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Dr. Pia Findeiß am 14. August 2008


siehe auch Wahlergebnis


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Anlässlich der Amtsübergabe des Amtes an die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Frau Dr. Pia Findeiß, hielt die neue Chefin im Zwickauer Rathaus vor ihrer Antrittsrede als Oberbürgermeisterin eine Laudatio auf ihren Vorgänger Altoberbürgermeister Dietmar Vettermann. Im folgenden sind Wortlaute der Laudatio und der Antrittsrede im Originaltext, wie ihn das Pressebüro der Stadt Zwickau ausreichte, veröffentlicht.

Laudatio auf den Vorgänger


Feierliche Amtsübergabe 14. August 2008
- Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: 14. August 2008, 17.00 Uhr -

Lieber Dietmar Vettermann,
liebe Frau Vettermann,
verehrte Gäste!


Eine Laudatio auf Dich, Dietmar, zu halten, ist Freude und Bürde zugleich.
Es ist eine Freude, da man Dich und Dein Wirken guten Gewissens würdigen kann. Eine Bürde ist es, da man ja unweigerlich der Gefahr unterliegt, eine vorgezogene Grabesrede zu halten – was auf Dich nun gleich überhaupt nicht passt.
Und schon die Bezeichnung „Alt-Oberbürgermeister“ erscheint mir kaum zutreffend. Denn wenn Du mit Deinen 51 Jahren „alt“ bist, wäre ich mit meinen 52 Jahren ja die „Noch-Ältere-Oberbürgermeisterin“.

Ich will daher versuchen, mit vier Punkten Dich und Deine Arbeit zu umreißen. Und natürlich sehe ich dabei nicht nur den Zeitraum von 2001 bis 2008, sondern die gesamte Phase Deiner Arbeit, beginnend ab 1990.

Ich glaube das Erste, was man würdigen muss, ist, dass Du Dich stets den Aufgaben gestellt hast, die sich Dir stellten. Du hast eben nicht gefragt, was die Stadt für Dich tun kann. Dein Ansatz war es, etwas für Zwickau zu tun.
Und vielleicht spielte dabei das alte Bergmannsmotto eine Rolle, das Du von zu Hause kanntest: „Geht nicht, gibt’s nicht!“
Das war schon 1990 der Fall, als Du – gerade 32 Jahre alt – eher ungeplant Umweltbürgermeister wurdest. Das war 1992 der Fall, als Du zum Haupt- und Finanzdezernenten „umschulen“ musstest. Das war 1993 der Fall, als Du Baubürgermeister wurdest. Und das war letzten Endes 2000 der Fall, als Du zum OB-Kandidaten gekürt wurdest. Du hattest das Amt des Oberbürgermeisters ursprünglich nicht angestrebt. Du hast Dich dann zur Kandidatur bereit erklärt als es darum ging, einen Nachfolger für Rainer Eichhorn zu finden.

Das zweite, was Dich auszeichnete, war eine besondere Form der – lassen Sie mich sagen „Sturheit“ – womit ich offen zum Ausdruck bringen möchte, dass wir oder zumindestens ich manchmal auch ins Grübeln kamen.
So war ich überrascht, als Du gegen Professor Milbradt um den Parteivorsitz der sächsischen Union angetreten bist. Ich war ebenfalls überrascht, als Du zuerst Dein Parteibuch ruhen ließest, um dann gänzlich auszutreten. In diesen Fällen waren Deine Entscheidungen erstaunlich festgefügt und unumstößlich. Und so gesprächsbereit Du sonst warst – in diesen Fällen zeigtest Du Dich beratungsresistent – stur eben.

Meine Damen und Herren,
in vielen Fällen offenbarte sich letzten Endes in dieser sturen Haltung auch eine Wertorientierung.
Dies war schon bei den genannten Beispielen der Fall. Dies kam aber auch bei anderen Begebenheiten zum Ausdruck, etwa wenn es darum ging, Wache auf dem Jüdischen Friedhof zu halten, um etwaige Anschläge im Keim zu unterbinden. Oder wenn es darum ging, Flagge gegen die Eröffnung des Büros des NPD-Abgeordneten zu zeigen, oder wenn es darum ging, sich eben nicht mit dem Krieg im Irak abzufinden, obwohl dies damals offizielle Parteilinie war.
Und es war eben auch hier eine Form von Sturheit, da sich Herr Vettermann eben nicht als erstes überlegte, was er davon hat oder welche persönlichen Konsequenzen dies haben könnte.

Der dritte Wesenszug, den ich nennen möchte, ist ein großes Maß an Menschlichkeit, das sich ganz unterschiedlich zeigte.
So gab es, gerade in den letzten Jahren, bekanntermaßen eine Menge kritischer Situationen. Phasen, in denen Du politisch angegriffen wurdest, oder in denen wichtige Projekte zu scheitern drohten.
Es spricht für Dich, dass Du Deine Umwelt diesen Ärger nicht hast spüren lassen. Und selbst in den schwierigen Momenten war diese Menschlichkeit noch gepaart mit dem Dir eigenen Humor.
Diese Menschlichkeit zeigte sich aber eben auch am alltäglichen Verhalten. Ich glaube kaum, dass es Menschen gibt, denen Du erforderlichenfalls nicht ein offenes Ohr geschenkt hättest. Selbst abends auf dem Nachhauseweg oder zu Hause am privaten Telefon standest Du im Zweifelsfall noch Rede und Antwort.
Und sie zeigte sich gerade in der alltäglichen Arbeit und Zusammenarbeit - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Rathaus können das bestätigen.

Viertens und zuletzt bleibt festzuhalten: Die Spuren, die Du in Zwickau hinterlassen hast, sind unübersehbar.
Es gibt wohl nur wenige Bauwerke, die in den letzten Jahren entstanden sind, wo Du nicht beteiligt warst – sicher, das eine Mal mehr, das andere mal weniger.
Wir kennen die Beispiele, wie •
das Glück-Auf-Center, •
das Kornmarkt-Areal, •
die Straßenbahn und der Regiosprinter, •
den Alten Gasometer, •
das Johannisbad, •
die Stadthalle oder •
die Zwickau Arcaden.

Und auch in Deiner Zeit als Oberbürgermeister konnten in unserer Stadt einige bemerkenswerte Projekte vollendet und begonnen werden. Exemplarisch ist zu verweisen auf die Priesterhäuser, die Umgehungsstraße Neuplanitz, die neue Straßenbahntrasse, die Freigabe des Schlobigplatzes, das August Horch Museum, die Pölbitzer Brücke oder eben den „B 93-Tunnel“.
Angesichts dieser Projekte ist es vielleicht kein Wunder, dass Zwickau während Deiner Amtszeit als OB verschiedenste Preise bei Wettbewerben erhielt, die allzu schnell in Vergessenheit geraten sind:


zum Beispiel die Auszeichnung beim 4. Sächsischen Wettbewerb „Gärten in der Stadt“ für die Neugestaltung des Schlobigparks, •
der Preis beim 13. ADAC-Wettbewerb für Städte und Gemeinden 2001 „Erreichbarkeit von Zentren und Innenstädten“, •
der 3. Preis im „Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost“ (bei über 200 Teilnehmerstädten), •
nicht zu vergessen die Bronzeplakette im Wettbewerb „Leben in historischen Ortskernen“ für ihren Beitrag „Zentrumsnahe Nordvorstadt am Johannisbad – Gestern zum Abriss vorgesehen – Heute den Bestand gerettet – Morgen ein Stadtteil mit Zukunft“, •
der Preis „Soziale Stadt 2004“, oder •
die Auszeichnung bei „Ab in die Mitte“.
Ich denke, dass diese Preise beispielhaft die Entwicklung unserer Stadt belegen, an der eben Du maßgeblichen Anteil hattest.


Insofern müssen und wollen wir heute Dank sagen: •
Danke für Deinen mehr als 18 Jahre langen Einsatz in und für Dein und unser Zwickau, •
Danke, dass Du Dich nicht zurückgelehnt, sondern an Stellen gestellt hast, wo Du zur Zielscheibe von Kritik werden konntest, •
Danke für die Projekte, die Zwickau nachhaltig lebens- und liebenswerter gestalteten und •
Danke für die Zusammenarbeit, die uns beide immerhin 14 Jahre verband.
Und wenn es ans Danksagen geht, darf man nicht diejenige und diejenigen vergessen, die im Hintergrund standen, um Herrn Vettermann zur Seite zu stehen: Frau Vettermann, ich denke, dass gerade Sie – und sicher auch Ihre vier Kinder – ebenfalls einen großen Anteil an dem Engagement Ihres Mannes bzw. Ihres Vaters haben. Denn jeder, der solche Ämter ausübt, weiß, wie wichtig es ist, ein funktionierendes Zuhause zu haben, das als Refugium dient, wo man ganz man selbst sein kann und wo man Ratgeber findet, die eben nicht auf eigene Vorteile achten oder Posten wollen.
Insofern danke ich auch Ihnen, Frau Vettermann, sowie Ihnen, Raphael, Gabriel, Michaela und Angelika.

Ich wünsche Dir, Dietmar, und Ihnen, Frau Vettermann, alles Gute. Ich bin sicher, dass Sie sich in Dänemark gut einleben werden und es zu einem guten Teil wahrscheinlich schon gemacht haben. Und ich gehe davon aus, dass es nicht Zufall ist, dass die großen Fenster des Vettermannschen Hauses den Blick nach Deutschland öffnen.
Denn eines sei versichert: Du wirst in Zwickau immer herzlich willkommen sein!


Antrittsrede Dr. Pia Findeiß


Feierliche Amtsübergabe 14. August 2008
- Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: 14. August 2008, 17.00 Uhr -

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
sehr verehrte Gäste,

ich stehe heute am Beginn einer spannenden Zeit, die Wählerinnen und Wähler haben mir für sieben Jahre das Vertrauen gegeben, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau zu sein und damit habe ich als Vorsitzende des Stadtrates, als Chefin der Stadtverwaltung und als Vertreterin der Stadt in unterschiedlichen Gremien die Chance, die Entwicklung meiner Heimatstadt maßgeblich mit zu beeinflussen. Darauf bin ich sehr stolz.

Viel hat sich im Antlitz unserer Stadt seit der gesellschaftlichen Wende 1989/90 verändert. Der politische Alltag unseres gesellschaftlichen Lebens, von einer Bevormundungsgesellschaft zu einer Demokratie, ist selbstverständlich geworden.
Jeder, der mit offenen Augen durch Zwickau geht und nicht die Probleme der Vergangenheit verdrängt hat, wird mit Veränderungen konfrontiert, die sicherlich in den meisten Fällen positiv zu bewerten sind. Dieser spezifischen Zwickauer Entwicklung haben meine Vorgänger Rainer Eichhorn und Dietmar Vettermann ihren Stempel aufgedrückt. Dafür spreche ich ihnen ausdrücklich Hochachtung und Anerkennung aus.

Das beginnt beim äußeren Stadtbild – besonders augenscheinlich am Zustand der meisten historischen Gebäude – setzt sich fort bei der Größenordnung des vorhandenen Straßensystems in und um Zwickau herum – beispielhaft nenne ich die B 93 einschließlich des innerstädtischen Tunnels – mit einer enormen Verbesserung des Wohnungsangebotes und der Wohnverhältnisse – und dies sowohl in den Plattenbauten als in Jugendstilhäusern – in dem mit einem auf allen Ebenen entwickelten Einkaufsnetz – von den Arcaden bis zum Glück Auf Center – bis zu einer Umweltsituation, die nichts mehr mit dem Begriff „Rußzwigge“ zu tun hat.

Der alte Industriestandort Zwickau von Kokereien, Textilbetrieben, Maschinenbau, Chemie- und Pharmazieindustrie bis hin zur Trabi-Produktion hat den Umbruch in einen modernen Industriestandort mit Betrieben wie Cray Valley, Automotiv, HQM-Sachsenring, Johnson Control, Gilette, FES, Gelenkwelle Mosel, VEM Thurm, viele andere und nicht zuletzt Volkswagen Sachsen geschafft.

Zwickau bietet ca. 44.870 Arbeitsplätze und davon ca. 15.250 im produzierenden Bereich. Eine vergleichende Betrachtung der Gehälter in Sachsen kam erst im vergangen Monat zum Ergebnis, dass in Zwickau am meisten verdient wird, durchschnittlich 30.930 € jährlich je Arbeitnehmer, das liegt immerhin 7.500 € über dem niedrigsten sächsischen Wert und 4.249 € über dem sächsischen Durchschnitt.

In unseren Mauern hat sich die Westsächsische Hochschule zu einer modernen Bildungs- und Forschungseinrichtung entwickelt.

Das Alltagsleben unserer Bürgerinnen und Bürger mit seinen sozialen, kulturellen und sportlichen Angeboten kann sich längst mit vielen Regionen Deutschlands messen.

Die Krankenhäuser in Zwickau entsprechen mondernsten Anforderungen. Alle Pflegeheime sind saniert oder neu gebaut. Endlich wurden auch für behinderte Menschen Rahmenbedingungen geschaffen, die eine gezielte Förderung und ein selbstgestaltbares Leben ermöglichen. Bedarfsgerechte Angebote an Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und spezifischen Erziehungshilfen sind zu Selbstverständlichkeiten geworden.

Die kulturellen und sportlichen Angebote konnten durch veränderte Organisationsformen und räumliche Bedingungen eine neue Qualität erreichen. Was wäre Zwickau ohne den Alten Gasometer, die Stadthalle, das August Horch Museum, das Johannisbad, die Priesterhäuser, die Freibäder, die neuen Sport- und Freizeitplätze und Sporthallen, das Robert-Schumann-Haus, die Kunstsammlungen, die Ratsschulbibliothek, das Theater, die Galerie am Domhof, das Robert-Schumann-Konservatorium und, und, und...? Was wäre Zwickau ohne seine liebenswerten und engagierten Menschen, ohne seine Vereine und Verbände? Die Menschen wollen und sollen, in der Zeit, die ihnen gegeben ist, richtig leben und sich nicht verkriechen. Das heißt: Verantwortung zu übernehmen und Liebe geben und sie annehmen und sich sozial engagieren. Etwas weitergeben von sich selbst – vielleicht Güte oder Weisheit. So hat es sinngemäß die Schriftstellerin Ingrid Noll zum Ausdruck gebracht. Unser Zwickau bietet für solche Lebenseinstellungen Räume und Chancen.

Nun darf ich diesen erfolgreichen Zwickauer Weg fortsetzen und meinen Stempel aufdrücken.

Meine Vita ist allgemein bekannt. Ich entstamme, was für eine echte Zwickauerin nicht untypisch ist, einer Bergarbeiterfamilie. Die 34 Jahre, die ich in der DDR verbracht habe, war ich nicht im Widerstand. Ich habe mein berufliches und privates Leben an humanistischen Werten ausgerichtet.

Ich bin bereit unter Beweis zu stellen, dass ich das Selbstbewusstsein, den Willen, die Kompetenz und die geistige und körperliche Fitness besitze, um den erfolgreichen Zwickauer Weg fortzusetzen.
Ich stehe für sach- und fachkundige Problemlösungen und vor allem zu vernünftigen. Uns bringen nur nachhaltige Entscheidungen im Interesse der Allgemeinheit voran. Aktionismus und Lobbyismus schaden dieser Stadt. Mir geht es nicht um Eigennutz, sondern um das Beste für diese Stadt. Versprechen werde ich das, was ich auch halten kann. Realitätssinn erlaubt und erfordert selbstverständlich auch Visionen. Kreativ ist aber nicht der, welcher seiner Phantasie freien Lauf lässt, sondern derjenige, dem es gelingt, Beschränkungen und Rahmenbedingungen in Steigerungsbedingungen zu verwandeln, so hat es Professor Norbert Bolz von der TU Berlin formuliert.
Kritik ist vor allem auch in der politischen Arbeit notwendig, sie sollte jedoch sachlich und wahrheitsgemäß sein. Den eigenen Anteil am Erfolg, aber auch am Misserfolg sollte ein Kommunalpolitiker realistisch einschätzen, sonst wird dies der Wähler tun.

Kommunale Demokratie heißt, dass die von der Bürgerschaft gewählten Stadträte und der Oberbürgermeister in Vertretung dieser Bürgerschaft die Geschicke der Stadt für eine bestimmte Zeit leiten und lenken. Ich habe den Eindruck, dass die Zwickauer zunehmend das Vertrauen in unsere kommunale Demokratie verlieren, was die Beteiligungen an den letzten Wahlen belegen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren Stadträte, lassen sie uns gemeinsam das Vertrauen in die kommunale Demokratie mit Leidenschaft und Augenmaß in Verbindung mit Geduld und Verantwortungsethik zurückerobern und den erfolgreichen Zwickauer Weg fortsetzen.

Für diesen Weg sehe ich in den nächsten Jahren unter anderem folgende Schwertpunkte:

Die Stadtentwicklung muss wieder in das Zentrum politischer Entscheidungen rücken. Nur aus der Gesamtsicht (Grundsatzziel) der städtischen Entwicklung lassen sich für die Einzelbereiche – wie Wirtschaft, Verkehrsinfrastruktur, Bildung, Wohnen, Soziales, Kultur und Sport – spezifische Ziele ableiten. Das Grundsatzziel ist für mich: Ein starkes Zwickau in einem dynamischen Landkreis bzw. einer dynamischen Region!
D. h. Zwickau ist als Oberzentrum und Kreisstadt, als Wirtschaftsstandort, Kultur- und Bildungszentrum weiter auszugestalten und die guten Ausgangsbedingungen in der Stadt, im Landkreis und in der Region sind durch Vernetzungen und Kooperationen zu nutzen.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem im produzierenden Gewerbe durch persönliche Einflussnahme auf die Gewinnung von potenten Investoren und den gezielten Abbau von bürokratischen Hemmnissen wird Chefsache sein, auch wenn der Stadtrat dieses Ressort einem Bürgermeister zugeordnet hat. Investorenbetreuung, Behörden- und Fördermittelmanagement und die Bestandspflege bestehender Unternehmen soll aus einem Guss sein. Die Strukturen, die dafür notwendig sind, müssen in Zwickau erst noch geschaffen werden.
Durch die hohe Verdichtung in unserer Region und die Verknappung von Flächen für Großansiedlungen ist die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden des Landkreises unverzichtbar.


Wichtig für Zwickau, für Wirtschaftsansiedlungen und die Entlastung des innerstädtischen Verkehrs, ist die Realisierung des Straßentangentensystems um die Stadt herum mit den Verbindungen zwischen den beiden Bundesautobahnen.
Im innerstädtischen Bereich ist im Rahmen der Wirtschaftsförderung eine weitere direkte Anbindung an die B 93 im Zwickauer Norden notwendig.
Das Abhängen der Stadt vom überregionalen Bahnsystem muss gestoppt werden.
Die Sanierung innerstädtischer Straßen und des Fußwegenetzes muss ständige Aufgabe sein. Die ÖPNV-Ausgestaltung und der Ausbau des Radwegenetzes bekommen im Rahmen der steigenden Energiepreise eine besondere Bedeutung.


Die Kinder von heute sind die Fachkräfte von morgen. Dieser Slogan schließt ein, dass Bildung bereits in der Kindertagesstätte beginnt, welche über die Regelschulen, Berufsausbildung, Hochschulstudium bis hin zur Erwachsenenqualifizierung reicht. Qualitativ hochwertige Bildung ist ein wesentlicher Standortfaktor auch unter der Prämisse, dass wir bereits schon jetzt Fachkräftemangel haben. Wichtigste Aufgabe für die Stadt ist die Fortführung der notwendigen Schulgebäudesanierungen.

Die Angebote der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Zwickau sind durch Vernetzungen für die Bürgerinnen und Bürger transparenter und effektiver zu gestalten.
Das Schloss Osterstein wird nach seiner Fertigstellung eines der modernsten stationären Pflegeinrichtungen in Europa, das Bewohnerzimmer der Zukunft wird in Zwickau sein.
Die engere Zusammenarbeit zwischen der Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH und dem Heinrich-Braun-Klinikum und den Umlandkrankenhäusern soll im Interesse der Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaftlichkeit der Häuser realisiert werden.

Die Stadt Zwickau hat ein abwechslungsreiches Kultur- und Kunstangebot vorzuweisen. Hier kann man teils mit recht sagen: „Wir sind erstklassig!“


Eine Stadt vermarktet sich heute durch Gefühle. Dabei sind die kulturhistorische Identität (Dom, Kirchen, Priesterhäuser, Schloss Osterstein, Ratsschulbibliothek, Robert-Schumann-Haus und -Konservatorium, Johannisbad, Kornhaus, Jugendstilviertel u.v.a.), die mit Zwickau verbundenen Persönlichkeiten (neben Robert Schumann und August Horch eben auch Caroline Neuber, Max Pechstein, Gerd Fröbe, Heinrich Braun, Fabrikantenfamilien oder Martin Luther, Thomas Müntzer, Hermann Gocht, August Bebel u.a.) und Veranstaltungen (Robert-Schumann-Jahr 2010, Kultur- und Sporthöhepunkte, Wettbewerbe, freie Kulturaktivitäten, regelmäßige Veranstaltungshöhepunkte u. a.) zielgerichteter einzubeziehen.
Einen Ausbau des Angebotes in der Erweiterung der Kunstsammlungen um ein Max-Pechstein-Museum wir unsere Stadt aufwerten und die entsprechende Würdigung des Zwickauer Künstlers ermöglichen.
Die Verlagerung der Bibliothek in das Kornhaus ist bereits politischer Wille und soll nun umgesetzt werden.

Über 12.000 Bürgerinnen und Bürger sind in Vereinen sportlich aktiv. Das ist besonders für die Kinder- und Jugendarbeit, Gesundheitsförderung, die soziale Kommunikation und die Imagesteigerung unserer Stadt durch Spitzenleistungen erfreulich. Sportler brauchen aber auch Räume. Der Bau einer 50-m Schwimmhalle, die Sanierung des Stadions und der Ausbau einer Sporthalle für ca. 1.500 Zuschauer sollte bei entsprechenden Fördermittelvoraussetzungen und kommunalen Haushaltsmöglichkeiten in Angriff genommen werden.


In den meisten Gebieten können wir stolz auf unser Stadtbild sein. Einige Wohn-, Industrie- und Gewerbebrachen verschandeln jedoch den Gesamteindruck. Untätigkeit in diesem Bereich dürfen wir nicht akzeptieren. Hier sollten wir gemeinsam aufräumen und Ordnung schaffen.


Mit dem Verlust der Kreisfreiheit werden Ende dieses Jahres ca. 250 Mitarbeiter in die Kreisverwaltung wechseln. Die Stadtverwaltung muss neu strukturiert werden. Fachkompetenz, Bürgerfreundlichkeit und Effizienz sollen dabei im Vordergrund stehen. Die Stadt ist wieder Kreissitz und damit Verwaltungszentrum auch für den Landkreis.
Die Stadtverwaltung wird mit der Sanierung des Rathauses und angrenzender Gebäude in das Stadtzentrum ziehen. Das ist ein wichtiger Faktor im Rahmen der Innenstadtbelebung.
Verwaltungen sind Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger. Die Rahmenbedingungen – ÖPNV-Anbindungen, behindertengerechte Zugänge, Parkplätze – sind in deren Interesse zu gestalten.

Wenn es uns gemeinsam gelingt, Zwickau noch lebens- und liebenswerter und attraktiver zu gestalten, werden die Menschen hier bleiben.

Meine sehr verehrten Damen und Herren Stadträte, liebe Bürgerinnen und Bürger, sehr verehrte Damen und Herren lassen sie uns gemeinsam mit Herz und Verstand die Zukunft unserer Stadt Zwickau gestalten!

In diesem Sinne ein herzliches Glück Auf!

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