Aus dem Rathaus in Zwickau OB Dietmar Vettermann

siehe aktuell 2007 - Oberbürgermeister Vettermann verzichtet vorzeitig auf Kandidatur 2008

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Dietmar Vettermann ist ab 1. August 2001 für sieben Jahre Herr im Zwickauer Rathaus. Foto: Theo Stiegler

Zwickau mit Leben erfüllen

Zwickau - 2001. Am 1. August übernimmt der Christdemokrat Dietmar Vettermann das höchste Amt der Stadt Zwickau: Oberbürgermeister Rainer Eichhorn übergibt die Schlüssel vom Zwickauer Rathaus an den neu gewählten Oberbürgermeister Dietmar Vettermann. Für sieben Jahre haben die Zwickauer Wähler Vettermann die Amtsgeschäfte anvertraut.

Gefühl der Erleichterung

Wie fühlt sich ein neu gewählter Oberbürgermeister? Da war zunächst ein großes Gefühl der Erleichterung. Erleichtert zunächst vom langen Wahlkampfmarathon. Der hatte lange vor der Zeit begonnen. Schließlich galt es zunächst die innerparteilichen Mehrheiten zu gewinnen. Und schon im November gab es eine Vorentscheidung, als Dietmar Vettermann sich gegen seinen Mitbewerber Frank Seidel als Kandidat der CDU für das Amt des Oberbürgermeisters durchsetzte. Noch lange Zeit waren sich auch breite Kreise innerhalb der CDU nicht im Klaren, ob sich der ehrgeizige Seidel nicht doch noch als Einzelbewerber auf den Weg machen würde, was wahrscheinlich den Christdemokraten am Ende den Stuhl des Oberbürgermeisters gekostet hätte. Auch die ungewöhnlich aggressiven Attacken der Sozialisten in den letzten 14 Tagen vor der entscheidenden Wahl, die bei einem angestrebten Bündnis mit den Sozialdemokraten einen Dietmar Vettermann gänzlich aus dem Rathaus entfernen wollten, haben Vettermann überrascht und emotional zugesetzt.

Familie zieht mit

Dietmar Vettermann hat mit der Unterstützung seiner Freunde und vor allem auch seiner Familie die Zeit durchgestanden. Auf seinem Schreibtisch, noch in der Stube des Baubürgermeisters, hat sich der neue Oberbürgermeister einen Zeitungsausschnitt eingerahmt: Seine Söhne strahlen beim Abbau der Wahlkampfwerbung, die sie gemeinsam mit den Papa vor der Wahl angebracht hatten. "Beim Anbringen bin ich mit vielen Bürgern in den Stadtteilen ins Gespräch gekommen", sagt Vettermann. Das sei wahrscheinlich oft von größerem Nutzen als das Plakat selber gewesen, sagt der Wahlsieger.

Neue Aufgaben

Jetzt gilt es, neue Aufgaben anzugehen. Da kommt die zweite Seite der Gefühle, die Vettermann am Wahlabend überkamen: Seit Anfang der neunziger Jahre ist Dietmar Vettermann in der Rathausriege. Als Finanzbürgermeister und seit 1993 als Baubürgermeister hat er auch schon öfter den Oberbürgermeister vertreten müssen. Der Neue weiß, was auf ihn zukommt. Auch hilft dem Vater von vier Kindern die Unterstützung der Familie. Seine Frau war eine seiner ersten Gratulantinnen am Wahlabend.

Teamwork

Nun rechnet Vettermann auf die Unterstützung der Zwickauer Verwaltung mit immerhin etwa 2000 Mitarbeitern. Zunächst will er sich mit seiner neuen Umgebung befreunden. Die Stabsabteilung hinter dem Oberbürgermeister gilt es zu motivieren und dabei auch für neue Aufgabenfelder zu begeistern. Schließlich ist eines der Wahlversprechen gewesen: Das Rathaus wird offener für die Bürger. Dazu hat Vettermann die Aufgaben eines Dienstleistungsunternehmens für die Bürger im Auge.

Dienstleistung
am Bürger

Dienstleistungen werden nachgefragt, wenn die Bürger Zeit haben. Der Berufspendler aus Zwickau nach Hof als Beispiel muss die Verwaltung aufsuchen können, wenn er Zeit hat. Das ist Freitag abend oder auch sonnabends. Also muss er in dieser Zeit auch ein Auto anmelden können, einen Wohnungswechsel anzeigen oder auch mit einem städtischen Angestellten über seine Müllgebühren diskutieren können. Natürlich erfordere das erst mal eine Menge Arbeit in der Vorbereitung, weiß der neue Oberbürgermeister. Keinesfalls heiße dies, dass alle Ämter am Sonnabend arbeiten müssten. Ein Servicepunkt im Rathaus soll die Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung herstellen, was dort alles geht, und was nicht, das herauszufinden ist Aufgabe der Zukunft. Und: "Für alles brauchen wir die Zustimmung im Stadtrat", kennt Vettermann das Spiel der Kräfte in der Demokratie. Allerdings mit klaren und bürgerfreundlichen Vorhaben sei schon mal die halbe Miete gewonnen.

Das Ohr an
der Masse

Das Ohr an der Basis, das will Vettermann weit offen halten: Das heißt zunächst eine Bürgersprechstunde im Rathaus jeden Monat wird eingerichtet. Jeder kann vor zum Oberbürgermeister, verspricht Vettermann. Dazu kommen regelmäßige Versammlungen in den einzelnen Stadtteilen der Stadt Zwickau. Die will er auf jeden Fall konsequent und gleichberechtigt durchziehen. Die Stadt Zwickau hat in den letzten zehn Jahren eine beeindruckende Verjüngungskur erfahren. Der Hauptmarkt strahlt in den frischen Fassaden seiner schönen alten Bürgerhäuser. Nun kommt es darauf an, die Stadt mit Leben zu erfüllen. Dietmar Vettermann weiß um die Konkurrenz der Städte um Kunden und Gäste, sieht Chemnitz, Plauen, Gera, die sich anschicken mit attraktiven Angeboten zu werben.

Für eine attraktive Stadt Zwickau

Nachdem er in seinem Wahlprogramm verkündet hatte, mehr für die Belebung der Stadt tun zu wollen, haben sich auch schon eine Menge Leute eingefunden, die ihre Mithilfe anbieten. Beeindruckt hat Vettermann, was der Tag der Sachsen in Zwickau bewirkt hat. "Ein Höhepunkt wie der Tag der Sachsen muss jährlich her³, findet der neue OB. Auch sieht Vettermann mit Freude auf die Erfolge der Stadthalle. Die entwickelt Zugkraft und das strahlt auf die gesamte Stadt und die Region aus. Mit Interesse verfolge er, sagt Vettermann: Seit die Arcaden die Innenstadt beleben, haben auch viele Einzelhändler erkannt, dass mehr Angebote auch zu ihrem Vorteil und keinesfalls zum Nachteil sind, mehr Kunden kommen, wenn viele Angebote locken. Bedenken wegen der Arcaden habe er nur so lange gehört, wie sie noch nicht geöffnet hatten.

Schritte in die
richtige Richtung

Als einen weiteren Schritt in die richtige Richtung könnte sich Vettermann vorstellen, dass die Zwickauer Innenstadt endlich eine einheitliche Öffnungszeit bis 19 Uhr oder 20 Uhr den Kunden anbietet. Handel sei ebenfalls eine Dienstleistung, die muss der Kunde angeboten bekommen, wann er Zeit hat und nicht wenn er an Schreibtischen oder Werkbänken, am Computer oder vor Messgeräten seinen Job nachgehen muss.

Ausstrahlung
verstärken

Da wäre eine Initiative aller Interessierten angebracht: Händler, Gastronomen gilt es zu gewinnen, an der Belebung der Stadt Zwickau mitzuarbeiten. Veranstaltungen, Öffnungszeiten, Freundlichkeit des Verkaufspersonals, eine positive Ausstrahlung der Stadt, da seien noch viele Möglichkeiten offen, die es zu erschließen gilt. Ohne dieMotivation der Beteiligten geht das nicht. Wer, wenn nicht der Oberbürgermeister einer Großstadt, sollte da an der Spitze der Optimisten stehen und für eine attraktive Stadt werben, sagt der Neue. Eine weitere Art Werbung gelte es gegenüber Investoren zu betreiben. Der "rote Teppich³ beginnt im Rathaus. Vettermann kann sich vorstellen, dass Firmen mit Ansiedlungswillen in Zwickau alle verwaltungstechnischen Hindernisse aus dem Weg geräumt bekommen. Da könnten beispielsweise Kompetenzen aus dem Baudezernat in die Wirtschaftsförderung verlagert werden, Bauanträge und Grundstückssuche wesentlich vereinfacht werden, dem Investor Wege durch die Instanzen abgenommen werden.

Ressortgrenzen überwinden

Da seien momentan oft noch Ressortgrenzen im Weg, sagt der Nochbaubürgermeister Vettermann. Viele weitere brennende Probleme stehen zu Lösung an: Die Schulnetzplanung gelte es jetzt ohne dem Wahlkampf im Hinterkopf zu haben, gemeinsam mit allen Beteiligten einer Lösung zuzuführen. Eine attraktive Stadt braucht ihre weichen Standortfaktoren. Dazu gehört auch ein breites Kultur- und Bildungsangebot. Stadthalle und Theater, aber auch viele weitere Angebote sind in den letzten Jahren weiterentwickelt worden oder dazugekommen. Das schöne Johannisbad begeistert alle Gäste, die er hingeführt hat, da muss noch mehr geschehen, damit mehr Leute aus der Region als regelmäßige Gäste auf den Geschmack an dieser wunderbaren Einrichtung kommen. Eines der nächsten Projekte von denen sich das neue Stadtoberhaupt neue Zugwirkung verspricht, entsteht mit den Priesterhäusern als Museums- und Unterhaltungszentrum zwischen Domhof und Peter-Breuer-Straße: Wenn der Komplex fertig wird, müsse auch über die Peter-Breuer-Straße neu nachgedacht werden. Für einen Fußgänger- und Einkaufsboulevard sei es nicht gerade förderlich, wenn der auf beiden Seiten zugeparkt ist und Fußgänger beiseite springen müssen, um den Autos auszuweichen. Für die Erreichbarkeit der Innenstadt ist inzwischen mit den Parkhäusern und Tiefgarage gesorgt. Jetzt müsse an die Belebung der Straßen mit Menschen und nicht mit Autos gedacht werden. Theo Stiegler
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