Max-Pechstein:Zwickau eröffnet mit 50 Werken aus dem Schaffensleben des Künstlers ein Max-Pechstein-Museum

Nachfahren des Meisters reisen aus aller Welt an

- siehe auch Das Zwickauer Stadtarchiv - Termine in den städtischen Museen - „… Inn die Librareÿ zu Zwicka …“, Schätze aus 1200 Jahren Buchkunst - Frühere Ausstellung Max-Pechstein auf Reisen - Förderpreis Max-Pechstein für junge Künstler
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Die Familie Pechstein zur Eröffnung des Max Pechstein-Museums: von links Beate, 49, Stephan, 51, Melanie,19, Alexander, 75, Julia, 55, Rosemarie, 73, Oliver, 49, Dunja, 45. Im Hindergrund das Wandgemälde "Die Anbetung der heiligen drei Könige" von Max Pechstein aus dem Jahr 1917.

Foto: Theo Stiegler

Max-Pechstein:Zwickau eröffnet mit 50 Werken aus dem Schaffensleben des Künstlers ein Max-Pechstein-Museum

Nachfahren des Meisters reisen aus aller Welt an



ZWICKAU, am 12. März 2014 – Die Stadt Zwickau hat innerhalb des Städtischen Museums ein kleines aber feines neues Museum eröffnet: Das Max-Pechstein-Museum gibt mit seinen vier Räumen, die dem Expressionisten Max-Pechstein, 1881 bis 1955, gewidmet sind, nun den gesamten Kunstsammlungen der Stadt am Platz der Völkerfreundschaft seinen neuen Namen: Max-Pechstein-Museum.
Der Maler Max-Pechstein hatte lange Jahre ein gestörtes Verhältnis zu seiner Geburtsstadt, das lag wohl auch daran, dass der junge Pechstein einst den Zwickauer Oberbürgermeister um ein Förderstipendium gebeten hatte, und mit dem Wunsch damals auf taube Ohren stieß.
Max Pechstein hat auch so seinen Weg gemacht. Er studierte Malerei in Dresden und wurde Mitglied der bedeutenden Künstlergruppe „Die Brücke“. Nach den 2. Weltkrieg brachte die Stadt Zwickau ihr Verhältnis zu den inzwischen weltbekannten Maler in Ordnung und veranstaltete 1947 eine umfangreiche Max-Pechstein-Ausstellung. 1947 wurde der Maler auch zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt ernannt.

Alexander Pechstein, 75, als Familienoberhaupt hält seit vielen Jahren engen Kontakt mit der Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß. Aus ihrer Initiative resultiert ein stetiges Wachsen der Max-Pechstein-Sammlung.










Zur Feier der Museumseröffnung hatten Nachfahren des Malers weite Wege auf sich genommen, um dabei zu sein, wenn die neue Ausstellung mit Werken ihres Groß-, und Urgroßvaters von der Öffentlichkeit in Besitz genommen wurde.
Die Musiklehrerin Dunja Pechstein hatte wohl aus dem amerikanischen Boston die weiteste Anreise auf sich genommen.
Petra Lewey vom Museum weiß denn auch das Engagement der Familie zu würdigen: „Ohne die Unterstützung der Familie Pechstein wäre die Ausstellung nie möglich gewesen.“ Durch Leihgaben aus dem Familienbesitz an Bildern und vor allem auch aus der Korrespondenz des Künstlers wurde der Bestand, der noch zur Wende nur aus zwei Bildern bestand, auf nunmehr 50 Werke über die gesamte Schaffensperiode von Max-Pechstein aufgestockt. Die Bilder sind nun im Wesentlichen in vier Räumen ausgestellt. Angefangen von einem Jugendwerk im Stile des Realismus, der Geierwally, über Mosaiken und kunsthandwerklichen Arbeiten, Werken des Impressionismus bis hin zu seinen Spätwerken ist die Schaffenszeit des berühmten Sohnes der Stadt nun repräsentativ ausgestellt. Museumschefin Petra Lewey erzählt: „Wenn wir bei der Preisverleihung des Max-Pechstein-Förderpreises alle vier Jahre junge Künstler im Haus haben, dann höre ich des Öfteren erstaunte Eindrücke beim Anblick der späten Selbstporträts von Max-Pechstein, wie, „das ist ja geradezu Pop-Art“. Viele der jungen Künstler fänden in dem Malstil auch schon Ähnlichkeiten zur neuen Leipziger Schule, sagt die Kunsthistorikerin Lewey.
Der gesamte Bestand der Pechstein-Sammlung lässt nun den Kulturbürgermeister der Stadt davon träumen: „Der hier angesammelte Schatz lädt dazu ein, das Werk von Max-Pechstein wissenschaftlich auszubeuten!“ Meyer schwebt vor, weltweit Wissenschaftler zu Max-Pechstein-Symposien nach Zwickau einzuladen und eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Erbes anzukurbeln. Wie so was geht, beweist die Stadt seit vielen Jahren mit der Robert-Schumann-Gesellschaft.
Bei der Familie, die mit acht Mitgliedern zur Eröffnung gekommen war, rennt der Bürgermeister damit offene Türen ein.

Max Pechstein: Fischer







Auch die Oberbürgermeisterin Pia Findeiß, die sich seit vielen Jahren für die Einrichtung eines Max-Pechstein-Museums eingesetzt hat, freut sich auf kommende Aufgaben in der Max-Pechstein-Ehrung. Ursprünglich hatten die damalige Kulturbürgermeisterin und ihr Amtsleiter von einem Neubau für das Max-Pechstein-Museum geträumt, nun ist es eine repräsentative Ausstellung geworden und der Name strahlt für das gesamte Museum, das in diesen Tagen 100 Jahre alt wird, aus. Alexander Pechstein, 75, weiß das Erbe seines Großvaters in Zwickau in guten Händen: „Zwickau war immer unser Wunschkandidat für das Museum, damit geht ein lang gehegter Traum für uns in Erfüllung.“
Mit dem Max-Pechstein-Museum wird nun auch der dritte große Sohn der Muldestadt, nach August-Horch und Robert-Schumann mit einem eigenen Museum geehrt.

Theo Stiegler


Alexander Pechstein, 75, als Familienoberhaupt hält seit vielen Jahren engen Kontakt mit der Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß. Aus ihrer Initiative resultiert ein stetiges Wachsen der Max-Pechstein-Sammlung.

KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU
Max-Pechstein-Museum
Lessingstraße 1, 08058 Zwickau, Telefon 0375 834510,
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de
Internet: www.kunstsammlungen-zwickau.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr (Eintritt frei)

Der Eintritt sowohl zur Dauer- als auch zur Sonderausstellung ist frei.
Öffentliche Führungen und Veranstaltungen
innerhalb der Öffnungszeiten: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
außerhalb der Öffnungszeiten: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro


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