siehe auch 100 Jahre Albert-Museum in Zwickau - Städtischen Museen Zwickau heißen jetzt Max-Pechstein-Museum Veranstaltungen in den Städtischen Museen

Rezensionen aus der Zwickauer Kulturszene

Briefe von Max Pechstein an seinen Freund verraten intime Details aus dem Leben des berühmten Expressionisten

Enkelin Julia Pechstein: „Ich stelle mir vor, wie die beiden an der ligurischen Küste gemeinsam malen“


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„Ich kann mir gut vorstellen, wie die Freunde gemeinsam an der liturgischen Küste am Meer saßen und sich gegenseitig halfen, Tipps gaben und kritisierten. Kritik als Hilfe, besser zu werden“, sagt die Enkelin. Leider sei die Korrespondenz zwischen den Freunden nur einseitig vorhanden. „Die Antworten von Alexander Gerbig sind noch vor Kriegsende im Atelier meines Großvaters in Berlin verbrannt“, bedauert Julia Pechstein den Verlust. Fotos: Theo Stiegler


Briefe von Max Pechstein an seinen Freund verraten intime Details aus dem Leben des berühmten Expressionisten

Enkelin Julia Pechstein: „Ich stelle mir vor, wie die beiden an der ligurischen Küste gemeinsam malen“


ZWICKAU, im August 2014 – Das Zwickauer Max-Pechstein-Museum zeigt bis 2. November Briefe des Malers Max Pechstein (1881 - 1955), die der Künstler über 50 Jahre an seinen Freund und Malerkollegen und –freund Alexander Gerbig (1878 - 1948) geschrieben hat. Die Ausstellung heißt „Mein lieber Alex ... Dein alter Max“.
Max Pechsteins Enkelin Julia Pechstein (56) berichtet von ihren Eindrücken zu den Briefen: „Besonders berührt mich eine Stelle, an der mein Großvater an seinen Freund schreibt: ‚überlege es Dir nicht lange mein Lieber, sondern komme, und hilf, daß wir Monterosso von seinen Motiven entleeren“. 1924 verbrachten die Freunde eine gemeinsame Schaffenszeit in Monterosso al Mare an der ligurischen Küste Italiens.
120 Briefe ihres Großvaters an Gerbig hat das Zwickauer Museum kürzlich für über 200.000 Euro aus Privatbesitz erworben.
Ein Teil dieser Briefe und Postkarten, die Max Pechstein oft mit Skizzen und Aquarellen illustriert hat, ist nun in den Ausstellungsräumen zu sehen. Ausstellungskurator Wolfgang Knob hat die Briefe mit Bildern und Grafiken der beiden Künstlerfreunde zusammengestellt. Oft sagen die Briefe und die darauf festgehaltenen Skizzen viel zur Entstehungsgeschichte späterer Gemälde, offenbaren Gedanken über die beabsichtigten Inhalte.
Julia Pechstein zeigt auf eines der Bilder „Monterosso al Mare“ und schildert ihre Empfindungen: „Ich kann mir gut vorstellen, wie die Freunde gemeinsam an der liturgischen Küste am Meer saßen und sich gegenseitig halfen, Tipps gaben und kritisierten. Kritik als Hilfe, besser zu werden“, sagt die Enkelin. Leider sei die Korrespondenz zwischen den Freunden nur einseitig vorhanden. „Die Antworten von Alexander Gerbig sind noch vor Kriegsende im Atelier meines Großvaters in Berlin verbrannt“, bedauert Julia Pechstein den Verlust.
Während Max Pechstein in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer berühmter wurde, sei es um den Freund, der sich ins thüringische Suhl zurückgezogen hatte, leider immer stiller geworden, hat der Laudator Wolfgang Knob in seine Eröffnungsrede eingeflochten. Die Ausstellung zeigt nun auch eine umfangreiche Sammlung der Bilder von Alexander Gerbig.
Ihren berühmten Großvater hat die Apothekerin und Kunstliebhaberin Julia Pechstein nicht mehr persönlich kennen lernen dürfen. Sie berichtet in mehreren Vorträgen während der Ausstellung von ihren Eindrücken und Erinnerungen, die sie zum großen Teil den Berichten über das Leben von Max Pechstein ihrer Großmutter und ihres Vater verdankt.
Zu Hause, so die Erzählung ihrer Großmutter, sei Max Pechstein fast immer nur in Malerklamotten rumgelaufen. Die meiste Zeit habe das Arbeitstier Max Pechstein in seinem Atelier verbracht.
Viele der jetzt ausgestellten Briefe hat Julia Pechstein auch erst in jüngster Zeit kennen gelernt und freut sich über die neuen Eindrücke aus dem Leben ihres Großvaters, die sie aus den Zeilen, es gibt sie auch gedruckt in Transkription in einem Katalog, der zur Ausstellung erschienen ist, erfahren kann.
Begeistert zeigte Julia Pechstein nun zur Vernissage ihrerseits ihrer Studienfreundin Gesa Spintzik, ihre Freundschaft hält nun auch schon Jahrzehnte, bei einem Rundgang durch die Ausstellung mit den vielen intimen Details aus dem Leben ihres berühmten Großvaters.
Theo Stiegler

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