Rezensionen aus der Zwickauer Kulturszene

Zwickauer Kunstsammlungen zeigen Max Pechstein auf Reisen

Die Enkel des Brückekünstlers erinnern sich an ihren berühmten Vorfahren

Termine zur Ausstellung - Vorträge der Enkel von Max Pechstin

Hier geht´s zurück zur HOMEPAGE

In einer Schaffensperiode entstanden an den Moritzburger Teichen bei Dresden ganze Zyklen von Aktbildern. Bezogen auf diese Zeit schildert Max Pechsteins Enkelin eine verbriefte Episode. Die Künstlerkolonie war in das Visier der Schutzpolizei geraden. Auf ihr allzu freizügiges Tun angesprochen, mussten die Maler ihr Schaffen auf eine Insel verlegen, und konnten so den Klauen Ordnungsmacht zu entkommen. Max-Pechstein-Ausstellung in den Zwickauer Kunstsammlungen. Von links Petra Lewey von den Zwickauer Kunstsammlungen, Julia Pechstein und Alexander Pechstein. Enkelin Juia Pechstein schildert Erlebnisse ihres Großvater beim FKK-Baden in Dresden an den Moritzburger Teichen. Foto: Stiegler Fotos: Theo Stiegler


Zwickauer Kunstsammlungen zeigen Max Pechstein auf Reisen

Die Enkel des Brückekünstlers erinnern sich an ihren berühmten Vorfahren




ZWICKAU, am 9. Februar 2013 – „Max-Pechstein“, sagt seine Enkelin Julia Pechstein, „ist ohne seine Reisen nicht denkbar.“ Die Zwickauer Kunstsammlungen zeigen vom 9. Februar bis zum 12. Mai 2013 Bilder des in Zwickau geborenen Brückekünstlers Max-Pechstein unter dem Thema „Max Pechstein auf Reisen. Utopie und Wirklichkeit“. Zur Ausstellungseröffnung am Freitag waren auch die Enkel Julia und Alexander des Malers nach Zwickau gekommen. Die Familie des Malers steuert viele Exponate zur Ausstellung bei.
So zeigen die Kunstsammlungen im Rahmen dieser Ausstellung Bilder von Max Pechstein, die noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Eines der neu gezeigten Gemälde ist das Gemälde „Lotte mit Kopftuch“, das die erste Ehefrau des Künstlers zeigt. Das Bild wird von den Kennern wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Enkel Alexander Pechsteins und seiner Großmutter besonders erwähnt.



Die Enkel von Max Pechstein Julia Pechstein und Alexander Pechstein sind zur Ausstellungseröffnung von Hamburg nach Zwickau gekommen. Vor dem Bild der Großmutter von Alexander Pechstein, gemalt in den zwanziger Jahren, wird die Ähnlichkeit des Enkels mit seiner Vorfahrin deutlich. Das Gemälde „Lotte mit Kopftuch“, das die erste Ehefrau des Künstlers zeigt, wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.






Immer wieder, so die Kuratorin der Ausstellung, Ina Ewers-Schultz, zog es den Künstler in die freie Natur. In einer Schaffensperiode entstanden an den Moritzburger Teichen bei Dresden ganze Zyklen von Aktbildern. Bezogen auf diese Zeit schildert Max Pechsteins Enkelin eine verbriefte Episode. Die Künstlerkolonie war in das Visier der Schutzpolizei geraden. Auf ihr allzu freizügiges Tun angesprochen, mussten die Maler ihr Schaffen auf eine Insel verlegen, und konnten so den Klauen Ordnungsmacht zu entkommen.
Viele Reiseskizzen und Seiten aus den Reisetagebücherbüchern, die erstmals zu sehen sind, lassen die Reisewege des Künstlers nachvollziehen. Die kurische Nehrung, Pommern, die Ostsee, Italien und die Südsee, ziehen in farbigen Bildern eindrucksvoll an den Ausstellungsbesuchern vorüber. Der Betrachter wird von der Anziehungskraft der Bilder erfasst. Ob stille Landschaften mit Meer oder belebte Szenen von Badenden oder Fischern mit Netzen immer beeindruckt die Nähe des Malers zur Natur, die auch in flüchtigen Skizzen hervortritt.
Besondere Eindrücke kündigen sich durch Vorträge der Enkel am 3. März, 15 Uhr mit der „Lesereise mit Julia Pechstein, der Enkelin des Künstlers an, sie liest aus den Erinnerungen ihres Großvaters und präsentiert die historischen Reiseorte. Am 10. April, 18 Uhr spricht Alexander Pechstein zum Thema „Ein Enkel erinnert sich“. Alexander Pechstein gilt als besonderer Kenner des Werks seines Großvaters und berichtet in seinen persönlichen Erinnerungen an „Maxe“ über das bewegte Leben des berühmten Expressionisten.

Theo Stiegler

Begleitprogramm zur Ausstellung: Max Pechstein auf Reisen – Utopie und Wirklichkeit

AM SONNTAG, 24. FEBRUAR 2013 15 Uhr

„Max Pechstein und die Moderne“


Vortrag vom Prof. Dr. Aya Soika
(Verfasserin des Werksverzeichnisses der Ölgemälde von Max Pechstein)
Kunstsammlungen, Lessingstraße 1
Info:
Was war Pechsteins Rolle innerhalb einer deutschen Klassischen Moderne? Diese Frage soll sowohl im historischen Kontext der zeitgenössischen Wahrnehmung als auch rückblickend beantwortet werden. Max Pechstein wird in der zeitgenössischen Rezeption bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten durchweg als ein bedeutender Vorreiter der Moderne gewürdigt. Er gilt nicht nur als Führer der Künstlergemeinschaft Brücke, der er bis Mai 1912 als Mitglied angehört, sondern auch als der wichtigste Vertreter der Neuen Secession und als bedeutender Repräsentant des Expressionismus. Entgegen der weitverbreiteten Vorstellung, dass die Moderne durchweg vernichtend kritisiert worden sei, zeichnet sich Pechsteins künstlerische Position seit Anfang der 1910er Jahre durch Erfolg und Anerkennung aus. Der Kunstkritiker Max Deri sieht in Pechstein „den stärksten Vorläufer“ der neuen Kunstrichtung. 1914 bezeichnet Wilhelm Hausenstein ihn als den „Begabtesten“ unter den Expressionisten.

Medieninfo Nr. 051 vom 14. Februar 2013


SONNTAG, 3. MÄRZ 2013

Mit der Bitte um Veröffentlichung
15 Uhr
Begleitprogramm zur Ausstellung: Max Pechstein auf Reisen – Utopie und Wirklichkeit
MUSEUMSSALON: Lesereise mit Julia Pechstein (Hamburg), der Enkelin des Künstlers.

Erinnerungen ihres Großvaters und Präsentation der historischen Reiseorte


Kunstsammlungen, Lessingstraße 1
Info:
Eine besondere Veranstaltung zur Ausstellung ist diese Lesereise mit Julia Pechstein. Die Enkelin des Künstlers liest aus den Erinnerungen ihres Großvaters und präsentiert die historischen Reiseorte – mit musikalischer Begleitung und anschließendem Picknick.
Mit Voranmeldung und Kartenvorverkauf! Die Karten für den Museumssalon sind ab sofort an der Museumskasse der Kunstsammlungen Zwickau, Lessingstraße 1 erhältlich. Eintritt: 8 Euro. Aufgrund eine begrenzten Anzahl an verfügbaren Plätzen wird um telefonische Voranmeldung gebeten unter Telefon 0375 834510 oder per E-Mail an kunstsammlungen@zwickau.de
Hinweis:
Am 10. April 2013, 18 Uhr, hält dann Alexander Pechstein einen Vortrag zum Thema

„Ein Enkel erinnert sich“

Alexander Pechstein ist ein besonderer Kenner des Werks seines Großvaters und berichtet in seinen persönlichen Erinnerungen an „Maxe“ über das bewegte Leben des berühmten Expressionisten.
Mail to Stiegler




Besuche "Max-Pechstein auf Reisen" counter
Besuche "Der Zwickauer" counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage