Max-Pechstein-Förderpreis geht an Luka Fineisen

siehe auch Arno Rink Max-Pechstein-Preis-Träger 2005 Hier geht´s zurück zur Homepage

Luka Fineisen ist die Preisträgerin für den Max-Pechstein-Förderpreis 2007




Guillaume Bruére hat die Kuppelhalle des Museum mit einem opulenten Kaleidoskop aus den Tiefen der Museumsdepots unter dem Titel „Gregor in Zwickau“ gefüllt.





Die fünf Anwärter für den Max-Pechstein-Förderpreis 2007

Luka Fineisen - nominiert durch die Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf, Dr. Ulrike Groos,
Alexander Schellow - Dr. Marion Ackermann, Direktorin d. Kunstmuseums Stuttgart
Guillaume Bruere` - Prof. Dr. Robert Fleck, Direktor der Deichtorhallen Hamburg
Juliane Solmsdorf - Susanne Weiß, amt. Direktorin des Kunsthaus Dresden
Clemens von Wedemeyer – Prof. Dr. Beatrice von Bismarck, Professorin für Kunstgeschichte und Bildwissenschaften der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig




Große Freude: Luka Fineisen im Gespräch mit Ulrike Groos, die sie für den Schumann-Förderpreis vorgeschlagen hat.









Fotos: Stiegler

Das Zwickauer Museum zeigt junge Kunst – Max-Pechstein-Förderpreisträger und Anwärter stellen aus


Eisgletscher oder Lavastrom aus Folie und Momentaufnahmen, Gegenstand und Schein wecken Gefühle


ZWICKAU - 15. September 2007 – Träge scheint die Masse im Fluss – die große Ausstellungshalle des Zwickauer Museums füllt ein Gletscher aus glitzernder, strukturierter Folie und weckt Gefühle. Eis oder Lava, Schleim oder Schaum? Luka Fineisen lässt gern Spielraum für die Phantasie. Luka Fineisen erhielt am vergangenen Sonnabend für ihren sorgsam drapierten Folienberg den diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau von der Bürgermeisterin für Schule und Kultur Pia Findeiß überreicht.
„Ich fühle mich sehr geehrt durch den renommierten Preis, aber auch die 5000 Euro helfen mir bei meiner weiteren Arbeit“, lässt die 1974 in Offenburg geborene Künstlerin wissen.
Materialien haben es der Wahldüsseldorferin angetan, sie wurde von Direktorin der Düsseldorfer Kunsthalle, Ulrike Groos für den Max-Pechstein-Förderpreis vorgeschlagen. Sinnlich von der Folie angeregt, hat Luka Fineisen sich von der Materie treiben lassen, hat den Strom von der einen Raumecke ausgehend fließen lassen, und auch den Besucher erfüllt der Gedanke, dass ihm der Brei über die Füße wabbern könnte. Gleichzeitig vermittelt die glitzernde Folie aber auch das Gefühl von Leichtigkeit und Transparenz. Luka Fineisen lässt die Gedanken frei, sie spielt mit den unterschiedlichsten Assoziationen, die ihr Werk hervorruft. Allerdings: „Ich krieg die Krise!“, sagt sie unvermittelt, als eine Besucherin der Versuchung nicht widerstehen kann und den Finger unvermittelt in den Folieberg bohrt. „Bitte nicht berühren“ steht groß aufs Schild geschrieben.
Da wird wohl noch mancher Besucher heimlich die glitzernde Masse berühren, die Ausstellung der fünf jungen Künstler, die von bekannten Kuratoren für den Förderpreis 2007 vorgeschlagen wurden, ist noch bis zum 4. November im Zwickauer Museum zu besichtigen. Macht nichts, mit Ausstellungsende wird auch die körperliche Repräsentanz des Kunstwerkes gekommen sein. „Ich werde versuchen, die Folie wieder zu verwenden“, sagt die Künstlerin. Etwas Neues wird daraus entstehen. Vergänglichkeit ist eine Eigenart der Kunst von Luka Fineisen. Auch Materialien wie Milch und Honig hat sie schon in ihre Werke einfließen lassen: Da liegt eh ein Kern ihres Schaffens begründet: „Alles fließet.“
Außer Luka Fineisen wurde Alexander Schellow mit einem Stipendium von 3000 Euro ausgezeichnet. Tausende kleine Zeichnungen zeigen Szenen aus dem Stadtleben, die der Künstler aus dem Gedächtnis gezeichnet hat, und die nun auf gerasterten Museumswänden einen anrührenden Eindruck vom Leben reproduzieren, ohne ein bestimmtes Thema aufzugreifen und zu vertiefen. Erinnerungen und nicht die Realität zählen für die gezeigten Szenen.
Die Kulturbürgermeisterin Pia Findeiß zeigte sich erfreut über die Vielfalt der im Museum repräsentierten Kunst, die in den nächsten sechs Wochen die Besucher anziehen soll. Das Foyer ist dominiert von einer bunten Jagdszenerie, wo Guillaume Bruére unter dem Titel „Jagd und Feizeit: Gregor in Zwickau“, ein Kaleidoskop unterschiedlichster Gegenstände aus den Depots des Zwickauer Museums aufmarschieren lässt, von der ausgestopften Wildsau über Rehe und andere Jagdtrophäen bis zum vor Ort entstandenen Bild vom Tod der Mannschaft des U-Bootes Kursk im August 2000 reihen sich die Ausstellungstücke in scheinbar zusammenhangloser Anordnung.
Die hinteren Museumsräume teilen sich Clemenz von Wedemeyer, der per Lichttechnik Personen im Dialog darstellt und als Kontrastprogramm zeigt Juliane von Solmsdorf „Zivilisationsmüll“ wie er sich ihr in New York ins Gedächtnis gedrängt hat, und in dem sie eine „losgelöste Schönheit“ sieht. Die Besucher der Ausstellung werden es erleben. Museumskuratorin Petra Lewey: „Für ein paar Wochen wird Zwickau als Mittelpunkt wahrgenommen werden.“ Die deutsche Kunstszene von Hamburg bis Stuttgart, von Düsseldorf bis Dresden und Berlin schätzt den Max-Pechstein-Förderpreis, die Kuratoren und Jurymitglieder fanden Zwickau renommiert. Ulrike Groos, Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf, und Kuratorin der Preistrgerin hat siebenundeinhalb Stunden mit der Bahn von Düsseldorf bis Zwickau auf sich genommen, die Zeiten wo Düsseldorf als Direktverbindung auf den Fahrplänen der Bahn in Zwickau ausgewiesen war, sind vorbei.
Theo Stiegler
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