Die Operette „Madame Pompadour“ von Leo Fall am Gewandhaus in Zwickau

Eine Mätresse auf Abwegen gerät in gefährliche Abenteuer

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Turbulent und farbenfroh: Das Kostümfest am Hof von Ludwig dem XV. gibt der „Pompadour“ einen opulenten Rahmen für ihren Auftritt

Die Operette „Madame Pompadour“ von Leo Fall am Gewandhaus in Zwickau

Eine Mätresse auf Abwegen gerät in gefährliche Abenteuer


ZWICKAU, 18. Januar 2014 – Dass es lebenslustige Frauen danach verlangt, im Karneval mal ein wenig nach Abenteuern außerhalb des Ehebettes zu suchen, ist ja nichts Außergewöhnliches. Madame Pompadour, Sara Tuleweit, als Geliebte des Franzosenkönigs Ludwig dem XV., Karsten Schröter, mischt sich mit ihrer Kammerzofe Belotte, Chrissa Maliamani, unters bunte Völkchen des Pariser Karnevals.
Am Freitag, 17. Januar 2014, hatte die Operette „Madame Pompadour“ von Leo Fall Premiere am Zwickauer Gewandhaus. Unter der Regie von Valentina Simeonova entwickelt sich das Spiel um Erotik und Intrige.
Der Ausflug der Mätresse des Königs hat ja sogar einen offiziellen Anstrich: Es wird der Verfasser der im Lande verbreiteten Spottverse und -lieder auf die Pompadour gesucht. Unter der Stabführung von Generalmusikdirektor Lutz de Veer spielt das Philharmonische Orchester schwungvoll auf. Wunschkonzertliebhaber haben’s im Ohr: „Ach Joseph, ach Joseph, was bist du so keusch“ oder „Die Pom-, die Pom-, die Pompadour ist eine schöne Ha-Ha-Ha“.

Geschickt hat die Pompadour, Sarah Tuleweit, ihren Liebhaber René, Raphael Wittmer, als Chef ihrer Leibgarde ich ihrer Nähe platziert. Leider läuft nicht alles so, wie es geplant wurde. Fotos: Peter Awtukowitsch






















Der Spott an der Mätresse und damit am König ist Hochverrat. Inoffiziell ist die Pompadour dagegen auf der Suche nach erotischen Abenteuern abseits vom Königsbett. Die vermutete Untreue der Mätresse gegenüber ihrem König ist es, was dem Polizeichef Maurepas, Shin Taniguchi, auf dem Plan ruft. Leider kommt Shin Taniguchi in der Handlung kaum dazu, sei hohes gesangliches Talent auszuspielen.
Natürlich begegnen die Damen auf ihren Abwegen auch gleich den Gesuchten im bunten Getümmel. Eine Augenweide bietet das Ensemble des Theaters in seinen phantasievollen Kostümen, Ausstattung Lena Lukjanova, und das allein ist schon einen Applaus wert. Applaus gibt’s reichlich auch schon nach jedem Lied der turbulenten Handlung, deren Fassetten leider nicht immer leicht zu ergründen sind.
Natürlich ist der Bänkelsänger Joseph Calicot, Marcus Sandmann, Mittelpunkt des bunten Treibens auf dem Markt. Sandmann hat die nicht leichte Aufgabe übernommen, den wegen Stimmversagens ausgefallenen Torsten Süring, in der Premiere zu ersetzen. Das gelingt Sandmann offenbar bestens, denn er entwickelt sich im Laufe der Handlung zum Publikumsliebling.
Man verbändelt sich, Belotte mit Caliot die Pompadour mit dem verkleideten Grafen René d’Estrades, Raphael Wittmer. Der Graf ist aus der Provinz vor seiner trögen Gattin geflohen, um sich im Pariser Getümmel zu amüsieren. Das ruft nun sein verbummeltes Eheweib Madeleine, Natalie Senf, auf den Plan. Madeleine sucht am Hof den ausgebüxten Ehegespons und findet ihn ausgerechnet in den Armen der Pompadour, die aber kann ihr Abenteuer überhaupt nicht richtig genießen. Der boshafte Zuschauer kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der eher kleine Raphael Wittmer nicht so recht in die Arme der großen und schlanken Sarah Tuleweit passen will.
Operettengerecht kommt es natürlich dazu, dass der vertrottelte König statt des fälligen Todesurteils gegen den Spötter einen lebenslangen Versorgungsbescheid unterschreibt. Ende gut alles gut.
Theo Stiegler


Nächste Vorstellungen Zwickau – Gewandhaus Karten: 0375 274114647


Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 274114647, 08056 Zwickau oder Tourist-Information, Hauptstraße 6, 08056 Zwickau, Telefon 0375 19433. zur Stadthalle oder zum Theaterservice
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