Das Gewandhaus bietet mit "Lollipop" einen fulminanten musikalischen Spaß


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foto: theater

Standing Ovations für turbulenten Musikspaß

Revue „Lollipop“ hatte in Zwickau Premiere

Zwickau, 3. März 2006. Weite, schwingende Röcke, viel versprechende Dekolletees, Schmalztollen mit dicken Koteletten und Barhocker neben Nierentischchen wecken Erinnerungen: Rock ’n’ Roll rund um die Uhr oder eben „Rock Around the Clock“. Obwohl man den Bill Haley-Song schon eine andere Übersetzung zuordnet, wie eben jene Zeit der Fünfziger und Sechziger Sexualität noch versteckter und romantischer sah, wie man es heutigentags tut, die Melodie und die Zeilen zünden heute wie damals ein Feuerwerk der Gefühle: Die Besucher des Musikstückes „Lollipop“, das am Freitag im Zwickauer Gewandhaus Premiere hatte, wurden vom Zwickauer Schauspielensemble von der ersten Minute an mitgerissen. Das Theater Plauen-Zwickau trifft mit dem zweistündigen Bühnenspaß, hier und da leuchtet auch ein dickes Augenzwinkern durch die liebenswürdige Nostalgie hindurch, den Nerv seines Publikums. „Love me tender, love me true“, singt Marcus Sandmann, schwebt dabei als Elvis waagerecht über die Bühne und erntet stürmischen Applaus. Seemannsromantik a la Freddy Quinn und Hans Albers wird durch schaukelnden Klamauk mit improvisierten Booten aufgelockert und endet unvermutet im Szenenwechsel mit der sehnsuchtsvoll ins Mark ziehenden Titelmusik des Spielfilms „Spiel mir das Lied vom Tod“ und schon finden sich Ensemble und Publikum im Wilden Westen der Countrymusik wieder. Der Sexappeal von Stephanie Wolf im knappen Kostümchen ergänzt sich wirkungsvoll mit ihrer geheimnisvollen Stimme. Egbert Soutschek gibt als „Heini Schnulz“ seinen Affen Zucker und Sandrine Guiraud wird als „Maria Collerica“ zur singenden Sirene. Mit unvergessenen Schlagern „Ich will ’nen Cowboy als Mann“, „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“ kommen auch die deutsche Ohrwürmer zu ihren Recht und werden in der ausverkauften Premierenvorstellung begeistert mitgeklatscht. Außer dass Maximilian Nowka als „Mickey Blueye“ gelegentlich „Mit seit Ihr gut drauf“ das Publikum anheizt und ein wenig dirigiert, braucht’s wenig gesprochener Worte in dem von Matthias Straub inszenierten Schlagerreigen. Musik machen „Rudi-Rast-Los“ und die „Red Hot Lollipoppers“. Nach zwei Stunden und vier Zugaben mit „All You Need Is Love“ gab’s verdientermaßen Standingovations für die vier unermüdlichen Frauen und Männer in den Rollen der Schlagerstars der Fünfziger und Sechsziger. Nächste Vorstellung von Lollipop ist am 8. März, 19.30 Uhr im Zwickauer Gewandhaus. Kartentelefon 0375 834647. Theo Stiegler
Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647, 08056 Zwickau oder Tourist-Information, Hauptstraße 6, 08056 Zwickau, Telefon 0375 19433. zur Stadthalle oder zum Theaterservice
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