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Ganz viel doof oder ein bisschen schwanger

Über die Sprache der Poppsternchen und anderen Höhenstürmern

Jeanette Biedermann gibt ein Interview: "Wir haben uns ganz viel Mühe gegeben und werden noch eine Schippe drauflegen. Es gibt zwei Bühnen, ganz viel Entertainment und es wird noch toller als im vergangenen Jahr..."

Da stellt sich doch die Frage, was ist eigentlich ganz viel. Das Ganze von einer unbestimmten Menge, die sich mit wenig, viel oder auch sehr viel beschreiben ließe?

Ganz, halb oder ein Viertel oder sehr schwanger? Titten, Arsch oder eine süße Muschi mit Krähstimmchen reichen heute für ein Poppsternchen. Nun ist schon bekannt, dass auch ein richtiger Filmstar die Schule geschmissen hat, Senta Berger hat trotzdem ihren Beruf von der Pike auf gelernt. Macht Euch aber nichts aus dem sprachlichen Unvermögen der Sternchen a la "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Sie taugen immer noch als schlechtes Beispiel für die Jugend der Goehtenation. Die hat es schon längst satt, vor die Disco noch die Arbeit jedweder Art zu setzen.

Auch Politiker der ersten Reihe wissen heute bei Sabine Christiansen "ganz viel" über nichts zu berichten. Die PISA-Studie lässt grüßen. Nicht erst seit Verona mit der Verdrehung des deutschen Satzes: "Da wird ihnen geholfen" durch "Da werden Sie geholfen" viel Geld verdient, ist der Abschied von der normalen Sprache zum Kult geworden. Jeanette Biedermann hat in vierzig Zeilen Zeitungsinterview, vier mal "ganz viel" oder "ganz nett", wie wäre denn es mal mit halb netten Leuten, verbrochen. So viel zur aktuellsten Entwicklung. Mit optimalsten Grüße aus dem superlativsten Zeitalter Euer Lichtl

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