Kolumnenseite


Stammtisch

Hier geht´s zurück zur Homepage oder weiter zu mehr Lichtl

Moderner Kapitalismus heute


Oktober 2012 – Griechenland hat Schulden in Billionenhöhe: Nichts hört man öfter in diesen Tagen als diesen Tatbestand. Ja, bei wem denn eigentlich ist das Griechische Volk so tief in der Kreide? „Bei Finanzinvestoren“, hört man. Finanzinvestoren sind sehr vereinfacht, aber zutreffend, Wucherer. Wenige Reiche lassen ganze Völker verhungern, lassen griechische Kranke ohne Arzneien und ärztliche Hilfe verkommen. Geldverleiher nehmen den Völkern ihre Produkte weg, die diese herstellen, und schmeißen die Güter lieber auf die Müllkippe, als dass sie diese ihren Schöpfern zukommen lassen. Je mehr Menschen hungern, desto höhere Zinsgewinne lassen sich auf den Finanzplätzen dieser Erde machen. Damit nicht etwa Medikamente von der nächsten Finanzspritze der Europäischen Union an Griechenland gekauft werden können, schlägt Wolfgang Schäuble vor, das Geld gleich für die Finanzhaie auf Sonderkonten zu reservieren.
Weder das Griechische Volk noch deutsche oder spanische Arbeitslose haben jemals die Chance, ihre so genannten Schulden oder auch nur die anfallenden Zinsen an die Finanzhaie zurückzuzahlen, davon abgesehen, haben sie ja auch keine Schulden gemacht, ihnen wurden ganz einfach die Früchte ihrer Arbeit gestohlen. Siehe Karl Marx „Das kommunistische Manifest“, London 1848.
Das ist nun keineswegs ein griechisches Problem, sondern die moderne Krise des Kapitalismus. Oder wie sollte man sonst erklären, dass in Deutschland, das noch nie so reich war wie heute, dass in diesem Deutschland das Geld fehlt, um Kindern eine ordentliche Schule mit genügend guten Lehrern und ordentlichen Schulräumen und öffentlichen Schwimmbädern zu gewährleisten, dass aber in Reichenvierteln in Hamburg und München fast jedes Haus einen beheizten Schwimmingpool hat. Pfui Teufel.
Euer Lichtl

Privatisierer voran


September 2012 - Privatisieren heißt immer und in jedem Fall, da will einer auf Kosten der Allgemeinheit richtig Kasse machen. Natürlich heißt Privatisieren auch Rationalisieren. Da wird schon mal die Reinigung von Krankenzimmern in Krankenhäuseren privatisiert, aus zwei Stunden gründlicher Reinigung werden zehn Minuten Schnelldurchgang - auf Kosten der Hygiene, auf Kosten des Reinigungspersonals, auf Kosten des Services, auf Kosten des Servicepersonals. Profiteure sind anonyme Geldgeber oder Geldabsauger, die natürlich von der Hatz und der Flüchtigkeit der Arbeit nichts wissen, das machen andere für sie. Von denen wissen wir, sie schwingen die Peitsche wie man es von Sklaventreibern seit eh und jeh kennt. "Es lebe der neue Arbeitsmarkt mit Minijobs, Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen".
Euer Lichtl

Kumpanei oder Freundschaft – einen Kumpan kann man schon mal opfern, wenn es das Ziel erfordert



Deutschland im Januar 2012 - Da hat er wohl Freundschaft mit Kumpanei verwechselt der gute Bundespräsident Christian Wulff: Einen Freund kann man schon mal anschreien, ohne dass dieser das gleich an die große Glocke hängt.
Dabei hätte der Bundespräsident gewarnt sein können, als der Chefredakteur einer Boulevardeschmonzette nicht an sein Mobiltelefon ging, sondern nur die Mobilbox tutelte. Da wird nicht unter Freunden gesprochen, sondern „da soll etwas dokumentiert werden“, hätte der Bundespräsident vermuten können. Stattdessen polterte Wulff seinen Ärger über einen geplanten Artikel mitten aus seinem Privatleben auf die Mobilbox.
Die Zeitung brachte den Artikel gegen den Politiker. Die Aufzeichnung auf der Mobilbox blieb schön in der Hinterhand.
Die Aufregung der Öffentlichkeit über die vorteilhaften Beziehungen des Präsidenten war groß, aber der Gegenstand des Berichtes war eher fade, süddeutsche Amigos hätten da eher müde gelächelt.
Als sich die Aufregung zu legen begann, gelangten die „höchst geheimen Inhalte“ der Mobilbox des Chefredakteurs auf geheimnisvollen Wegen in die breite Öffentlichkeit der Redaktionsstuben großer Tageszeitungen.
Was denkt man da in der Provinz? Nun, wie hält man ein Feuer am besten am brennen? Man gießt Brandbeschleuniger nach. Da lässt man die Schmuddelarbeit jemand anderen machen, selber mimt man die Unschuld.
Als der Politiker vor Jahren mit dem Chefredakteur im gleichen Boot saß, man erinnere sich an die vom Altbundeskanzler Gerhard Schröder seinerzeit beklagte Medienkampagne gegen ihn und seine Regierung, glaubte sich der Politiker in einer tiefen Freundschaft mit dem Chefredakteur verbunden – Irrtum, es war scheint’s nur Kumpanei.
Nun, man könnte vermuten, die Kampagne zielt eigentlich auf ganz große Politik. Es ließe sich gut ins Image eines Chefredakteurs einbauen, wenn man einen Bundespräsidenten als Schachfigur im Spiel beispielsweise um den Sturz einer ungeliebten Bundeskanzlerin benutzen will. Die eher weitsichtige Politik der Ostfrau scheint der erzkonservativen Medienausrichtung des Meinungsproduzenten seit langem ein Dorn im Auge zu sein. Da muss man doch was tun!
Neu ist die Strategie nicht. Der große Romancier Guy de Maupassant hat schon vor über hundert Jahren, seinen Emporkömmling Georges Duroy in dem Roman „Bel Ami“ als Chefredakteur Minister stürzen lassen. Große Politik unter der Rubrik von Freundesverrat ist eben eine seit langem geübte Praxis von hintergründigen Fädenziehern.
Aber es gibt noch Hoffnung: Trotz massiver Medienkampagne marschierte am Sonnabend, 7. Januar 2012, nur ein verschwindend kleines Häufchen an Präsidentengegnern vorm Amtssitz auf, um der Medienanleitung folgend mit in die Luft gehaltenen Schuhen den Rücktritt des Bundespräsidenten zu fordern. Eine wahrlich repräsentive Menge!
Euer Lichtl

Ein Plakat sagt die Wahrheit



Mülsen, am 4. September 2009. Da begegnet einem doch ganz unvermutet die Wahrheit, oder wie anders sollte man die Botschaft der Wahlwerbung der FDP auf dem Foto nebenan lesen. Für mich heißt das "Hi Jo, Du bist nicht allein!" Und wirklich, Neoliberalismus, wie ihn die FDP seit Jahren predigt, hat eines erreicht: Die Welt ist durch Finanzjongleure 2007 in die größte Weltwirtschaftskrise, so die Kanzlerin, seit 1928 gestürzt worden.
Arbeit ist nichts, Spekulation ist alles. 25 Prozent Rendite verspricht der Deutsche Bank-Chef Joseph Ackermann seinen Anlegern.
Feine Aussichten für die Menschen, die nichts weiter wollen, als von der Arbeit ihrer Hände zu leben. Wir sollten nicht vergessen, die freie Marktwirtschaft ist das Credo der FDP: "Hi Jo!" Gelegentlich gaukelt die FDP den Wählern vor, sie will dafür sorgen, dass ihnen mehr Geld ins Portemonnaie kommt. Das ist richtig. Gut verdienende Egoisten sollten die FDP wählen, sie brauchen bei den Liberalen nicht mehr zu befürchten, dass sie für die Solidarität in der Gesellschaft herangezogen werden.









Wiedererkennungswert eines Symbols – neues Stadtlogo macht nicht froh



Ich gebe es gern zu: Ich bin ein Muffel. Viele Jahre hat es das Logo des Sportartikelherstellers gesprochen „Neiki“ oder richtig „Nike“ für die die Siegesgöttin in der griechischen Mythologie, schon gegeben, da wusste ich noch nichts von dem schwungvollen Krakel. Erst als die Kinder anfingen, die Marke als Kult zu betrachten, habe ich mir den Bogen eingeprägt.
Was ich aber von Kindesbeinen an weiß, und das sind schon über 60 Jahre, ist, dass die Stadt Zwickau drei Schwäne und drei verschiedene Türme in ihrem Stadtwappen führt, unverkennbar.

Vorschlag einer Werbeagentur für ein neues Stadtlogo der Stadt Zwickau.

Wie gesagt: Ein Krakel oder zwei oder auch drei sind weg: Nike hat das Logo eines geschwungenen Bogens und wird’s wohl auch nicht aufgeben.


Altes Stadtsiegel von Zwickau aus dem Jahr 1290 - das hat was von Tradition

Dass mit solchem Gekraksel nun auch ein Wiedererkennungswert für Zwickau verbunden sein soll, das denken wahrscheinlich ein paar „Werbefachleute“, für mich ist die Wiedererkennung von Zwickau mit den drei verschiedenen Türmchen und dem Schwan verbunden. Da mag die Mode gebieten, was sie will – eine Welle für einen Fluss, wie originell, ein Bogen für einen Kotflügel eines Horch 853, wie wünschenswert, kein Mensch denkt in Zwickau oder auch darüber hinaus spontan an die Muldestadt, wenn er die neuen Kraksel sieht. Und da sich das neue Logo der Schumann- und Automobilstadt auch nicht mit Milliarden von Erzeugnissen weltweit verbreiten lässt, wird sich das auch nicht ändern, seien wir doch froh, dass 800 Jahre Schwäne und Türme die Stadt bekannt gemacht haben.

„Verdienter Liberaler“


Deutschland im Oktober 2008: Nun ist es schon üblich geworden, den ehemaligen Bundesaußenminister der FDP, Hans-Diedrich Genscher, als Ikone zu behandeln. Seine Ansprache vom Balkon der Prager Botschaft im Herbst 1989 ist Legende. Allerdings hatte Genscher dazu nicht viel beigetragen, die DDR-Bürger wollten nicht mehr in die DDR zurück und die Zeit war reif, Dinge die mit Genscher nichts zu tun hatten.
Die DDR-Müdigkeit hatten die DDR-Oberen über 40 Jahre selber verbockt und die Bereitschaft, die Bürger ziehen zu lassen, war eine letzte Chance für die Sozialisten, doch noch das Gesicht zu wahren, sonst hätten sie auf Tausende schießen müssen.
Zu Genscher fällt mir eigentlich vordergründig eines ein: Er hat 1982 die Sozial-Liberale Koalition und den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt verraten.
Das hat dem Deutschen Volk 16 Jahre Bundeskanzler Helmut Kohl eingebracht. In meinen Augen: Rückschritt, Stagnation. Ein ähnlicher Jahrhundertschaden wie die Politik von Georg W. Bush, die die Menschheit um Jahrhunderte in ihrer Entwicklung zurück geworfen hat.
Was: Kohl wäre der Kanzler der Einheit? Woll'n wir froh sein, dass er's nicht versaut hat. Drauf und dran war ja.


„Aktuellste Spitzenreiter“


Bayern im Oktober 2008: Da meldet der Bayerische Rundfunk wieder mal in seinem dritten Programm: "Und hier der aktuellste Verkehrsservice!"
Hui, denk' ich mir, die Sprachprofis haben eine neue Kategorie der Wahrheit ausgegraben. Was ist denn aktuell, wenn die "Aktuellsten Nachrichten" doch noch aktueller sind als aktuell?
Da fragt man sich doch, ob demnächst freudige Ehemänner, in Erwartung von Nachwuchs, mit stolz geschwellter Brust aller Welt erzählen, ihre Ehefrau wäre jetzt "am schwangersten"? Wenn sich schon der Zustand des Gegenwärtigen in noch Gegenwärtigeres versetzen lässt, ist es doch nur wünschenswert, dass freudig erregte Männer auf einen so wichtigen Zustand, wie den ihrer Frau, die ein Kind bekommt, auch mit einer Steigerungsmöglichkeit berichten dürfen.
Also lasst uns denn die schwangerste Frau küren.

"Von kompetenten Aufsichtsräten - oder wie man ein Theater ruinieren kann"


Der Skandal zeichnete sich seit Januar 2008 ab: Einerseits - Das Theater Plauen-Zwickau hat unter der Intendanz von Ingolf Huhn in den letzten Jahren seine bisher beste Zeit gehabt. Alle Sparten Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Orchester und Puppentheater stehen gut da.
Siehe Rezensionen.
Nun müsste man glauben, das würde anerkannt. Recht so: Das Zwickauer Publikum hat die Leistungen des Ensembles unter der Leitung von Ingolf Huhn auf seine Art gewürdigt: Die Besucherzahlen sind gut, wie lange nicht mehr blühte der Verkauf von Eintrittskarten und auch das Abonnement konnte in den letzten Jahren mit guten Zahlen aufwarten.
Andererseits: Der Aufsichtsrat der Theater gGmbH hat den Vertrag vom Intendanten Ingolf Huhn nicht verlängert, man hat den erfolgreichen Intendanten den Stuhl vor die Tür gesetzt. Warum? Das haben sich viele gefragt. Ein Insider aus dem Stadtrat der Stadt Zwickau weiß: „Ja der Huhn wurde gefragt, ob er weitermachen will, da hat er nicht rechtzeitig ja gesagt". Raus gekommen ist, dass sich Huhn für die Intendanz an den Landesbühnen Dessau ab 2009 beworben hatte, das wäre nach seiner Zeit in Zwickau gewesen. Angeblich waren die Mitglieder des Aufsichtsrates so beleidigt, dass sie sagten: „Das kann er nicht mit uns machen.“ Ergebnis: Rausschmiss.
Aus Sicht des Zwickauer Publikums hätte man sagen müssen: „Es wäre nötig gewesen, den Mann zu halten, ihn zu überzeugen.“
Nun muss man an dieser Stelle etwas zum Aufsichtsrat der Theater Plauen-Zwickau gGmbH sagen: Das sind Lehrer, schlimmer noch, der Vorsitzende, Jens Heinzig SPD, ist Schuldirektor. Den sieht man nur selten im Theater. Aber die Reaktion des Gremiums auf die völlig gerechtfertigte Bewerbung von Huhn an einem anderen Haus nach Auslaufen seines Vertrages, sieht Lehrern ähnlich: Man behandelt einen Künstler, denn so etwas ist ein Intendant im weitesten Sinn, wie einen renitenten Schüler, der, sagen wir mal, einen Aufsatz nicht rechtzeitig abgibt, der kriegt halt eine Sechs und fliegt.
Ein Intendant, der nicht vor dem Aufsichtsrat kuscht, der fliegt, da kann das Publikum die Leistungen schätzen, wie es will.
Jetzt hat der Aufsichtsrat Roland May als neuen Intendanten verpflichtet. Der Mann ist derzeit noch noch in der Lausitz an einen Schauspieltheater Intendant. Obwohl erst ab der Spielzeit 2009 verpflichtet, hat May nun schon mal den in Zwickau äußerst beliebten und erfolgreichen Chef des Tanztheaters Bronsilav Roznos gekündigt. „Mit dem Tanztheater habe ich anderes vor“, sagt der Neue.
Inzwischen regen sich in Zwickau die Gemüter. Die Abonnenten kündigen reihenweise ihre Abos. Die Tageszeitung „Freie Presse“ veröffentlicht viele Leserbriefe zum Thema rausgefeuerter Tanztheaterchef. Gemeinsamer Tenor: "Wie kann man so was nur zulassen? Wir lieben das Tanztheater, geht Roznos, gehen wir auch. Dazu der Aufsichtsratschef Jens Heinzig: „Das ist Sache des Intendanten.“ Auch so kann man ein Theater ruinieren. Auch so funktioniert Vertreterdemokratie. Weil der Stadtrat den Aufsichtsrat halt besetzten muss, werden da irgendwelche Leute delegiert. Ob die was von dem Job verstehen, ist gleichgültig. Am Ende entscheiden dann Baunausen über die Besetzung von Stellen, die höchste Qualifikation erfordern.
Huhn war, das sei an dieser Stelle nochmals gesagt, war das Beste, was Zwickau in den letzten Jahren zu bieten hatte, ob Horst Dieter Brand, Wolfgang Hauswald, Georg Mittendrein und wie sie alle hießen die Intendanten, jeder hatte seine Stärken und Schwächen, aber Huhn war auf jedem Fall der erfolgreichste Intendant, den Zwickau in den letzten 15 Jahren zu bieten hatte.
Wie andere den Fall von außerhalb des Tellerrandes der Muldestadt Zwickau sehen: Der Bühnenverein Deutschland sagt – klick hier

Telekom streikt - da wird sie wohl überflüssig sein

Deutschland, 11. Mai 2007. Die Mitarbeiter der Telekom streiken. Hier und da wird gefragt: Wie lange? Natürlich bis zur endgültigen Auflösung des Staatskonzerns. Da gibt es doch tatsächlich noch Langschläfer, die glauben, dass sie wirklich unersetzlich sind, dass die Telekom als Oase der Wohlstandsgesellschaft weiter Bestand hat. Die sollten mal bei AEG in Nürnberg nachfragen, wie das geht. Vielleicht hilft den Streikenden auch mal ein Blick nach den Osten, wo vor 17 Jahren unwirtschaftliche Betriebe platt gemacht wurden.

Nicht überflüssig wie ein Kropf, sondern schädlich wie Kehlkopfkrebs

Deutschland, 22. März 2007. Die Kultusministerkonferenz ist nicht überflüssig wie ein Kropf, sondern schädlich wie Kehlkopfkrebs. Wenn Jürgen Zöllner als Präsident dieser illustren Versammlung, die für die Verbildung deutscher Schüler die Verantwortung trägt, im Interview mit ZDF-Sprecher Klaus Kleber deutlich macht, dass seine Institution nichts dazu gelernt hat, dann ist es 10 nach 12. Eine Redewendung bescheinigt jemanden, der den Ast, auf dem er sitzt, absägt, besondere Dummheit. Eine Reichen- und Privilegiertengesellschaft, die ein Drittel der Gesellschaft systematisch von Bildungs- und Aufstiegschancen ausschließt, die gefährdet den Fortbestand einer leistungsfähigen Wirtschaft. Das ist "Sägen am Ast, auf dem man sitzt!" Nur, um der eigenen Brut vermutlich Vorteile in Ämtern und Führungspositionen zu verschaffen, wenn man Talente nicht hochkommen lässt, treten Bildungspolitiker wie Schavan, Zöllner und auch der sächsische Flath in die Bütt und versuchen die Vergangenheit zu konservieren. Natürlich verteidigen sie auch ihre eigene Ignoranz. Hui, da pfeift der Wind bei der Talfahrt um die Ohren.

Zu viele Indianerhäuptlinge für zu wenige Indianer

Zwickau, 5. Februar 2007 - Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt, CDU, hat am vergangenen Sonnabend in Zwickau ein großes Wort gelassen ausgesprochen: "Es gibt zu viel Indianerhäuptlinge für zu wenige Indianer". Der Minsterpräsident meinte damit, dass sich die Oberbürgermeister, in Sonderheit der Zwickauer Oberbürgermeister Dietmar Vettermann zu Unrecht gegen die anstehende Kommunalreform in Sachsen stemmen, weil sie persönliche Egoismen pflegen würden. Für die Bevölkerung ergibt die Reform - wo aus 22 Kreisen nur noch zwölf werden sollen, wo beispielsweise Zwickau und Plauen ihre Kreisfreiheit verlören - weniger Häuptlinge. Landräte verlieren ihre Posten, Oberbürgermeister von kreisfreien Städten wie Zwickau werden Oberbürgermeister von Kreisstädten, wer kennt schon den Unterschied? Viel wichtiger wäre, dass auch aus 22 Kreisverwaltungen nur noch 12 Verwaltungen würden, und selbstverständlich, dass sich die Zahl der Verwaltungsangestellten und Beamten halbiert, dass sich damit viel Geld sparen lässt und - noch wichtiger - dass sich die Effektivität der Verwaltungen vervielfacht, was insgesamt zu bezweifeln ist.
Die Erkenntnis gilt natürlich auch für das Große und Ganze. Lustig ist, Georg Milbradt hat eine Wahrheit ausgesprochen, die ganz Deutschland betrifft. Über 600 Bundestagsabgeordnete, wo doch 120 genügen würden, 16 Bundesländer mit Ministerpräsidenten, 16 Landesparlamenten mit über 1600 fettversorgten Landesparlamentariern, wo doch 4 Länder mit insgesamt 320 Abgeordneten immer noch zu viele wären, 16 Regierungen mit überflüssigen Ministern, wer glaubt beispielsweise noch, dass 16 Kultusminister überhaupt einen Nutzen haben, wo sie doch täglich überzeugend nachweisen, dass sie in Person und in Amt schädlich auf die Bildung in Deutschland wirken - Stichwort Rechtschreibreforn oder PISA -, wer glaubt schon, dass 16 Innenminister einen Nutzen für die Sicherheit bringen, wo sie sich doch ständig gegenseitig auf den Füßen stehen.
Ob Milbradt sich bewusst war, wie tief sein Spruch mit den zu vielen Häuptlingen und den zu wenigen Indianern trifft?

Ein deutsches Problem

Ein Bekannter hat mich vor Jahren darauf gebracht: In seinem Schreibtisch bewahrt er einen Zeitungsausschnitt aus dem Allgäu auf. Dort heißt es, dass nunmehr die Kinder des Unternehmers in die Geschäftsleitung eines kleinen Bauunternehmens eintreten. Mein Bekannter Norbert: "Das war das Ende". Erstens für seine dortige Tätigkeit, er ging als Geschäftsführer einer Treuhandfirma nach Sachsen. Es war aber auch das Ende des Allgäuer Mittelstandsunternehmens. "Da ging's nur noch darum, wo bleibt das Geld für den neuen Ferrari und für teure Uhren", sagt Norbert. Bald war die Allgäuer Firma Pleite.
Eines der deutschen Probleme ist: Die verblödete Erbengeneration. Verantwortungsbewusste Unternehmer, die in den Fünfzigern erfolgreiche Unternehmen aufbauten, die durch die Hallen gingen, die Arbeitnehmern die Hand drückten, ihre Sorgen und Nöte kannten, die auf eine motivierte Mannschaft zählen konnten, werden von gierigen Erben abgelöst. Die setzen Geschäftsführer ein und verziehen sich nach St. Moritz. Von dort heißt es: "Rendite, Rendite. Soziales? Na so was, so'n Quatsch! Schafft Knete ran!
Manchesterkapitalismus und keineswegs "Soziale Marktwirtschaft" heißt diese Form der Ausbeutung, die laut Politikeraussagen der Vergangenheit angehört.
Ludwig Erhardt und die Generation "Wiederaufbau" waren die Schöpfer des einzigen bisher gesehenen Sozialismus auf deutschen Boden. Leben und Leben lassen waren das Elixier des einzigartigen Erfolgsmodells gesellschaftlichen Lebens.

Korruption

Nimmt man das international angestrebte Rauchverbot in der Öffentlichkeit, so lässt sich schön erkennen: Die deutschen Politiker gehören zu den korruptesten der Welt!
Während selbst Länder wie Italien, Frankreich und Irland Rauchverbote in der Öffentlichkeit durchsetzten, hört man in Deutschland allenthalben Politiker von so genannter Freiwilligkeit schwätzen.
Frage: Wo stecken denn die Lobbyisten der Tabakindustrie ihre Milliarden Schmiergelder hin? Natürlich nicht an solche Politiker, die immer neue Ausreden gegen striktes Rauchverbot finden und erfinden. Sicher verschwinden die Milliarden im Gesundheitswesen und in der Jugendförderung. Oder?
Nun Könnte man sagen, in afrikanischen Ländern herrscht mehr Korruption. Dagegen muss man sagen: Dort sind Politiker noch darauf angewiesen. Deutsche Politiker erhalten fette Diäten, damit sie nicht korrupt sein müssen, und hat's was genützt?

Wertschätzungen heute

März 2006. So lange eine Frau mit drei Kindern und ohne Job von einer Single-Emanze mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Euro und ohne Kinder geringschätzig angeschaut werden darf, so lange die Gesellschaft nicht begreift, dass die Kinder das Wertvolle und nicht die Einkünfte karrieregeiler Managerinnen der Wertmaßstab sein sollten, wird sich an der Misere einer überalternden Gesellschaft nichts ändern. Guckt Euch doch mal solche Sendungen wie "Fit for Fun" in Vox an: Menschen außerhalb der Altersgrenzen von 20 bis 40 existieren überhaupt nicht mehr: Auf Laufbändern zappelnde Idioten ohne Anhang und Verpflichtung sind das Ideal, Familien auf Kinderspielplätzen: Fehlanzeige! Eine Angolanerin, die eine dreijähriges Kind in Deutschland aufziehen will, sollte nicht abgeschoben werden, sondern schnellstens eineLebensperspektive hier bekommen.
Das soll nicht heißen, dass Frauen keine berufliche Perspektive haben sollten, aber die Wertschätzung einer gesellschaftlichen Leistung muss gerade gerückt werden.
Schaut auf die modebewussten und braungebrannten Singles, die die Straßencafés in der Innenstadt bevölkern, den nächsten One-Night-Stand ausgucken und Muttis oder Vatis mit Kinderwagen für blöd halten. Sie schimpfen auf die Rentner und vergessen, dass sie ja auch von jemand in die Welt gesetzt, aufgezogen und ernährt werden mussten, sie wollen keine Kinder und vergessen: Sie werden selber auch mal alt und wollen dann versorgt sein. Armes Deutschland, welch eine dumme Egoistengeneration.

Ursula von Leyen fordert: Familienbejahende Firmenkultur

Deutschland stirbt aus: Dass ist die notwendige Konsequenz, die man zieht, wenn man die neuesten Statistiken der Bevölkerungsforscher zur Kenntnis nimmt. Die „Freie Presse“ zitiert am 15. März 2006 auf der ersten Seite die Bundesfamilienministerin Ursula von Leyen und schreibt: Die Wirtschaft dürfe Kinder nicht länger „als Privatproblem“ ignorieren, sondern müsse alle Kraft in eine familienbejahende Firmenkultur stecken. Liebe Frau Leyen im Kapitalismus werden Firmenchefs an der Kapitalrendite und am Aktienkurs gemessen.
In derselben Ausgabe auf Seite 16 berichtet die Landredaktion der Zwickauer Ausgabe der Freien Presse unter der Überschrift: „Kürzere Betreuungszeit für Kinder stößt bei Ortschefs auf Widerstand“ darüber, dass das Landratsamt einen neuen Anlauf unternimmt, damit Eltern ihre Kinder eher aus dem Kindereinrichtungen nach Hause holen sollen. Arbeitslose haben damit keine Chance, wieder in den Job zu kommen. Welche Chefs wollen schon Beschäftigte, die mittags weglaufen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen.
Zum Thema humanes Denken in den Fabriken des Kapitalismus ein zitiertes Zitat aus Wikiquote.com :"Kapital", sagt der Quarterly Reviewer, „flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel." - P. J. Dunning, zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961 So weit Karl Marx, vielleicht noch eine kleine Ergänzung, Marx,1818 bis 1883, wusste natürlich noch nichts von den Ölvorkommen im Irak und den Interessen des internationalen Kapitals dort vor Ort.

Stichwort Förderalismusreform

Deutschland im März 2006 - Irgendwie scheint jedwedes Gefühl für Recht und Ordnung, für Gerechtigkeit und Vernunft abhanden gekommen zu sein: Während Politiker und Beamte schwören, alles für das Volk tun zu wollen, wird nun offen und schamlos das Gegenteil bewerkstelligt.
Beispiel: Bildungspolitik, passt natürlich auch auf den Umweltschutz: Statt etwas für die Bildung und den Fortschritt in der Bundesrepublik zu tun und die unselige Zersplitterung der Schulbildung zu beenden, werden mit Kleinstaaterei 16 verschiedene Bildungsstandards geschaffen. Am Ende kann kein Hochschullehrer mehr damit rechnen, dass alle Studenten, die vor ihm sitzen, noch die gleichen Voraussetzungen mitbringen, weil sie 16 verschiedene Abiture mitbringen.
Schaut man aber genauer hin, was diese Politik, wie sie in diesen Tagen in Berlin betrieben wird, soll, fallen einem die Schuppen von den Augen: Ein Programm zur Beschäftigung und Bereicherung von Politikern und Beamten, denn, was ein kleines Ministerium in Berlin erledigen könnte, tun nun 16 aufgeblähte Ministerien in den Ländern, der Bund beschäftigt natürlich seine Schulpolitiker weiter, die merken nicht mal, dass sie keine Schüler mehr haben, für die sie zuständig sind. Brauchen sie aber auch nicht. Hauptsache ist, die Gehälter und Pensionen wachsen weiter.
Man sollte aber bedenken: Als die Franzosen 1789 die Schmarotzer satt hatten, begannen sie, den Verantwortlichen die Köpfe abzuhacken. Bisher ist noch jede Gesellschaft an ihrer Bürokratie erstickt: Die alten Assyrer, Ägypten, Karthago, Rom, da hat's immerhin noch tausende von Jahren gedauert.

Überflüssige Minister und Beamte

Deutschland im März 2006 - Da sage noch einer, die Rechtschreibreform sei zu nichts gut: Die Rechtschreibreform hat bewiesen, dass es in Deutschland nichts gibt, was überflüssiger ist als die 16 Kultusministerien der Länder und die dazu gehörige Kultusministerkonferenz, KMK. Also schafft sie restlos ab. Damit wäre ein weiteres Problem gelöst: Das frei werdende Geld für die Personalkosten der Minister und der sinnlosen Beamtenstellen wäre ein toller Beitrag zur Lösung der Haushaltprobleme des Bundes und der Länder. Ihr fragt: Da wären ja wieder tausende Arbeitslose mehr auf dem Markt? Antwort, die machen doch schon jetzt keine sinnvolle Arbeit, kriegen aber viel Geld für die Tätigkeiten, die am Ende eh nur schädlich sind. 345 Euro sind gerade genug für diese Sesselfurzer. Als DDR-Bürger hat man so seine Erfahrung mit Leuten, die sinnlos in Betrieben herumhocken und krampfhaft zu beweisen versuchen, dass sie doch zu was nutze sind.

Offensichtliche Bildungsmisere

Deutschland im Februar 2006 - Wer den dümmlich-rechthaberischen Gesichtsausdruck der Bundesministerin Annette Schavan neben dem UNO-Beauftragten für Bildung sah, sah, wie sie selbstgefällig deutsche Bildungspolitik lobte, der weiß, warum hier nichts vorwärts geht. Der Mann hat in wenigen Tagen gesehen: Kein einheitlicher Bildungsstandard in einem Land, Trennung der Kinder mit zehn Jahren in privilegierte und zur Dienerschaft geborene Schichten, dumme und überbezahlte Beamte, denen nichts lästiger ist, als nervige Schüler, die man nicht mehr mit Videos Ruhigstellen kann, für den ist klar - Pisa musste so kommen, wie es ist. Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg sind da nichts weiter als einäugige Hühner.

Neue Arbeitsagentur für Zwickau wird an der ungünstigsten Stelle gebaut. Warum nur?

Zwickau im Januar 2006 – Wem nutzt es? Wer eine Entscheidung zu treffen hat, fragt natürlich, wie ist der größte Nutzen zu erreichen? Wenn nun Zwickau ein neues Arbeitsamt bekommt, ist wieder zu fragen, wie kann es sein, dass diese wichtige Institution an der „dümmsten Stelle“, die es für die Klientel Arbeitslose überhaupt geben kann, eingerichtet werden soll. Der Standort an der Pölbitzer Straße, den die Arbeitsagentur vorige Woche als Platz ihrer Wahl bekannt gab, bedeutet für Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel einen Fußweg von einer Viertelstunde, gleich ob der arme Hund von der Leipziger Straße oder von Weißenborn aus läuft, es ist weit. Parkplätze sind auch nur wenige an der Pölbitzer Straße. Wer einmal dort ist, muss wieder fort, es gibt nichts, was man sonst noch dort wollte, nichts zum Einkaufen, nichts zum Sehen, der Platz ist einfach öde.
Auch für die Stadt Zwickau ist der Platz an der Peripherie denkbar ungünstig. Bisher wurden mehrere geeignete Standorte für einen Neubau des Arbeitsamtes diskutiert, dabei kamen mehrere gute Plätze ins Kalkül: Beispielsweise auf dem Gelände des Schlosses Osterstein, die Straßenbahn führt unmittelbar daran vorbei, die Baulücke würde sinnvoll geschlossen, Zentrumsnähe würde auch bedeuten, dass Besucher des Arbeitsamtes auch gleichzeitig Besucher der City sein könnten. Ein anderer diskutierter Platz war der auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei „August Bebel“. Dort befinden sich mit Globus und Porta, mit der Stadthalle und Saturn eine Menge Einkaufseinrichtungen, die Straßenbahn und Busse fahren unmittelbar dorthin, warum baut man das Arbeitsamt nicht dorthin, wo sowieso Menschen hin müssen und wollen?
Warum baut man an die gottverlassene Pölbitzer Straße ein Arbeitsamt? Warum nur?
Der Lösung dieser Frage kommt man nur näher, wenn man wie Kriminalisten nach einem Motiv fragt, also wem nutzt es? Natürlich nutzt es den Besitzern der Immobilie an der Pölbitzer Straße. Aber, wieso entscheidet die Arbeitsagentur nach dem Nutzen der Immobilienbesitzer und nicht im Interesse der Arbeitslosen oder wenigstens im Interesse der Stadt Zwickau? Na klingelt's?

Hemmungslose Gier - oder die Wiederkehr des Klassenkampfes

Sieht man die kleinen Äuglein vom Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt gierig leuchten, weiß man, was die Stunde geschlagen hat: "Die Unternehmen brauchen mehr Freiheiten, die Löhne müssen runter, die Unternehmen müssen die Leute feuern dürfen, ohne dass die dauernd zu den Arbeitsgerichten sausen und so genannte Schutzrechte einklagen zu dürfen". "Nun ist aber mal genug", sagte letztens ein SPD-Minister in einer der vielen Talkrunden. Man habe in den letzten Jahren immer auf die Hundts gehört. Und: Nichts hat sich getan! Weder wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen, noch hätten sich die Unternehmen dazu aufgerafft, ihre Steuern für das Allgemeinwohl zu zahlen. Wären sie ja auch schön blöde, wenn's denn so einfach geht. Hochbezahlte Steuerberater wissen, wie man sein eigenes Volk bescheißt, da werden sie mit teuren Limousinen belohnt und der Markt für Porsche, Mercedes, BMW boomt. Auch die Firmeneigner und Aktionäre schwelgen im Ferrari-, Lamborghini und Bentley-Rausch. Leider haben die gescheiten Manager und Kapitaleigner übersehen: Wenn die Golf-, Astra-, Fiesta-Käufer sich keinen Neuwagen mehr leisten können, ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, wo das Land in Armut, Elend und Terror versinkt. Was dann kommt? Da war Klassenkampf noch ein geordnetes Dasein. Die neue logische Herausforderung heißt: Terror. Der eiserne Kanzler Bismarck oder auch Ludwig Ehrhardt oder auch die Fugger in Augsburg des Mittelalters hatten dies erkannt, und die soziale Marktwirtschaft war nicht etwa ein Instrument des Humanismus, sondern die notwendige Voraussetzung für eine harmonische Gesellschaft. Wer glaubt, die heutige Gesellschaft habe die Grabenkämpfe der Besitzenden gegen die übrige Gesellschaft überwunden, wer hemmungslos und unter Schlachtung der Kuh, die man doch eigentlich zu melken gedenkt, nur kurzfristigen Gewinn einzufahren gedenkt, der befindet sich in seinem Denken noch vor Marx. Guckt in die gierig klitzernden Äuglein der Raffgierigen oder auf die zynische Geste des Viktorie-Zeichens eines Bankdirektors, der sich ziemlich sicher ist, er kann Aktionäre und Sparer, Beschäftigte und Gesellschaft betrügen so viel er will, er findet auch einen Rechtsverdreher, der dies den Richter als Recht verklickert. Übrigens ein schöner Beweis für das Versagen eines Bildungssystems der Reichen: Die verblödeten Erben der Unternehmensgründer der Fünfziger Jahre, die heute Geschäftsführer mit der Heranschaffung ihrer Millionen für Ferraris, Glashütteuhren und andere Annehmlichkeiten beschäftigen, die statt den Reichtum kreativ durch eigene Erfindungen zu mehren, nur an den eigenen Verbrauch denken, die sollten mal Bismarck oder Erhardt studieren oder besser gleich Revolutionstheorien hören, statt auf den doofen Spruch: "Alles wird gut", zu vertrauen. "Friede den Hütten, Krieg den Palästen" lesen, das ist die Konsequenz, die Georg Büchner hemmungsloser Besitzgier entgegenstellte, das ist nach fast 200 Jahren nicht überwunden, sondern das geht gerade erst richtig von vorn los. Man muss die Theorie ja nicht lieben, aber kennen sollte man solche Schriften wie Lenin "Die fünf Hauptmerkmale des Imperialismus" oder vielleicht auch nur das Marx/Engels das "Kommunistische Manifest".

Ein Hoch auf die Unfähigkeit

Die Kultusministerkonferenz hat stellvertretend für die Länder und den Föderalismus überzeugend nachgewiesen, dass unter ihrer Leitung die Deutschen in Mehrheit, nicht die wenigen Eliteschüler, der Verblödung anheim gestellt wurden und natürlich auch weiter werden.
Pisa lässt grüßen. Dem trägt der Koalitionsvertrag nun Rechnung: Die Verblödung ist zum Prinzip erhoben worden, die Länder haben jetzt erst recht freie Hand in 16-facher Ausführung den deutschen Bildungsstandard in 16 Richtungen zu vertrubeln.

Heuchelbande

Welch eine heuchlerische Bande: Da wird der bekennende Sozialist Lothar Bisky, immerhin gaben 53.000 Wähler in Frankfurt/Oder für den Wissenschaftler auch ihre Erststimme, von über der Hälfte der Abgeordneten als Bundestagsvize abgelehnt. Man will den Sozialisten nicht, welch ein Grund. Stasivorwürfe werden zwar generell erhoben, aber es liegt nichts Konkretes vor. Wie anders bei Wolfgang Schäuble, dem macht zwar niemand sein Ministerium streitig, aber jeder weiß auch die Geschichte mit den Parteispenden, die ist in diesem Fall mit mehr Substanz gefüllt, als die Vorwürfe gegen Bisky. Wer regt sich heute schon noch auf, wenn die Rede von "käuflichen Abgeordneten" ist, die werden von handfesten Interessenverbänden mit leicht "verdienten" Zweitgehältern für die Wahrung von Wirtschaftsinteressen "geschmiert" und verraten dabei locker ihre Wähler an Banken- und Energieaktionäre. Verräter an den Interessen der Menschen gibt es überall gleich viele, nur in der DDR hatten sie einen besonders fruchtbaren Nährboden.
Übrigens zur Geschichte der PDS. Die wahren SED-Verbrecher sind 1989 mit wehenden Rockschößen aus der "führenden" Partei ausgetreten. Als feststand, dass es dort nichts mehr zu holen gab, haben sich die Opportunisten längst neu orientiert, eben dorthin, wo man künftig absahnen kann. Lasst Euch das von einem sagen, der mit der SED nie was am Hut hatte. Auch die meisten der Ost-CDUler und andere Blockflöten, die im Oktober 1989 statt zur Montagsdemo zum Empfang der Ersten Sekretäre der SED-Leitungen strömten, Grußbotschaften an die Parteiführung überbrachten und ihr Brötchen ins Buffet-Fett der Machthaber tauchen durften, sollten nicht vergessen sein. Da lieb ich mir doch einen ehrlichen Sozialisten, auch wenn ich nach wie vor den Sozialismus für eine Utopie halte. Euer Lichtl
Mail to Stiegler




Besuche Stammtisch counter
Besuche der Zwickauer counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage