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Populär um jeden Preis
Nun weiß man ja, dass in Zwickau nicht immer alles sehr logisch zugeht: Jüngstes Beispiel im Sommer 2004: Nachdem die Stadt in größter Finanznot steckt, zeichnet sich noch vor der ersten Sitzung des im Juni 2004 neu gewählten Stadtrates ab, dass erst mal richtig unsinnig Geld rausgeschmissen werden soll: Man will neue Bürgermeister. Die alten sind war bis 2008 gewählt und als Wahlbeamte bis dahin zu bezahlen, aber die neuen Kräfte im Stadtrat brauchen auch neue Posten, obwohl sie noch drei Tage vor der Wahl Stein und Bein schworen, mit ihnen soll die Verschwendung nun aufhören. Nun haben es Pia Findeiß und Sven Dietrich als Bürgermeister für Schule, Jugend und Kultur, oder als Bürgermeister für Ordnung und Umwelt zwar fertig gebracht, drei Jahre ohne Skandal oder auch nur ohne Fehlleistung ihr Amt zu bekleiden, aber sie haben das falsche Parteibuch, sie sind Sozialdemokraten. Was ja zur Zeit nicht sehr populär ist.
Der Witz ist: 1. hat noch kaum jemand in Zwickau ein Amt bekleidet, ohne in einen Skandal verwickelt worden zu sein. Eine große Leistung der beiden Amtsinhaber.
2. Ein Großteil der Geldverschwendung in Zwickau liegt eigentlich auf dem Tisch derjenigen, die nun nach der Macht greifen. Die bürgerbewegten Frieder Badstübner, ehemals Grüner oder "Bürgerechtler" oder was auch immer und Angelika Müller, ehemals CDU und vor allem Haus und Grund-Chefin, können sich in dem Erfolg sonnen, wesentlich zur Verschuldung der Stadt beigetragen zu haben. Sie haben dies getan, indem sie jedesmal, wenn die Stadt ihre Bürger an notwendigen Kosten beteiligen wollte, schrien: "Abzocke!" Auch die PDS mit ihrem heutigen Frontmann Bernd Meyer, übrigens auf seinen Wahlplakaten parteilos, hat jede Gelegenheit erfasst, den Zwickauern einzureden, er meine es gut mit ihnen, wenn er dafür sorgt, dass sie nur keine Gebühren zahlen brauchen. Man kann den Leuten ja einreden, der Staat hat für alles aufzukommen, Müll wegbringen, Straßen bauen, Bademeister bezahlen, in der DDR hat das ja alles "wunderbar funktioniert". Übrigens, alles, womit der Staat finanziert, nimmt er von den Steuerzahlern. Schön populär, aber verheerend. Zwei Beispiele: Schon 1994 hat der damalige Bürgermeister für Umwelt und Ordnung, Jürgen Soltau, vorgeschlagen, eine Grundgebühr für Müllbeseitigung einzuführen. Während der umliegende Landkreis seit Jahr und Tag 27 Euro pro Nase kassiert, konnten die Zwickauer jahrelang mit ein wenig Geschick und vollem Kofferaum auf Landfahrt nicht nur ohne Grundgebühr, sondern auch auch ohne einen Pfennig Entsorgungsgebühr auskommen.
Statt seinen Bürgern die Kosten in Höhe von etwa zwei Kästen Pilsner Bier pro Jahr "aufzubürden" sind mehrere Millionen Euro Defizit entstanden. Jedenfalls ein Erfolg von Stadträtin Angelika Müller, die sich heute noch auf die Fahnen schreibt, die Gebührensatzung verhindert zu haben.
Zweites Beispiel: Während landauf und landab seit Jahren die Kommunen für den Bau von Straßen ihre Bürger vernünftig an den Kosten beteiligen, ist es in Zwickau populär, die entsprechende Satzung völlig zu blockieren.
Nun könnte man ja denken, dass die Zwickauer für diese populistische Politik "ihrer Stadt" besonders dankbar wären. Das Gegenteil ist der Fall. Jedenfalls liest man in der Tagespresse immer nur die Meinungen der Meckerer, und am Ende glaubt das jeder: Die letzte Kommunalwahl hat's gezeigt. Diejenigen, die die Stadt maßgeblich mit ruiniert haben - es gibt noch mehr Gründe für den finanziellen Ruin - beispielsweise Bürgermeister, nicht Findeiß und Dietrich, die das Geld mit vollen Händen fremden Scharlartanen nachschmissen, - greifen nun nach den Jobs derer, die sich nichts zu Schulden kommen ließen. Die Stadt kann sich beispielsweise auf einen Bürgermeister Badstübner freuen, wenn nicht vorher der Zwangsverwalter kommt. Euer Lichtl
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