Puccini-Oper La Bohème hatte am Zwickauer Gewandhaus Premiere

Viel Beifall für tiefe Leidenschaft und tragische Liebe



Hier geht´s zurück zur HOMEPAGE

Mimi, Maria Gessler, Rodolfo, Hugo Mallet, Schaunard, Michael Kunze, Colline, Hagen Erkrath, Marcello, Elmar Andree und Musetta, Inga-Britt Andersson Fotos: theater

Große Gefühle und tiefe Leidenschaft

Fulminantes Musikerlebnis mit viel Beifall gefeiert



ZWICKAU – 29. März 2008. „Wie eiskalt ist dies Händchen“. Der Dichter Rudolfo, Hugo, Mallet, wird in der Berührung mit Mimis, Maria Gessler, kalter Hand Feuer fangen. In der kalten Dachkammer der Pariser Künstlerkommune entbrennt eine Leidenschaft, die unter dem bösen Omen einer tödlichen Krankheit steht. Mimi wird am Ende sterben.
Die Puccini-Oper „La Bohème“ hatte Sonnabend Premiere im Zwickauer Gewandhaus.
Noch bevor sich der Vorhang hebt, amüsiert der Clochard Parpignol, Thomas Löffler, als frierender und mit Plasttüten behängter Landstreicher das Zwickauer Publikum, stimmt auf das Milieu der bettelarmen Künstlergemeinde ein. Allerdings: Die Inszenierung unter den Händen von Judica Semler pendelt zwischen himmelhoch Jauchzend und zu Tode betrübt, so nimmt sie von der ersten Minute an die Zuschauer gefangen.

Musetta, Inga-Britt Andersson, mit Alcindoro, Hasso Wardeck: "Wie krieg ich bloß den Alten los!"


Hugo Mallet als Tenor noch relativ jung im Zwickau-Plauener Ensemble hat sich schnell in die Gunst des Publikums gesungen und wird mit viel Beifall gefeiert. Maria Gessler als Mimi hat mit ihrer Stimme und großer Ausdruckskraft die Sympathien der Westsachsen schon seit geraumer Zeit für sich gewonnen. Feinfühlig und romantisch gestaltet Maria Gessler die Rolle der Mimi.
In der kalten Dachkammer der Boheme wirkt schon ein verbranntes Manuskript des Dichters Rudolphe wärmend. Während die Freunde der Kälte und Tristesse entfliehen und in das Pariser Leben eintauchten, wollte Rudolphe nur noch schnell einen Zeitungsartikel zu Ende schreiben, da klopfte die junge Nachbarin. Sie bat den Dichter um ein Licht für ihre Kerze, Zeit für Berührungen und entflammende Leidenschaft.
Dem Liebespaar Mimi und Rudolfo gegenüber stehen das leidenschaftlich mal vereinte, mal zerstrittene Paar Musette, Inga-Britt Anderson als freche und doch gefühlvolle Pariser Grisette und der Maler Marcel, Elmar Andree.
Wie die Charaktere so die Handlung. Erreicht die Klangfülle, das Orchester spielt unter der Stabführung von Georg Christoph Sandmann, am Ende des zweiten Aktes in großartigen Massenszenen im feiernden Quatier Latin eine fulminante Höhe, so meistern die Zwickauer Musiker auch die feinen Töne, die die von Puccini gewählte Detailkraft in der szenische Ausmalung der Gefühle von Mimi und Rudolfo in den einsamen Szenen erfordert. Das wird vom Publikum mit viel Beifall honoriert, der Applaus hält schon zum Pausenvorhang mehrere Minuten an. Da haben die Besucher großzügig über kleinere Ungenauigkeiten in der Ausstattung hinweggesehen und diese der künstlerischen Freiheit anheim gegeben. So saust der Musiker Schaunard, gut besetzt mit Zwickauer Publikumsliebling Michael Kunze, ständig mit einer Spiegelreflexkamera fotografierend durch die Szenerie oder andererseits ist Mimi im Stil der Blumenkinder der Siebziger mit Jeans und Flatterhemdchen angetan, während sich die Gesellschaft dagegen doch meist im Stile der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert präsentiert.
Alles in allen eine sehens- und vor allem auch hörenswerte Produktion des Theaters Plauen-Zwickau.




Theo Stiegler

E-Mail vom 27. März 2009: Sehr gehrter Herr Stiegler
zuerst vielen Dank fuer die schoene Kritik (La Boheme in Zwickau). Aber, Sie nennen mich einen Ensemble Mitglied des Zwickauer Theaters, was zur KEINER ZEIT der Fall gewesen ist! Ich bit seit ueber 10 Jahre freischaffend taetig mit Genuss in allen Ecken der Republik, und will es auch bleiben.
Ich bitte Sie, Ihren schoenen Artikel zu korrigieren, sonst ensteht fuer vielen den Eindruck, das ich nicht mehr auf dem freien Markt zur Verfuegung stehe!
Vielen Dank im voraus
Hugo Mallet



Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647.

zur Stadthalle oder zum Theaterservice


Mail to Stiegler




Besuche La Bohème counter
Besuche DerZwickauer counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage