Künstlergespräch zur Ausstellung „Hin und weg von Zwickau“ des Vereins „Freunde moderner Kunst“

Rosa Loy: „Bilder malen, die nur schön sind, das ist gefährlich…“

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Rosa Loy mit ihrem Bild "Sinnliche Intelligenz" Fotos: Theo Stiegler

Künstlergespräch zur Ausstellung „Hin und weg von Zwickau“ des Vereins „Freunde moderner Kunst“

Rosa Loy: „Bilder malen, die nur schön sind, das ist gefährlich…“


ZWICKAU, im September 2013 – Der Zwickauer Kunstverein „Freunde aktueller Kunst e.V.“ stellt Werke von 20 Künstlern mit Zwickauer Wurzeln in seinen Räumen in der Zwickauer Hölderlinstraße aus. Klaus Fischer, der Vereinschef hatte vergangene Woche drei der ausstellenden Künstler zu einen anregenden Gespräch über Kunst eingeladen. Berühmteste Teilnehmerin war die Leipziger Malerin Rosa Loy, 55, deren Bild „Sinnliche Intelligenz“ die gesamte Rückwand des Versammlungsraumes einnimmt. Weiter waren mit von der Partie der Maler Hartwig Ebersbach, 73, und der Videokünstler Stefan Hurtig, 32.
Rosa Loy lässt ein rätselhaftes Lächeln über ihr Gesicht gleiten. Sie hört Klaus Fischer zu, wie er über ihr Bild „Sinnliche Intelligenz“ referiert. Loys Kommentar: „Ich höre immer gern, wenn mir jemand meine eigenen Bilder erklärt.“ Das Gespräch nähert sich den gestalterischen Elementen in der modernen Malerei. Für Rosa Loy ist ein von ihr gemaltes Bild auch immer ein Stück Tagebuch, und obwohl der Augenblick der Darstellung nie mehr zurückkommt, empfindet sie das Bild wie eine plötzlich geöffnete Tür in die Vergangenheit.

Für Rosa Loy, die ein wenig im Schatten ihres berühmten Gatten Neo Rauch steht, ist klar, die Malerei ist eine Gratwanderung zwischen Kunst und Kitsch. Gerade die Darstellung des Positiven berge immer die Gefahr, ins Banale abzugleiten. „Bilder malen, die nur schön sind, das ist gefährlich, da rutscht man auch schnell in den Kitsch“, sagt die gelernte Gärtnerin, die in Crossen im Norden von Zwickau geboren wurde. Und dennoch, ihre Bilder haben auch immer die Anmutung des Schönen.














Für Rosa Loy, die ein wenig im Schatten ihres berühmten Gatten Neo Rauch steht, ist klar, die Malerei ist eine Gratwanderung zwischen Kunst und Kitsch. Gerade die Darstellung des Positiven berge immer die Gefahr, ins Banale abzugleiten. „Bilder malen, die nur schön sind, das ist gefährlich, da rutscht man auch schnell in den Kitsch“, sagt die gelernte Gärtnerin, die in Crossen im Norden von Zwickau geboren wurde. Und dennoch, ihre Bilder haben auch immer die Anmutung des Schönen.

Hartwig Ebersbach muss seine Bilder flach auf dem Boden liegend malen, da kann ein Farbpunkt schon mal mehrere Tuben Farbe schlucken, und bevor ein Bild in die Vertikale gebracht werden kann, da können schon mal mehrere Wochen der Farbtrocknung vergehen, weil sonst das ganze Bild von der Wand rutscht.














Dies ist weniger der Aspekt, dem Hartwig Ebersbach folgt. Seine Bilder muss er flach auf dem Boden liegend malen, da kann ein Farbpunkt schon mal mehrere Tuben Farbe schlucken, und bevor ein Bild in die Vertikale gebracht werden kann, da können schon mal mehrere Wochen der Farbtrocknung vergehen, weil sonst das ganze Bild von der Wand rutscht. Sein Bild „Flötenspieler“ lässt sich ein Besucher erklären. „Das ist ein Kopf“, sagt der Maler und gesteht, darin steckt eine späte Erotik in meiner Kunst. Trotz der groben Maltechnik möchte Ebersbach nicht als Expressionist gelten, er rechnet sich zu den Vertretern der klassischen Malerei. „Meine Anarchie“, sagt Ebersbach, „kommt aus meiner Vergangenheit. Sein Vater war Schulmeister, und die Malerei sei seine Flucht aus der Gängelei des Lehrerhaushaltes gewesen.
Rosa Loy dagegen lässt in der Darstellung des Details kein Rätsel, ihre Figuren kommen teils fliegend, aber für jedermann gut erkennbar, daher. „Dagegen steckt da Rätselhafte im Inhalt des Gemalten“, meint der Kunstliebhaber Fischer zu erkennen. „Dennoch das Rätselhafte, darf in der guten Kunst nie bis auf den Grund durchschaut werden“, sagt Fischer. „Sonst wird’s ja langweilig“, sagt die Malerin Loy, Loy lebt heute mit ihrem Mann Neo Rauch in Markkleeberg bei Leipzig. „Leipzig und Sachsen ist ein hochverdichteter Kunstraum“, sagt Loy. Sachsen bedeute ihr viel Inspiration und auch Erholung, macht Ros Loy deutlich, die sehr wohll auch New York und Los Angeles kennt. Sachsen bedeute ihr viel.
Weniger wichtig nimmt die Malerin die Computertechnik. „Computer gibt es in meinem Atelier nicht“, sagt sie und fügt hinzu: „Der Computer und das Internet sind Zeiträuber, und trotz des ungeheuren Umfangs der Informationen im Netz, fehlt es doch immer an erreichbaren Tiefe. Wenn ich wirklich was wissen möchte, gehe ich noch immer in die Bibliothek“, sagt Rosa Loy.
Die Ausstellung „Hin und weg“, von Zwickau verweht in der Hölderlinstraße in Zwickau ist noch bis 18. Oktober 2013 zu sehen.
Theo Stiegler
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