Otto Mueller – Ausstellung eines eigenwilligen Expressionisten in den Zwickauer Kunstsammlungen

Wegbereiter und Mitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“


Hier geht´s zurück zur HOMEPAGE

"

Otto Mueller – Ausstellung eines eigenwilligen Expressionisten in den Zwickauer Kunstsammlungen

Wegbereiter und Mitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“



ZWICKAU, 5. Februar 2012 – Hans-Dieter Mück steckt voller Anekdoten über Otto Mueller.
Dem Expressionisten Otto Mueller, 1874 bis 1930, ist die neue Ausstellung in den Zwickauer Kunstsammlungen vom 5. Februar bis 6. Mai gewidmet.
Mit einfachsten Strichen und Formen eine ganze Geschichte erzählen - die Bilder von Müller bedürfen keiner Erklärung. Nackte Mädchen am Ufer eines Sees überraschen den Betrachter durch ihre direkte Wirkung auf die Empfindungen. Lange Sessionen hat Mueller mit Max Pechstein und Erich Heckel an den Moritzburger Seen mit Aktmalen in der freien Natur zugebracht. Die unmittelbare Berührung mit der Natur steht im Mittelpunkt der Malerei von Mueller, der, so Mück, zu unrecht über viele Jahre in ein zu enges Korsett gezwängt wurde. Tief beeinflusst haben den eigenwilligen Mueller, so der Mueller-Spezialist, die Darstellungen der Antike und der ägyptischen Malereien der Pharaonenzeit. Die kryptischen Vereinfachungen und doch treffenden Darstellungen übten einen nachhaltigen Einfluss auf die Bilder des Expressionisten aus, und doch strahlen die Bilder Muellers eine faszinierende Lebendigkeit aus. Ein ganzes Leben für die Liebe. Akte seiner Ehefrau und seiner Geliebten dominieren die Szene der Bildinhalte. Ob es Liebespaare sind, verspielte Mädchen oder auch in Mordszenerien gipfelnde Kriminalgeschichten, das Nackte hat Mueller gefesselt.
Der völlig eigene Weg und die Einzigartigkeit hebt den Maler aus der Masse, hat aber auch dazu geführt, dass er schlecht zugeordnet werden konnte. Mehrere Jahre mit seinen Brückefreunden haben dem Maler seinen eigenen Stil nicht nehmen können. Seine Rebellion gegen Lehrer und Kunstrichtungen habe auch dazu geführt, dass er im fernen Breslau zwar nicht vergessen wurde, er aber auch nicht in der Kunstwelt präsent blieb, bedauert Mück die Entwicklung.
Umstritten aber auch: Offensichtlich verkaufte sich seine Kunst nicht schlecht. Und sein Lebensstil als Bohemien ist kein Geheimnis: Das Kunstmalerklischee - des Künstlers der sich auch immer in sexueller Umarmung mit seinem Modell befindet – hat Mueller vollendet gelebt. Mück erzählt gern, dass Mueller in seinen Breslauer Atelier in den Zwanziger Jahren nicht nur gemalt, sondern auch wochenlang, ohne nach Hause zu gehen, gelebt und geliebt hat, von jungen Elevinnen, Modellen und Gespielinnen umgeben. Und doch, Otto Mueller mit seiner ersten Geliebten und Ehefrau Maschka, Hochzeit 1905, Scheidung 1921, in einer engen lebenslangen Partnerschaft bis zu seinem Tod 1930 verbunden geblieben.



Kurator Mück hat von Mueller nun 127 Werke zusammengestellt und ist froh, dass er damit eine erste repräsentative Retrospektive eines der bedeutendsten Expressionisten zeigen kann. Als Mitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“ fiel seine Kunst auch der Naziideologie „entartete Kunst“ zum Opfer und viele Werke Muellers wurden vernichtet.









Kurator Mück hat von Mueller nun 127 Werke zusammengestellt und ist froh, dass er damit eine erste repräsentative Retrospektive eines der bedeutendsten Expressionisten zeigen kann. Als Mitglied der Künstlergruppe „Die Brücke“ fiel seine Kunst auch der Naziideologie „entartete Kunst“ zum Opfer und viele Werke Muellers wurden vernichtet.
Die Ausstellung in Zwickau ist der Auftakt einer Reihe. Die Ausstellung wird nach Zwickau in Heilbronn, in Duisburg und in Litauen zu sehen sein.
Museumsleiterin Petra Lewey ist froh mit Mueller ein weiteren bedeutenden Freund und Wegbegleiter von Max Pechstein in den Zwickauer Kunstsammlungen zeigen zu können.
Theo Stiegler

------------------------------------------------------
Stadtverwaltung Zwickau
Medieninfo Nr. 024 vom 26. Januar 2012
------------------------------------------------------

Das Kulturamt informiert:
KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU ERHALTEN SCHENKUNG
Werk von Otto Mueller hat direkten Bezug zu Max Pechstein

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Einfach.Eigen.Einzig: OTTO MUELLER“ am 5. Februar erhalten die Kunstsammlungen Zwickau eine besondere Schenkung eines Privatsammlers. Bei dem Werk „Am Ufer der Moritzburger Seen Sitzender“ handelt es sich um den Andruck eines Holzschnittes von Otto Mueller, der einen direkten Bezug zu Max Pechstein und damit zu seiner Geburtsstadt Zwickau hat. Der Holzschnitt war für den Umschlag der VII. Jahresmappe der „Brücke“ 1912 gedacht, die Werke Pechsteins beinhalten sollte, jedoch aufgrund des Ausscheidens von Pechstein aus der Gruppe nicht zur Auslieferung kam. Die Schenkung wird die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Dr. Pia Findeiß, entgegennehmen.

Der Sammler Dieter W. Posselt betrachtet seine gesammelten Werke als „Gäste“, die ihn geistig bereichern und ebenso zu neuen Aktivitäten anspornen. Als er am 13./14. Februar 1945 im Haus seiner Eltern in Dresden als Elfjähriger die Luftangriffe ganz knapp überstanden hatte, konnte er noch nicht ahnen, dass er Werke Otto Muellers sammeln, zu seiner wissenschaftlichen Aufarbeitung beitragen und diese Schenkung an sein Geburtsland Sachsen machen würde. In diesem Sinne soll seine Sammlung vor allem der Beförderung einer von persönlichen Interessen freien und auf Dauer unabhängigen Erforschung von Leben und Werk Otto Muellers dienen. So kann entsprechend den Intentionen dieses leidenschaftlichen Sammlers wieder ein Objekt aus seiner Sammlung an einen Ort und mit einer ganz bestimmten Motivation beheimatet werden.

Die Kunstsammlungen können dank dieser Schenkung das erste Werk von Otto Mueller in den Bestand der graphischen Sammlung aufnehmen. Die Sonderausstellung zu Otto Mueller, einem der Wegbereiter der Künstlergruppe Brücke, wird am 5. Februar um 15 Uhr eröffnet. Bis 6. Mai sind 127 Werke zu sehen, darunter Gemälde, Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen und Lithographien.


Informationen zur Ausstellung:


Einfach, Eigen, Einzig

OTTO MUELLER 1874 – 1930
Wegbereiter der „Künstlergruppe Brücke“
und deren »selbstverständliches Mitglied«
Gemälde, Gouachen, Aquarelle,
Farbkreide-Zeichnungen, Malbriefe, Lithographien, Holzschnitte
1902 — 1929

127 Werke aus öffentlichem und privatem Besitz
Eine Ausstellung der Otto Mueller-Gesellschaft e.V. Weimar
Konzeption und Realisierung: Artus GmbH Dr. Mück, Utenbach/AP

Ausstellung:
5. Februar bis 6. Mai 2012, Kunstsammlungen, Lessingstr. 1,
08058 Zwickau
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr


Mail to Stiegler




Besuche "Land des Lächelns"counter
Besuche DerZwickauer counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage