Zwickauer Kulturnacht im Juli 2007


Von der Bildhauerperformance bis zum Hexenwein, von Ritter Runkel bis zur Gespenstergeschichte, von Brühlette Royal bis zum Musikfest

siehe auch Ritter Runkel im Schloss Osterstein

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Prächtig und exotisch: Das Peking Jugend-Orchester, die am weitersten gereisten Gäste der Saxionade bei Aufmarsch auf den Zwickauer Hauptmarkt. Fotos: Theo Stiegler

Daniel Jakob ist Herr der über 500 Jahre alten Rußküche in den Zwickauer Priesterhäusern

Von der farbenprächtigen Show 600 junger Musikanten bis zur „Brühlette Royal“ einem fettigen Stück heißer Wurst –

Kunst in Zwickau in der ersten Kulturnacht der Muldestadt


ZWICKAU, 7. Juli 2007 – Den farbenprächtigen Auftakt zur Zwickauer Kulturnacht gab’s schon am Nachmittag: 600 junge Musiker mit Majoretten und phantasievollen Kostümen von den Niederlanden bis China spielten den begeisterten Zwickauern auf dem Hauptmarkt eins auf, von der unverwüstlichen „Rosamunde“ bis zum „River Kwai“-Marsch wurden die Melodien mitgesungen und geklatscht. Tausende Zwickauer waren auf dem Hauptmarkt erschienen, um die Show der jungen Blasmusiker zu genießen. Bei leichten Wind und Sonnenschein wurden die Orchester stürmisch gefeiert.
Dabei hatten die Muldestädter mehr als die Qual der Wahl: 25 Veranstalter richteten am 07.07.07 die 1. Zwickauer Kulturnacht aus.
Kunst, Musik, Theater und Literatur – alle Sparten waren angetreten und buhlten um die Gunst des Publikums: Innenstadt mit Markt und Hauptstraße, Priesterhäuser und Hochschulbibliothek, Museum und Alter Gasometer, selbst die größte Zwickauer Baustelle, der Tunnel der B93 zwischen Mulde und Innenstadt lockten mit den verschiedensten Veranstaltungen.

Die Majoretten des Bernsdorfer Jugendblasorchesters bei ihrem Auftritt

Der Zwickauer Bildhauer Jo Harbort ließ vor Publikum im Museumsgarten die Kettensäge kreischen, und unter seinen geschickten Händen entstand zur Freude der Zuschauer im Nu ein rustikales Holzschild für das nächste Gartenfest. Da waren eher die Kunstliebhaber unter sich und Harbort fand: „Vielleicht sind so viele Veranstaltungen gleichzeitig auch nicht das Optimum.“ Trotzdem die Stadt war voll, und während am Abend ein gespanntes Publikum im Domhof den Schwanenschloss-Kinderchor mit „Jakobs-Zaubertrank – Eine jazzige Musicalsuite“ erlebte, wurde im daneben stehenden Priesterhaus Nummer 6, ein echter Zaubertrank gebraut: Daniel Jakob hat das Rezept für einen Zwiebelwein aus einer 1530 in Zwickau verbreiten Schrift „Kuchenmeisterey“ entschlüsselt: „Und willst Du einen Zwiebelwein machen, den macht man wie Pomeranzenwein, man vermischt ihn mit guten Essig. Das ist für die Gebrechen. Versuch folgendes: Nimm einen vergifteten Wurm, eine Spinne, Eidechse oder Schlange …“. Und während Jakob in der offenen Russküche des Priesterhauses sein Feuer entfacht, das Rezept vorliest und den Wein rührt, verfolgen die Besucher amüsiert und ohne echten Glauben an den Wurm, das Geschehen mit tropfendem Zahn, bis endlich die Becher kreisen können. „Wer den Wurm findet, muss ihn zurückgeben!“ Derweil kamen im Schloss Osterstein auch Ritter Runkels Heldetaten, frei nach Hannes Hegens „Mosaik“ zur Freude des Publikums wieder zu Ehren, mopo berichtete von der Premiere "Ritter Runkel im Schloss Osterstein"
Die Initiatoren der Kulturnacht: Alter Gasometer, Kunstverein Freunde Aktueller Kunst, Kultour Z., Robert- Schumann-Konservatorium sowie das Theater Plauen-Zwickau hatten für die Kulturnacht ein über 10-stündiges Programm zusammengestellt.
Der Kunstverein "Freunde Aktueller Kunst e.V." eröffnet sein großes Projekt "Brühlette Royale - Peripherie als Zentrum" zu dem Arbeiten von 30 nationalen und internationalen Künstlern in den Kunstsammlungen und in der Stadt gezeigt werden: Der Mittelpunkt, ein fettiges Stück heiße Wurst in Form eines Fünfkilogoldbarrens. Man muss die Sicht eines Weltbürgers mitbringen, um in der „Brühlette“, wie sie seit 40 Jahren auf dem Zwickauer Neumarkt reißenden Absatz findet, als Kunstobjekt mit dem Potential eines Hamburgers zu erkennen. „Brühlette Royale“ wird die Zwickauer noch den ganzen Sommer lang beschäftigen, dank dem Kunstverein „Freunde Aktueller Kunst“, der die Brühlette aus der Anonymität des Alltags in den Kunsthimmel befördern will.
Theo Stiegler


Das Jugendblasorchester Hohenstein-Ernstthal

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Aufmarsch der Musikanten.

Mit der Kettensäge - Jo Harbort fertigt das Schild für das nächste Museumsgartenfest.


Das Jugendblasorchester Peking

Das Weinrezept für Zwiebelwein a la 1530, wie es in dem Buch Kuchen Meisterey noch heute im Original in der Ratsschulbibliothek in Zwickau aufbewahrt wird.

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