Premiere am Zwickauer Gewandhaus: Komödie im Dunkeln von Peter Shaffer


Vergnügliches Chaos begeistert Publikum


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Miss Furnival, Else Hennig, Carol Melkett, Henriette Fee Grützner, Colonell Melkett, Dieter Maas, Brindsley Miller, Benjamin Petschke. Fotos: Theater

Premiere am Zwickauer Gewandhaus: Komödie im Dunkeln von Peter Shaffer

Vergnügliches Chaos begeistert Publikum



ZWICKAU – Der Weg ist das Ziel, und die Handlung führt auch nach zwei Stunden vergnüglichem Spiel zu keinem erkennbaren Resultat, aber das Publikum lacht Tränen. Zunehmend spitzen sich die Verwirrungen im Haushalt des mittellosen Bildhauers Brindsley Miller, Benjamin Petschke, zu.
Am Zwickauer Gewandhaus hatte die Komödie im Dunkeln von Peter Shaffer am 30. Dezember 2011 Premiere.
Für das junge Paar Brindsley Miller und Carol Melkett, Henriette Fee Grützner, steht viel auf dem Spiel. Ein interessierter Kunstmäzen, der stinkreiche Russe George Godunow, Hans-Joachim Burchardt, hat sich angesagt. Er möchte eine oder mehrere Statuen kaufen. Damit wären die Beiden saniert.
Um ein wenig vor dem erwarteten Besuch anzugeben, hat man sich bei dem besser ausgestatteten Nachbarn, Möbel und Kunst ausgeliehen. Natürlich weiß der nichts von der Leihaktion.

Corol Melkett, Henriette Fee Grützner - Brindsley Miller, Benjamin Petschke - Clea, Marsha Zimmermann - Colonell Melkett, Dieter Maas - Harold Gorringe, Frank Siebers














Im Moment der Erwartung geht das Licht aus, Kurzschluss. Der Nachbar, Frank Siebers, kehrt unvermittelt nach Hause zurück, Brindsleys Schwiegervater Colonel Melkett, Dieter Maas, erscheint auf der Szene und zu allen Überfluss ruft auch noch Brindsleys Geliebte Clea, Marsha Zimmermann, an, sie ist auf dem Weg.
Der Regietrick: Die Bühne ist hell erleuchtet, und alle tun so, als ob sie im Finstern durch die Wohnung tappen, das reine Slapstick. Eine hilfreiche Nachbarin Miss Furnival, Else Henning, übernimmt die Getränkeversorgung. Und im Dunkeln geht schon mal was daneben, oder besser direkt aus dem Flaschenhals in den Damenhals. Man weiß ja, dass Harald Junke toll den Besoffenen auf der Bühne spielen konnte, es ist aber nicht sicher, ob er von Else Henning auf der Zwickauer Gewandhausbühne am Ende nicht übertroffen wird, das Publikum jedenfalls ist vor Begeisterung fast aus dem Häuschen, und während der arme Brindsley eifrig bemüht ist, im Schutz der Dunkelheit die ausgeliehenen Möbel wieder in Nachbars Wohnung zu transportieren, macht sich der Nachbar mit sicheren Griff an den zarten Seiten von Brindsleys Verlobter zu schaffen. Die Dunkelheit enthüllt es, die anscheinend bigotte Nachbarin würde gern mehr körperliche Zuneigung von Brindsley erfahren, nur der zackige Colonel Melkett kriegt am Ende immer statt des gewünschten Whiskeys nur immer wieder die alkoholfreien Getränke zu fassen. Dieter Maas brilliert als typischer Militär mit markigen Sprüchen und sorgt auf seine Weise für zunehmende Verwirrung auf der Bühne. Inzwischen ist auch die erotische Clea eingetroffen. Marsha Zimmermann als eigentliche Liebe des armen Bildhauers zieht sich denn auch schon mal aus und zeigt Bein, das sieht nun leider nur das Publikum, denn die Akteure, die inzwischen alle durcheinander wuseln, sehen ja angeblich nichts. Die arme Carol, die biedere Verlobte tut einem fast schon ein wenig leid, so überzeugend spielt Henriette Fee Grützner die Rolle der naiven Carol.
Eine Meisterleistung an Choreographie, mit der Regisseur Peter Kube alle seine Schauspieler auf der Bühne gezielt chaotisch durcheinander stolpern und zusammen stoßen lässt.
Als dann auch noch der aus dem Elektrizitätswerk angeforderte Elektriker Schupanski, Hans-Joachim Burchardt, erscheint und mit russischem Akzent spricht, ist das Chaos endgültig perfekt.
Im Grunde genommen braucht zu diesem Zeitpunkt schon niemand mehr den erwarteten reichen russischen Kunstsammler.
Nach zwei Stunden mit köstlichem Witz gibt’s lang anhaltenden Beifall.
Ausstattung von Barbara Blaschke.

Theo Stiegler
Karten 0375 27411 4647

Harold Gorringe, Frank Siebers - Clea, Marsha Zimmermann - Brendsley Miller, Benjamion Petschke.





Premiere Zwickau 30. Dezember 2011

Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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