"Das Käthchen von Heilbronn" am Zwickauer Gewandhaus


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Fotos:theater plauen-zwickau

Heinrich von Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“ hatte Premiere in Zwickau

Bedingungslose Liebe in romantischer Kulisse


ZWICKAU, 21.4.2006 – Käthchens Schicksal ist es, den Ritter Friedrich von Wetter, Graf vom Strahl zu lieben. Bedingungslos. Das große historische Ritterspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ hatte am vergangenen Freitag in Zwickau Premiere. Dass Frauen unter gänzlicher Aufgabe ihres bisherigen wohlbehüteten Lebens bedingungslos eben können, erleben derzeit Millionen Leser aktuell und ganz real in Corinne Hofmanns Lebensgeschichte „Die weiße Massai“. Insofern hat Heinrich von Kleist vor 200 Jahren auch den Finger in der heutigen Zeit. Käthchen, Sandrine Guiraud, ist dem Grafen zu Strahl, Maximilian Nowka, vom ersten Augenblick an verfallen.

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Ihr Vater, Theobald Friedeborn, Waffenschmied von Heilbronn, Dieter Maas, indessen glaubt, dass die Hörigkeit seiner Tochter den Zauberkünsten des Grafen zuzuschreiben ist. Mit seiner Klage gegen den Ritter vorm Femegericht beginnt das eigentliche Spiel, das Regisseurin Tamara Korber in der Ausstattung von Christian Rinke wirkungsvoll im Zwickauer Gewandhaus in Szene gesetzt hat. Im Vorspiel versetzten Schwertkämpfer mit Zweihändern die Zuschauer in die Zeit des Mittelalters. Überhaupt haben die Zwickauer nichts versäumt, was die Ritterzeit und ihre romantische Überhöhung als Hintergrund des Liebes- und Intrigenspiels ausmalt. Der pantomimische Schwertkampf, dunkle Kulissen, rot bekleidete Schutzengel umrahmen die gesamte Handlung. Sandrine Guiraud als Käthchen weiß dieses Podium voll auszuschöpfen. Sie brilliert als zarte, unschuldige Liebende, die unangefochten die abweisende Haltung des Ritters vom Strahl, die Anfechtungen der Rivalin um die Liebe des Ritters, Kunigunde von Thurneck, Marie-Louise von Gottberg, übersteht und spielt sich in die Herzen des Publikums der leider nur zu zwei Dritteln verkauften Premiere. Kunigunde und ihrer Kammerzofe Rosalie, Jenny Rehs, gelingt es, auf der insgesamt ziemlich düsteren Szenerie, als Farbpunkte zu leuchten, obwohl sie es doch sind, die man rechtzeitig als die Bösen im Spiel ausmachen sollte. Auch ein wenig Humor durchzieht die dramatische Handlung der Zwickauer Inszenierung und hellt diese auf. Egbert Soutschek als Knecht Gottschalk und Holger Schmidt als Gastwirt Jakob Pech setzten schon durch ihr urkomisches Erscheinungsbild und mehr noch durch pointiertes Spiel notwendige Kontrapunkte im ernsten Ablauf des Ritterromans auf der Zwickauer Gewandhausbühne. Man darf auch lachen. Dem Publikum hat die insgesamt sehr klassische und werktreue Inszenierung gut gefallen und das Spiel wurde mit reichlich Schlussapplaus belohnt. Nächste Vorstellungen: 25. April, 19.30 Uhr, 3. Mai, 19.30 Uhr. Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647. Theo Stiegler Theo Stiegler
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Die nächste Vorstellung in Zwickau .Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647. Theo Stiegler


Ticket-Service theater zwickau, Gewandhaus, Telefon 0375 834647, 08056 Zwickau oder Tourist-Information, Hauptstraße 6, 08056 Zwickau, Telefon 0375 19433. zur Stadthalle oder zum Theaterservice

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