9. Internationales Trabant-Fahrer-Treffen

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Tausende Trabis reihten sich wieder auf dem Zwickauer Flugplatz auf. ImHintergrund stellen sich 220 zu Olympischen Ringen: Die Trabifangemeinde wirbt für Sachsen als Olympiaausrichter 2012.

Stefanie Deeg aus Plauen hat im Trabiclub aus Geisa eine lustige Truppe zum Abfeiern gefunden. Fotos: Theo Stiegler.

Größtes Treffen der Freunde des Kultautos aus Zwickau in Zwickau

Das 9. Internationale Trabant-Fahrer-Treffen vom 21. bis 23. Juni 2002

Wochenende der Plasteautos lockt Fans von England bis Rumänien nach Zwickau

140 Meter große Olympiaringe aus 220 Trabis werben für Sachsen 2012

Für die 18 Jahre alte Stefanie Deeg aus Plauen gibt´s zum Wochenende um den Sommeranfang keinen anderen Termin, da ist in Zwickau immer Trabitreffen, das versäumt Stefanie nur ungern. Richtig lustig trafen wir die Friseurin am Sonnabend im Kreis der Trabifreunde aus Geisa in Thüringen. Die Freunde waren zu acht angereist und hatten schon jede Menge Bekanntschaften geschlossen. Seit 1996 lassen sich die Geisaer den Event auf dem Zwickauer Flugplatz nicht entgehen. 2500 Trabis sind es in diesem Jahr, die den Weg nach Zwickau fanden. Seit 1994 trifft sich dort die Trabiwelt, um zu fachsimpeln, Ersatzteile zu tauschen, Freunde und Gleichgesinnte zu treffen. Jahr für Jahr hat sich immer mehr Freundschaften gebildet, und die Freude ist groß. Fast schon einen Regelbruch beging dieses Jahr Petrus. Sonnenschein den ganzen Sonnabend, das hat es seit Jahren nicht gegeben. 1994 begann ein enthusiastisches Grüppchen, die Trabifreunde zum Treffen in die Geburtsstadt des Plasteautos einzuladen. Seit dem kommen die Besitzer von Trabis wohlgepflegt und chromblitzend, kurios aufgemacht, detailversessen und original erhaltener Oldtimer, Trabant-Cabrio-Besitzer zum Treffen nach Zwickau auf den Flugplatz. Nur dort ist genügend Platz, um die Massen aufzunehmen. Neben den Tausenden Trabanten mit ihren Besitzern kommen auch jedes Jahr Zehntausende Zwickauer, die die Verbindung zu ihrem Lebenswerk nicht loslässt, die ihre Enkel mit Geschichten zum Trabant vertraut machen. Der Anblick der verschiedensten Trabis weckt zahllose Erinnerungen bei den ehemaligen Sachsenringwerkern.

Phantasievolle Umbauten

Keine Grenzen scheint es bei Umbau des Trabis zu geben. War mehrere Jahre ein Himmelbett mit Blümchen und angebauten Badezimmer der Renner unter den Exoten, kamen diesmal Panzer und Blumenwiesen auf Trabifahrgestell zum Treffen. In über zehn Kategorien zeichnen die Veranstalter den besten Trabi aus. Original erhaltene 500ter aus dem Jahr 1958, gut erhaltene 601er aus verschiedenen Jahrgangsklassen, Sonderlackierungen, umgebaute Cabrios und eben auch phantasievolle Schöpfungen werden von fachkundigen Zwickauern bewertet und die Besten ausgezeichnet.

Fachwissen aus erster Hand

Nichts entgeht den Augen von Werner Lang und seinen Kollegen. Lang gilt der Fachwelt als einer der Väter des Trabanten. Seit 1953 Technischer Direktor noch im damaligen Horchwerk lag die Entwicklung des DDR-Kleinwagens mit in seinen Händen, und die Storys um die ersten Versuche aus der Mitte der Fünfziger Jahre, fehlendes Blech durch Plaste zu ersetzen, füllen Stunden. Farbe die auf der Plaste nicht haften wollte, zwölf Mann auf dem Dach des Wägelchens zum Beweis der Festigkeit, welches neue Autos wollte das aushalten, und doch, einer rutscht aus, knallt mit den Hintern auf die Dachmitte und peng, war die Plaste gerissen, das alles fünf Minuten vor Beginn der Leipziger Frühjahrsmesse. Zielsicher greift der Veteran Lang im Alter von 83 Jahren noch heute unter die Motorhaube, und schon hat er einen Luftfilter, „der passt nicht in den Jahrgang ´62, damals wurden andere verwendet, Minuspunkt für Originalität“.

Bis aufs letzte I-Tüpelchen

Einer, der es ganz genau nimmt, ist Hans-Achim Neubert aus Burkhardtsdorf. Dem Rentner mit eigener Werkstatt hat es ein waldgrünes Cabrio angetan. „Da müsste noch eine Nummer mit GT, Grenztruppen der DDR dran“, sagt ein Besucher. Neubert hat dafür ein nachsichtiges Lächeln. „Das ist ein Forstkübel“, klärt er auf. Als Modifikation zum Armeekübel wurde der Trabant für die Forstwirtschaft gebaut. Da fehlen die Halterungen für die Kalschnikow, die Antenne für den Kurzwellenempfang und vieles andere mehr. Sauber blitzt der Motorraum. Ein kleiner Kratzer. „Macht nichts“, meint der Besitzer, „bei so einem Auto kann man den Pinsel nie aus der Hand legen. Manchmal hat Neubert schon Jahre warten müssen, bis er das richtige Teil für seinen Kübel bekommen hat. Voriges Jahr zeichnete die Jury das Auto mit einem ersten Preis aus, so genau ist die Rekonstruktion des einstigen Rosthaufens gelungen. Stolz hat Neubert Ansichtskarten von diesem Ereignis machen lassen, die gibt er jetzt mit Autogramm an Freaks, die solch akribisches Basteln zu schätzen wissen. In der Edelklasse, den besterhaltenen Oldtimern der Trabantgeburtsstunde, der Kategorie I, Trabant P50/P60, erhielt diesmal Gerhard Zechel aus Hoyerswerda den diesjährigen 1. Preis.

Unterhaltung pur

Viele Fans kommen wegen der Unterhaltung. Auf mehreren Bühnen geht die Post ab. Nach der rauschenden Radio PSR Weekend-Party im Festzelt, die in der Nacht vom Freitag zu Samstag die Augen noch klein erscheinen lässt, folgte am Sonnabend früh ein weiterer Höhepunkt: Ein Stellen der Olympischen Ringe mit 220 Trabis auf einer Fläche von 140 mal 75 Metern als Werbung für Sachsen als Austragungsort der Olympiade 2012. Wer unterhalten werden wollte, der fand für sich die richtigen Angebote. Aber, die meisten Fans kommen, um miteinander zu feiern. International ist das Treffen seit Jahren. Unter den angereisten Teilnehmern befanden sich auch diese Jahr wieder Trabantfreunde aus allen Bundesländern sowie aus Frankreich, Holland, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Großbritannien. Älteste Teilnehmerin war die 72 Jahre alte Margarete Stopp aus Falkenstein im Vogtland. Traditionell gestartet wurde das Treffen am Freitag abend mit dem Eintreffen der Trabantrallye, die am 14. Juni gestartet war. Unter dem Beifall Tausender wurden die Siegerteams der 50 teilnehmenden Rallye-Mannschaften am Sonnabend 14 Uhr auf der Hauptbühne gekürt. Den Sieg holten Birgit und Michael Lorenz aus Wyhra.

Flitterwochen unterm Trabidach

Das Paar auf Platz vier verdient besondere Erwähnung: Ivonne und Jonny Kupke gaben sich vor dem Auftakt der Rallye im Standesamt Zwickau das JA-Wort, und fortan erlebten sie auf der Rallye eine Flitterwoche. Ein Höhepunkt des Treffens ist seit Jahren die Wahl der Trabi-Qeen und des Trabis-Champ. Beim diesjährigen Finale auf der Hauptbühne behielten Antje Kletzke aus Bischofswerda und Jörg Heymann aus Voigtsgrün die Nase vorn. Sie sind jetzt das amtierende Queen- und Champpaar bis zum nächsten Treffen im Jahr 2003. Am Sonntag fuhren über 2000 Trabis auf der abschließenden Trabi-Live-Parade durch die Stadt Zwickau, verabschiedeten sich für dieses Jahr von der Stadt der Trabibauer. Theo Stiegler Mehr über die Geschichte des Trabitreffens erfahrt ihr hier Trabigeschichte oder bei zum "Super-Trabi", by, by bei "DerZwickauer" und tschüs

Werner Lang und Winfried Sonntag gelten als Pioniere der Trabi-Entwicklung. Heute sind sie gefragte Experten und Schiedsrichter in Sachen Originalität gepflegter Oldtimer.

Den Sieg in der diesjährigen Trabantrallye vom 14. bis 21. Juni 2002 holten Birgit und Michael Lorenz aus Wyhra


Auch für die Technikmuffel war gesorgt, wie hier bei der Bademodenschau.

Man will es nicht glauben, aber auch unter diesem Cabrio steckt ein Trabant.

Die Exoten mit phantasievollen Trabidesign sind etwas seltener geworden.

Campingidylle im Fahrerlager.

Ersatzteile für den Trabanten: Das Trabitreffen bietet fast alles was das Herz wünscht.
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