Zwickauer Eisenwerk „Fackel“ erwacht für eine Woche zu neuem Leben
das Wortmonster Industriebrachenumgestaltung schrumpft auf den Symposiumnamen Ibug zusammen

Sprayer und Maler von Mexico bis China treffen sich Zwickau

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„Farbgefühl“ nennen sich die beiden Jenaer Freunde Michael Pook und Michael Drosteck, die großflächige Plastiken im Stil von Historiengemälden gestalten. Fotos: Theo Stiegler

Zwickauer Eisenwerk „Fackel“ erwacht für eine Woche zu neuem Leben
das Wortmonster Industriebrachenumgestaltung schrumpft auf den Symposiumnamen Ibug zusammen

Sprayer und Maler von Mexico bis China treffen sich Zwickau


ZWICKAU, August/September 2013 – Das Zwickauer Eisenwerk im Norden der Stadt hieß im Volksmund auch „Fackel“. Aus den Essen stiegen helle Feuerlohen in den Himmel. Bis 1996 wurden in den Werkhallen Maschinenteile noch aus Eisenschmelze gegossen. Dann zog der Investor, der das Werk von der Treuhand erworben hatte, mit der Produktion weiter nach Polen.

Bis 1996 wurden in den Werkhallen Maschinenteile noch aus Eisenschmelze gegossen.


















Das Werk wurde geschlossen, die Hallen vergammelten bis heute. Nun trafen sich über Künstler für eine Woche auf dem Gelände, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.









Der Schweizer Dominik erzählt erzählt weiter: „So eine Ruinenlandschaft kennen wir in der Schweiz nicht, schon die Industriebrache an sich ist ja schon ein Kunstwerk.“ Der studierte Animationsfilmer ist restlos begeistert von der Location, wie er das alte Eisenwerksgelände nennt








„Grandios“, sagt der Schweizer Dominik Rügg, 27, der begeistert über die Kulisse des morbiden Hallenensembles ist. Dominik ist studierter Animationsfilmer. Graffiti betreibt er als Hobby. Er hat von seinem Freund David Kümmerin, 31, über das Zwickauer Event mit dem Grundgedanken Kunst des öffentlichen Raums auf der alten Industriebrache Eisenwerk, ibug, erfahren und ist spontan mit nach Zwickau gereist. David Kümmerin passt seine Installation Chamäleon in die Hallenkomposition ein. (Foto david_kuemmerin_1). Für die beiden Schweizer ist der Event eine tolle Spielwiese für ihre Kreativität, da macht es auch nichts aus, dass nach dem 1. September die Brache wieder in der Nacht des Verfalls versinken wird. Pressesprecher Michael Lippold, 37, sagt: Der Verfall ist nicht aufzuhalten. Das Gelände wird nach der Ibug wieder für die Öffentlichkeit gesperrt, der Verfall geht weiter und damit geht auch die Kunst des Augenblicks den Weg in die Vergänglichkeit.“
Der Meeraner Graffitikünstler Tasso, mit bürgerlichen Namen Jens Müller hatte 2006 die Idee mit der Industriebrachenumgestaltung in seiner Heimatstadt Meerane, seitdem treffen sich nicht nur Sprayer zum nunmehr schon 8. Ibug, um sich „mal richtig auszutoben“.


Der Meeraner Graffitikünstler Tasso, mit bürgerlichen Namen Jens Müller hatte 2006 die Idee mit der Industriebrachenumgestaltung in seiner Heimatstadt Meerane, seitdem treffen sich nicht nur Sprayer zum nunmehr schon 8. Ibug, um sich „mal richtig auszutoben“.

















Der Schweizer Dominik erzählt erzählt weiter: „So eine Ruinenlandschaft kennen wir in der Schweiz nicht, schon die Industriebrache an sich ist ja schon ein Kunstwerk.“ Der studierte Animationsfilmer ist restlos begeistert von der Location, wie er das alte Eisenwerksgelände nennt. Auch sonst ist das Festival für Graffiti-Künstler, Wandmaler und Installationen aller Art für die Freunde ein voller Erfolg, wo sie sich fast ohne Grenzen selbst verwirklichen können.
„Farbgefühl“ nennen sich die beiden Jenaer Freunde Michael Pook und Michael Drosteck, die großflächige Plastiken im Stil von Historiengemälden gestalten. Die Thüringer haben einen hinteren Hallenteil der ehemaligen Gießerei mit überdimensionalen Figuren in einer Landschaft zu einem plastischen Bild gestaltet
Da haben sich die Beiden in der Animation selber in Szene gesetzt.
Die Begegnung der über hundert Künstler aus zehn Ländern von Mexiko bis China macht den Reiz des Treffens für viele der angereisten Teilnehmer aus. Da braucht es auch nicht viel Komfort. Zelte, Schlafsäcke für die Nacht, ein Bad in der Mulde als Morgentoilette sieht der Schweizer Dominik als ausreichend aus.
Wer es doch ein komfortabler haben möchte, die Münchner Grafikerin Nadja Voß mit Künstlernamen „Beastiestylez“ und ihr Freund Carl Krenz wohnen in einer Pension. Voß: „Für mich ist das Treffen wie Ferien.“ Sie sprayt Comicfiguren wie Alice im Wunderland an die brüchigen alten Mauern der Eisenwerksruinen und findet ihre Freude an der detailreichen Ausschmückung der Szenen.
Ibug-Festival 2013:Carl Krenz, 27, aus Kaiserslauern,"ups, das bin ja ich"








Einen Preis oder eine Bewertung der Kunstwerke gibt es nicht, der Weg ist das Ziel, die Begegnung das Herz der Veranstaltung. Und natürlich die vielen Zwickauer, vor allem ehemalige Gießereiarbeiter, die sich am Wochenende die Kunst auf dem Gelände der „Fackel“ von den Bildern, Figuren und Szenen begeistern ließen. Michael Lippold: „Der Besucheransturm war toll. Vom Kind bis zum Veteran kamen mehrere tausend Besucher, um die Werke zu bewundern. Nummernschilder vom Erzgebirge bis Leipzig zeigten das breite Interesse für das Symposium.“
Theo Stiegler



Nadja Voß - Beastiestylez: „Für mich ist das Treffen wie Ferien.“ Sie sprayt Comicfiguren wie Alice im Wunderland an die brüchigen alten Mauern der Eisenwerksruinen und findet ihre Freude an der detailreichen Ausschmückung der Szenen.
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