Mozartoper "Die Hochzeit des Figaro" am Zwickauer Gewandhaus

Drei Stunden köstliche Musik begleiten turbulente Intrigen um die Liebe


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Figaro, Hinrich Horn, und Susanne, Julia Ebert, schmieden Pläne für ihre Hochzeit. Fotos: Theater Plauen-Zwickau

Mozartoper „Die Hochzeit des Figaro“ am Zwickauer Gewandhaus

Drei Stunden köstliche Musik begleiten turbulente Intrigen um die Liebe


ZWICKAU, 23. Januar 2015 - „Will einst das Gräflein ein Tänzchen wagen“: Figaro, Hinrich Horn, ist sich sicher, dass Graf Almaviva, Shin Taniguchi, seine Verlobte Susanne, Julia Ebert, verführen möchte. Figaro singt aggressiv und druckvoll das Liedchen. Er ist sich sicher, die Absichten des Grafen verhindern zu können. Beifall brandet auf.
Im Zwickauer Gewandhaus hatte diese Woche die Mozartoper „Die Hochzeit des Figaro“ Premiere.



"Will einst das Gräflein ein Tänzchen wagen": Figaro, Hinrich Horn, ist sich sicher, dass Graf Almaviva seine Verlobte Susanne verführen möchte. Er will die Absichten des adeligen Verführers vereiteln.













Figaro möchte seine Braut Susanne heiraten und ursprünglich denkt er an Großzügigkeit, als ihm sein Dienstherr, der Graf Almaviva, Shin Taniguchi, bittet, doch mit seiner künftigen Ehefrau im Schloss zu wohnen. Aus dieser Illusion reißt ihn seine quirlige Verlobte. Sie weiß, der Graf will ihr an die Wäsche, das verklickert sie ihrem Figaro.
Nun gilt es, Vorsorge zu treffen: „Neue Freuden, neue Schmerzen“, Cherubino, Johanna Brault, wird in die Intrige einbezogen. Brault spielt als Hosenrolle den Cherubino und wird nun in ihrer Männerrolle wieder in eine Frau in Susanne verwandelt. Als solche soll sie dem Grafen als Liebchen untergeschoben werden. Allerdings ist Cherubino, weil er sich mit der Tochter des Gärtners hat erwischen lassen, vom Grafen verbannt worden. Kompliziert? Es wird noch schlimmer. Das macht gar nichts! Reichlich drei Stunden mit Mozartmusik vergehen im Flug, auch wenn das Geschehen nicht immer klar ist.
Unter der Regie vom neuen Operndirektor Jürgen Pöckel scheint das Chaos am Ende doch noch in gute Kanäle zu fließen. Die Stabführung über das Orchester hatte Lutz de Veer.
Bühne und Kostüme wurden durch Andrea Hölzl mit viel Geschick und Phantasie in eine modische Neuzeit transformiert.
Das Geschehen auf der Bühne ist köstlich: Horn hat sich seit langem die Publikumsgunst in Zwickau erworben und die Zwickauer genießen den langen blonden Kerl mit dem unwiderstehlichen Charme und den umwerfenden Bariton in vollen Zügen. Julia Ebert an seiner Seite gibt mit feuerrotem Haarschopf das überzeugende Pendant. Shin Taniguchi als Graf Almaviva ist der Gelackmeierte. Eine Rolle, die der Japaner mit viel Esprit ausfüllt.
Da Sonja Westermann, die die Rolle der Gräfin Almaviva spielt, aus gesundheitlichen Gründen nicht selber singen konnte, lieh ihr Bettina Grothkopf aus dem Orchestergraben heraus ihre Stimme, was aber der Vorstellung keinen Abbruch tat. Der vom Annaberger Theater ausgeliehenen Sopranistin und dem gesamten Ensemble wurde schon auf offener Szene viel Applaus gespendet. Mehrere Minuten Schlussapplaus belohnten die Leistungen nachdrücklich.
Theo Stiegler

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