Vom Bänkelsänger bis zu Schumanns Kinderliedern, von der Fressbude bis zur historischen Rußküche

Historischer Markt in Zwickau begeistert sein Publikum von Jung bis Alt


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Heißen Applaus erntete derweil auch Frank Hübner mit seinem Gelenauer Marionetten

Vom Bänkelsänger bis zu Schumanns Kinderliedern, von der Fressbude bis zur historischen Rußküche

Historischer Markt in Zwickau begeistert sein Publikum von Jung bis Alt


ZWICKAU, September 2010 – Zwei Tage zeigte sich die Zwickauer Innenstadt am 2. Wochenende im September als historisches Panoptikum und, das Publikum freut’s. Natürlich dreht sich im Schumannjahr alles um den Komponisten, der dieses Jahr 200 Jahre alt geworden wäre.

Thomas Synofzik, Chef des Schumannhauses, war Hans Dampf in allen Gassen. Während er noch am Sonnabend Nachmittag als Pianist für die Kindertanzgruppe der Schönburgischen Schloßkompagnie mit Schumanns Walzer aus „Kinderball opus 130“ in Drehung versetzte, freute er sich auf den Sonntag Nachmittag, an dem er den Hochzeitstag von Robert und Clara Schumann, die genau an diesem Tag vor 130 Jahren geheiratet hatten, mit einem Festvortrag feiern wollte. Synofzik zeigte sich äußerst zufrieden mit der Resonanz vor allem aus der Publikumsschar von drei bis 12, die begeistert auch die Aufforderung zum Tanz in dem sonst so feierlichen Konzertsaal des Robert Schumannhauses folgten. Natürlich hatten die kleinen Tänzer ein überaus begeistertes Publikum – Die Reihen waren dicht mit Eltern und Großeltern gefüllt. Heißer Applaus.

Kindertanzgruppe der Schönburgischen Schloßkompagnie mit Schumanns Walzer aus „Kinderball opus 130“


Heißen Applaus erntete derweil auch Frank Hübner mit seinem Gelenauer Marionetten, der mit seinem Ziegengespann und seiner mobilen Puppenbühne von Hauptmarkt zum Kornmarkt, vom Schumannhaus in den Domhof unterwegs war. Heiße Bewegungen der erotischen Bauchtänzerin Suleika und akrobatische Kunststückchen seines äußerst beweglichen Affen brachte sein dankbares Publikum ganz aus dem Häuschen. Kleinkunst a la Markttreiben, wie es der Marktflecken Zwikkowe über die Jahrhunderte erlebte.




Alles Dinge, die dieses Jahr auch voll und ganz auf die Zeit von Robert Schumann, 1810-1856, abgestimmt waren.
Die Stadtverwaltung und vor allem das Kulturamt hatten den Kostümfundus des Theaters geplündert und alles, was sich mit der Biedermeierzeit verbinden ließ, zierte die Damen und Herren, die sich mit Reifröcken oder Frack und Zylinder reichlich unters profane Publikum in der Zwickauer Innenstadt gemischt hatten. Wohl auch wegen des passenden Wetters waren die Straßen von Zwickau knacke voll, und die Begeisterung des Publikums zeigte sich vom Konzertsaal bis an den Biertisch durch reichlich Beifall und zufriedene Gesichter überall.

Neben passenden Ausstellungen hatten die Museumsleute in den Zwickauer Priesterhäusern, die mit als die ältesten Wohnbauten Deutschlands gelten, ein besonderes kulinarisches Programm aufgelegt. Im Mittelhaus, wo die Historiker einen 750 Jahre alten Deckenbalken gefunden haben, wurde in der erhalten gebliebenen Rußküche mittelalterlich gekocht, wie wahrscheinlich schon seit 1264, als die Zimmerleute die Böden frisch dielten.



Daniel Jakob von der Museumsmannschaft kredenzte aus dem dampfenden Kessel in der Rußküche über offenen Feuer gekochte Kuddelsuppe, von der er wusste: „Das ist die Volksmahlzeit der einfachen Leute vom Mittelalter bis in die Neuzeit gewesen.“ Schließlich gab es über die Jahrhunderte in Zwickau direkt an der Mulde gelegen einen Kuddelhof, wo die Eingeweide der Tiere ausgewaschen und vorgekocht wurden. Nur wenige Besucher zierten sich, und ließen die dampfende Suppe stehen, sonst brauchten sich die Köche nicht beklagen, die „Sauren Flecke“ gingen reißend weg und wurden von den Essern laut gelobt.
Wieder einmal mehr zeigt sich, wenn Zwickau was los macht, ist auch was los. Großschach und „Reitschule“, Fressbuden und Bierausschank, historische Fährräder und Bänkelsänger, Schumann interessant und amüsant, Stelzenläufer und Pantomime, Spielleute und Handwerkskunst zum Zuschauen – die angebotene Mischung fand überall begeistertes Publikum, das offenbar nicht nur aus der Muldestadt in die Zwickauer City gekommen war.

Theo Stiegler


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