„Hasch mich, Genosse“ – Komödie von Ray Cooney am Zwickauer Gewandhaus

Russischer Ausreißer in der Turbulenz vergnüglicher Verwicklungen zwischen Helfern und Verfolgern

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Marsha Zimmermann, Saro Emirze und Christin Wehner als Alicia, Petrovyan und Nancy schmieden Pläne für den Überläufer. Fotos Peter Awtukowitsch.

„Hasch mich, Genosse“ – Komödie von Ray Cooney am Zwickauer Gewandhaus

Russischer Ausreißer in der Turbulenz vergnüglicher Verwicklungen zwischen Helfern und Verfolgern


ZWICKAU, 2. November 2012 – Die Welt, wie sie die Europäer 45 Jahre ertragen mussten: Getrennt durch den Eisernen Vorhang gelangten nur hin und wieder ausgewählte Künstler aus der Sowjetunion in den Westen. Die Tragik der Großgeschichte hat den englischen Autor Ray Cooney nicht davon abgehalten eine rasante fast klamottenhafte Komödie aus der menschlichen Misere der Unfreiheit in den Sechzigern zu komponieren.
Am Freitag hatte die Komödie „Hasch mich, Genosse!“ auf der Zwickauer Gewandhausbühne Premiere, und es gab viel zu lachen über die Story und die Akteure!
Der Ballettstar Petrovyan, Saro Emirze, nutzt ein Gastspiel in London, um sich von seiner Truppe abzusetzen. Das geschieht aus einer engen Überwachung seiner KGP-Security heraus mit Hilfe der Primaballerina Alicia, Marsha Zimmermann. Die Ballerina und Geliebte von Petrovyan nutzt nun ausgerechnet den Kofferraum des Dienstwagens von Commanders Rimmington, Marius Marx, einen engen Vertrauten des Premierministers, um den Ballettstar in seinen Auftrittsklamotten aus dem Royal Opera House zu schmuggeln.
Das Verwirrspiel kann beginnen. Der Commander, Marius Marx, spielt den Militär in seiner Schnodderigkeit staubtrocken und militärisch typisch unbedarft; der Commander weiß natürlich nichts von dem ungebetenen Gast, der nun von seiner Tochter Nancy, Christin Weber, und deren Freundin Alicia reihum in seinem Haus versteckt werden muss. Das geschieht mit viel Turbulenz in dem von Roland May inszenierten Spiel. Zimmermann und Wehner bilden die Mitte des Geschehens und spielen sich das Heft der Handlung gegenseitig zu.


Bobby Hargreaves, Hans-Joachim Burchardt, als Clubchef und Gerry Bousse, Daniel Tille, machen die Verwirrung perfekt.














Die Bühne ist als Wohnung mit vielen Türen und Treppen, Ausstattung Claudia Charlotte Burchardt, der ideale Ort für die sich entspinnenden Verfolgungsjagden, die vom Publikum begeistert verfolgt werden.
Emirze, der in seiner Rolle schon allein durch eine eng anliegende grüne Balletthose das Publikum dazu bringt, Tränen zu lachen, ist allein auf seine Gestik reduziert. Als Russe spricht er kein Wort der Landessprache, dafür hat er aber vielerlei Allüren und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, dass es nicht immer einfach macht, ihn vor den Verfolgern und vor dem Commander zu verbergen. Damit nicht genug. Auf der Szene erscheinen noch der Verlobte von Nancy, Gerry Busse, Daniel Tille, der zum Komplizen der Frauen wird. Dazu kommen zahlreiche Verfolger des russischen Ausreißers. Beispielsweise tun sich Constabler Pulford, Benjamin Petschke, und Mr. Speeter, ein sehr geheimer Mitarbeiter des Premierministers, durch rasante Jagden mitten durch die Handlung über die Bühne besonderes hervor. Petschke beweist wieder mal sein komisches Talent und hält als flitzender Constable alle im Atem. Jeder verdächtigt jeden der Agententätigkeit und keiner weiß, wer der andere in Wirklichkeit ist.
Derweil liegt die Hauptlast der Ablenkungsmanöver auf den Schultern des Verlobten Gerry, der muss in die Rolle des Ausreißers schlüpfen und darf nun die unaussprechlich peinliche Balletthose zum Vergnügen des Publikums tragen. Zweieinhalb Stunden Turbulenz verlangen dem Ensemble auch viel physische Kraft ab. Das Publikum dankt es dem Ensemble mit lang anhaltendem Beifall und mit Lachtränen in den Augenwinkeln. Sicher wird sich die Komödie bald auch zu einem Publikumsrenner entwickeln. Zu wünschen wären vollere Reihen als zur Premiere.
Theo Stiegler

Commander Rimmington, Marius Marx, wird von Gerry Bousse, Daniel Tille, und Alicia, Marsha Zimmermann, Sand in die Augen gestreut.

Nächste Vorstellung 9. November, 19.30 Uhr. Kartentelefon 0375 27411 4647.
Hasch mich, Genosse!
Komödie von Ray Cooney Deutsch von Horst Willems

Besetzung


Nancy Rimmington Christin Wehner
Commander Rimmington Marius Marx
Hoskins Dieter Maas
Alicia Courtney Marsha Zimmermann
Petrovyan Saro Emirze
Gerry Bousse Daniel Tille
Mr. Speeter Johannes Lang
Constable Pulford Benjamin Petschke
Janet Rimmington Else Hennig
Bobby Hargreaves Hans-Joachim Burchardt

Regie RolandMay
Bühne/Kostüme Claudia Charlotte Burchard
Choreografische Mitarbeit Sebastian Uske
Dramaturgie Cornelius Demming
Regieassistenz Julia Böhme
Inspizienz Evelin Wunderlich
Soufflage Monika Redner

Premiere Zwickau
02.11.2012, 19.30 Uhr

Gewandhaus


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