Premiere: Die Komödie „Harry und Sally“ begeistert das Publikum in Zwickau


Das komplizierte Seelenleben liebenswürdiger New Yorker Singles



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Sally führt Harry in dieser Szene spontan vor, wie eine Frau einen Orgasmus mimt. Harry hatte gerade behauptet, keine Frau könne ihn täuschen. Die entsprechende Filmszene mit Meg Ryan hat die ganze Welt begeistert, Marsha Zimmermann kann das auch sehr gut, wie sie in Zwickau auf der Bühne beweist. Das Publikum spendete spontan Applaus. Fotos: Theater



Premiere: Die Komödie „Harry und Sally“ begeistert das Publikum in Zwickau


Das komplizierte Seelenleben liebenswürdiger New Yorker Singles


ZWICKAU, am 17. Dezember 2010 – Eigentlich sind sie füreinander bestimmt – aber in der New Yorker Singlelandschaft tun sich Harry und Sally schwer, die vielen Hindernisse, die sich boshafterweise in einer angeblich aufgeklärten und toleranten Welt für sie auftun, wegzuräumen. Im Gegenteil: Alles, was sie tun, reißt immer gleich wieder neue Gräben auf.
Am Freitag hatte die spritzige Komödie „Harry und Sally“ von Nora Ephron am Zwickauer Gewandhaus Premiere.
Die noch blutjunge Sally, Marsha Zimmermann, bezieht ihre erste New Yorker Wohnung und ihre beste Freundin schickt ihr Harry, Saro Emirze, als Einrichtungshelfer. Der hat natürlich nicht besseres zu tun, als Sally anzumachen. Empörend wie sich der Freund der Freundin an sie ranschmeißt. Igittigitt so ein Schweinigel, der würde ja glatt mit ihr schlafen, wenn sie dies zuließe, den muss man doch sofort rausschmeißen. Marsha Zimmermann ist eine hinreißende Sally, die sofort das Zwickauer Publikum auf ihrer Seite hat. Nur eins will man in Szene 1 nicht so recht glauben: Wie wird dieses naive Pflänzchen reifen, denn, das weiß ja jeder, die Geschichte geht über zwölf Jahre, und da wird ja dann schon mal eine reife Frau als Sally auftreten. Keine Sorge: Als die Geschichte an den Restaurantbesuch ankommt, wo im gleichnamigen Kinofilm Meg Ryan eine der bekanntesten Filmszenen der Kinogeschichte hinlegt. Der theatralisch gespielte Orgasmus auf der Zwickauer Gewandhausbühne wird mit spontanem Beifall vom Premierenpublikum belohnt: „Ohh jaaa!“
Aber auch Saro Emirze hat den „Harry“ drauf und gibt den coolen Möchtegernverführer, der halt immer wieder an Sallys inneren Widerständen scheitert. Mal hassen sie sich, dann werden sie platonische Freunde, die sich ausquatschen können, dann wieder wollen sie sich gegenseitig ins Glück schubsen, man besorgt passende Partner, Sally denkt an Marie, Else Henning, für Harry, Harry hat Jack, Tom Keune, überredet, um ihn mit Sally zu verkuppeln. Auch das geht natürlich schief. Die ausgesuchten Kuppelpartner Marie und Jack fahren nicht auf Harry und Sally ab, sie verschwinden miteinander im Bett und im schön gespielten Ehehafen.


Marie, Else Hennig, und Sally, Marsha Zimmermann, sind beide gespannt, was für Kuppelpartner ihre Freunde da anschleppen.
Fotos: Awtukowitsch







Was bleibt da Harry und Sally schon übrig, als sich gegenseitig zu trösten. Aber auch das ist frustrierend: Immer nur der Ersatz für das gerade davon geflogene Glück zu sein. Das ist doch zum Davonlaufen und Harry schleicht sich aus dem kuscheligen Bett heimlich davon. Hat er das wirklich gewollt? Und kann er die vor den Kopf gestoßene Sally, die nach glücklicher Nacht aufwacht und ins leere Bett nebenan starrt, wieder beruhigen. Er hat gute Gründe, alles zu versuchen, die enttäuschte Sally nun wirklich für sich zu erobern. Das macht er liebenswürdig und langsam schmilzt das dicke Schmollen zu einem entgegenkommenden Wollen. Eine Komödie mit psychologischen Tiefgang, die sich mit viel Humor auch der Frage nähert: Warum brauchen die aufgeklärten New Yorker ständig die Hilfe von Seelendoktoren, die ihnen durchs ach so einfache Leben helfen. In schneller Folge wechseln die Szenen in den geschickt arrangierten Bühnenbildern von Philipp Kiefer mit der Skyline von New York. Wolkenkratzer in cremeweißen Fassaden, dienen mal als Hintergrund oder gelegentlich auch als Kommode oder Sitzmöbel. Farbenfrohe Kostüme lockern das Bild auf. Grellbunte Aerobicstudios der achtziger Jahre und knallrote Parkbänke fokussieren die Blicke geschickt auf die wesentlichen Handlungsmittelpunkte. Regie führt die Schauspieldirektorin Brigitte Ostermann. Das Ensemble wird durch einen lang anhaltenden Applaus belohnt.
Sicher ein attraktives Highlight im Zwickauer Theaterangebot.

Theo Stiegler

Die nächsten Vorstellungen in Zwickauer Gewandhaus am Silvestertag: 15 und 19.30 Uhr, in Plauen kommt die Komödie als Weihnachtsangebot am 25. Dezember 19 Uhr auf die große Bühne. Karten 0375 274114647.


Harry, Saro Emirze, und Sally , Marsha Zimmermann, begegnen sich zum allerersten Mal.



Nächste Vorstellungen in Zwickau, 31. Dezember 2010, 19.30 Uhr. Karten 0375 274114647.


Nächste Vorstellungen und Informationen zum Theater Plauen-Zwickau zur Theater-Website Karten 0375 274114647


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