Ausstellung im Städtischen Museum Zwickau zeigt vom 14. Februar bis 2. Mai

Atemlose Spannung, grenzenloses Grauen und frivole Phantasien – das druckgraphische Werk von Francisco Goya nach 200 Jahren nun in Zwickau

- siehe auchTermine und Ausstellungen in den Städtischen Museen in Zwickau

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Karin Karohl vom Museum kontrolliert anhand vom Katalog, der zur Ausstellung erscheint, die Exposition. Foto: Theo Stiegler

Ausstellung im Städtischen Museum Zwickau zeigt vom 14. Februar bis 2. Mai

Atemlose Spannung, grenzenloses Grauen und frivole Phantasien – das druckgraphische Werk von Francisco Goya nach 200 Jahren nun in Zwickau


ZWICKAU, am 14. Februar 2010 – Da fliegen zwei nackte Hexen auf dem Besen gen Himmel, ein tollkühner Torero springt mit seiner Lanze wie ein Stabhochspringer über den Stier oder schrecklich anzusehende Poltergeister treiben ihr entsetzliches Spiel, die dargestellten Szenen könnten auch aus dem aktuellen Kinogeschehen entlehnt sein.
Der spanische Hofmaler Francisco des Goya, 1746 bis 1828, war nicht immer stubenrein und manches Bild konnten die Hofschranzen seiner Zeit nicht gut ertragen, weil sie eben sich selbst in den Darstellungen des genialen Künstlers wieder zu erkennen glaubten und vielleicht auch sollten.
Da druckgraphische Werk des Spaniers Goya füllt derzeit die Hallen der Kunstsammlungen in Zwickau. Mal malte Goya artig die Damen und Herren der Hofgesellschaft in deren Auftrag, mal erfüllte er sich seinen künstlerischen Anspruch. Die über 250 Kunstblätter aus vier Schaffenszyklen sind dem Themengruppen „Los Caprichos“ (Einfälle), „Los Desastres de la Guerra“ (Die Schrecken des Krieges), „La Tauromaquia“ (Die Kunst des Stierkampfs) und „Los Proverbios“ (Sprichwörter) entstanden zwischen1797 und 1824. Gesammelt und geordnet wurde die Sammlung im Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg im Breisgau.
Hintergründig und allegorisch, brutal und frivol geht es auf den Radierungen zu. Wie geht’s zu in der Hölle oder auf dem Bocksberg, die Szenen des phantastischen sind vor allem in der Abteilung „Los Caprichos“ zu bewundern. Ein ganz anderes Sujet zeigen die Radierungen der Serie „Los Desastres de la Guerra“ in denen Goya die Grausamkeit des spanisch-französischen Krieges reflektiert. Brutal und nackt zeigt sich die Grausamkeit des Hinschlachtens des Gegners in den Bildern des Krieges oder es werden die Hungersnöte der bitterarmen Bevölkerung in ihren zerstörten Heimen gezeigt, da hat sich seit 200 Jahren nicht viel geändert, die Fratze der Unmenschlichkeit des Krieges hat noch immer die gleichen Züge.
Da ist die Serie, die den spanischen Stierkampf gewidmet ist, vergleichsweise harmlos, hat doch der Kampf Mensch gegen Stier immer noch etwas heroisches, allerdings, bei Goya ist auch der Stier oft genug der Sieger in den sonst meist ungleichen Duell. Fast mit fotographischer Genauigkeit sind die tollkühnen Attacken dargestellt, mal sitzt der todesmutige Torero auf dem Suhl und fixiert das Tier mit den Augen und erwartet den Angriff, die atemlose Spannung überträgt sich vom Bild auf den Betrachter, mal schwingt sich der tollkühne Stierkämpfer als artistischer Alleskönner temporeich durch die Lüfte und trifft sicher mit seiner Lanze in den breiten Stiernacken. Wer sich auf die Bilder einlässt, erfährt sicher ein emotionales Erlebnis.
Karin Karohl vom Museum weiß: „Die Ausstellung wird in Zwickau vom 14. Februar bis zum 2. Mai 2010 gezeigt. Wir freuen uns, dass das druckgraphische Werk Goyas nach erfolgreichen Ausstellungen in Villingen-Schwenningen und Göppingen nun auch vollständig in den Zwickauer Kunstsammlungen zu sehen ist.“
Theo Stiegler

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