Theater Plauen-Zwickau feiert mit der Premiere von Schumanns Oper „Genoveva“ den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des Komponisten


Der Schurke wird fast zum Helden – arme Genoveva



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Es ist das alte Minnespiel: Der Pfalzgraf Siegfried, Shin Taniguchi, muss in den Krieg gegen die Muselmanen ziehen. Seine geliebte Gattin Genoveva, Maria Gessler, bleibt zu Hause .
Fotos: Pressefotos Theater Plauen-Zwickau



Theater Plauen-Zwickau feiert mit der Premiere von Schumanns Oper „Genoveva“ den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des Komponisten


Der Schurke wird fast zum Helden – arme Genoveva


ZWICKAU, am 4. Juni 2010 – Es ist das alte Minnespiel: Der Pfalzgraf Siegfried, Shin Taniguchi, muss in den Krieg gegen die Muselmanen ziehen. Seine geliebte Gattin Genoveva, Maria Gessler, bleibt zu Hause. Ausgerechnet der Knappe Golo, Fritz Feilhaber, soll auf sie aufpassen, der untreue Diener macht sich an die treue Frau und werdende Mutter ran und wird schmählich abgewiesen. Er rächt sich furchtbar. Die einzige von Robert Schumann komponierte Oper „Genoveva“ hatte zum Auftakt der Robert-Schumann-Festwoche zum 200ertsten Geburtstag, (8. Juni 1810 in Zwickau im heutige Robert-Schumann-Haus geboren), des Komponisten im Zwickauer Gewandhaus Premiere.

Maria Gessler gibt eine hinreißende Genoveva, in ihr erkennen die Theaterbesucher ein wenig das alte erfolgreiche Zwickauer Musiktheater wieder















Die neue Theaterleitung unter dem Intendanten Roland May setzt ihren neuen Stil konsequent fort: Nichts Historisches. Der international erfahrende Regisseur Jochen Biganzoli setzt die Handlung ins heutige. In sachlichen Bühnenbildern und modernen Anzügen mit Schlips und Kragen entspinnt sich das Intrigenspiel, in dem Genoveva von mitleidigen Dienern, statt getötet zu werden, in den Wald ausgesetzt wird. Maria Gessler gibt eine hinreißende Genoveva, in ihr erkennen die Theaterbesucher ein wenig das alte erfolgreiche Zwickauer Musiktheater wieder, Gessler erhält viel Beifall. Regisseur Biganzoli hat dem Komponisten Robert Schumann persönlich einen Platz in der Zwickauer Inszenierung eingeräumt: Er lässt dem Komponisten am Flügel auf der Bühne sitzen, sich in schöpferischen Qualen winden, und allmählich verschwimmen die Personen Schumann und Golo ineinander, Golo darf in Zwickau nicht nur Schurke sein, er spielt eine persönliche Zerrissenheit. Biganzoli hat im Vorfeld der Premiere zum Komponisten Robert Schumann gesagt oder vermutet: „Golo ist diejenige Gestalt, die er am besten versteht und weswegen er meiner Meinung das Stück geschrieben hat.“ Unter der Stabführung von Tobias Engeli entfaltet das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau eine ergreifende Klangfülle. Aber irgendwie bohrt im Hinterkopf des Rationalisten die Frage: „Wenn denn die handelnden Personen mit moderner Videotechnik auf der Bühne rumsausen, warum ruft Genoveva ihren Göttergatten nicht auf dem Schlachtfeld mit dem Handy an und sagt ihm, was der Schurke da zu Hause alles anstellt, und dass sie ein Kind von ihrem geliebten Gatten erwartet?“ Symbolisch wird dann doch noch ein richtiges Theaterschwert gebraucht, als Golo Genoveva mitteilt, dass er sie auf Befehl Siegfrieds töten soll. Ein Besucher in den Reihen des Parketts: „Was soll dann der ganze moderne Quatsch?“ Am Ende der Vorstellung haben die musikalischen Leistungen überzeugt, mit minutenlangem Beifall wird das Ensemble belohnt. Dass da viele Hände im Schoß liegen blieben, hat nicht weiter berührt. Intendant Roland May sprach vor dem Ensemble von einer großartigen Aufführung und von einem denkwürdigen Abend. Allerdings: Die Bewährungsprobe wird der anhaltende Publikumserfolg der Oper „Genoveva“ in den Städten Plauen und Zwickau sein. Theo Stiegler
Kartentelefon 0375 27411 4647.



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Theo Stiegler

Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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