Rezensionen aus der Zwickauer Kulturszene


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Ein opulentes Bühnenbild stimmt auf eine prächtige Inszenierung der "Fledermaus" im Zwickauer Gewandhaus ein"

"Die Fledermaus" - opulent und verschmitzt

Zwickau (sti). Ein Schelm, wer böses dabei denkt: Prinz Orlofsky kommt mit tiefschwarzer, aufgeplusterter Perücke und Hündchen Daisy auf dem Arm, er singt: "Es ist halt bei mir so Sitte ...". Da ist es aber genug mit Schelmereien. Sabine Münkner beherrscht ihren Part. Der Modegeck in der Rolle des Gastgebers rauschender Champagnerfeste auf der Bühne in Zwickau kann singen. Die Hosenrolle liegt der Altistin aus dem Zwickauer Ensemble gut. Die Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß hatte am Freitag Premiere im Zwickauer Gewandhaus und wurde vom Publikum stürmisch gefeiert. Das Spiel beginnt zunächst klassisch. Die Kostüme sind prächtig und verströmen eine Symphonie der Farben. Rot und weiß, grün und blau kontrastieren. Klaus Weber hat das Ambiente der Wiener Gesellschaft klassisch gestaltet. Auch die Musik erfüllt die Wünsche der Straußfans vollendet. Gabriel von Eisenstein, Georgi Jordanow, treibt sein Spielchen mit Frau Rosalinde, Bärbel Kubicek und Kammermädchen Adele, Patricia Holtzmann, in gewohnter Lebemannmanier. Wenn auch nicht alle Stimmen vollendet auf dem Rang zu verstehen sind, macht das wenig, die Handlung ist ja bekannt und die Musik füllt ist Strauß. Die erste Überraschung bietet das Ballett. Plötzlich heben die Damen die Herren und die wiederrum tänzeln im Damenschritt um die Holden Mädchen. Ballettmeister Bronislav Roznos tanzt selbst in vorderer Reihe und genießt den Gag, der durch fröhliches Lachen aus dem Publikum sein Echo erhält, mit Lust an der Sache. Während die Handlung einerseits völlig klassisch ihren Operettengang nimmt, hat Regisseur Horst Ludwig solche Schmunzelecken eingefügt. Auch die Mono- und Dialoge haben ihren Zeitbezug bekommen, was insbesondere aus dem Mund von Bernd Gonsi trefflich ankommt. Gonsi gibt, wie sollte es auch anders sein, den Gerichtsdiner Frosch, der harmoniert mit dem Gefängnisdirektor, Werner Rauthenstengel, aufs Beste. Die Stabführung hat Christopher Weik. "Die Fledermaus", konservativ und schelmisch, hat das Zeug, der diesjährige Publikumsrenner im Gewandhaus der Muldestadt zu werden. Programm im Gewandhaus Theater Plauen Zwickau
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