Komödie von Arthur Schnitzler "Fink und Fliederbusch" im Zwickauer TiM



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Fotos: theater

Arthur Schnitzlers Komödie „Fink und Fliederbusch“ im Zwickauer TIM


Viel Beifall für pointierte Charaktere oder eben keinen Charakter




ZWICKAU, 1. Dezember 2006 – Die Zeitung „Die elegante Welt“ spiegelt das Leben in den feinen Wiener Salons um 1900 wider. Und wenn das Wochenblatt schon mal eine politische Meinung hat, dann konservativ und staatstragend. Der Journalist und freie Mitarbeiter von der „Eleganten Welt“ Fink, Jörg Metzner, feiert denn auch die Rede des Parlamentesabgeordneten Graf Gisbert Niederhof, Stefan Wolfram, in den höchsten Tönen. Das finksche Traktat nimmt sich der Redakteur des liberalen Blattes „Die Gegenwart“ vor, zerreist den Snobismus des Grafen und seines Speichelleckers Fink aufs Schärfste.
Die Gesellschaftskomödie „Fink und Fliederbusch“ von Arthur Schnitzler hatte am vergangenen Freitag im Zwickauer Theater in der Mühle, TIM, Premiere. Schnell fallen einem bei Schnitzler solche Filmtitel wie „Der Reigen“ oder die Hollywoodverfilmung der „Traumnovelle“ – „Eyes wide shut“ mit Nicole Kidmann und Tom Cruise ein.
Natürlich hat die Sache mit Fink und Fliederbusch einen pikanten Kern: Der Parlamentsreporter Fliederbusch und der Journalist Fink sind ein und dieselbe Person. Amüsiert hören die Besucher des TIM, wie sich Jörg Metzner in beide Rollen hineinsteigert. Das Ganze bekommt ein hübsch herausgespielten Höhepunkt, als Graf Niederbusch verwundert und pikiert zuhört, wie ihm Fliederbusch seine eigene Rede erklärt und fast fanatisch die Überzeugungen von der Notwendigkeit staatlicher Räson hervorhebt. Kühl macht der Parlamentsabgeordnete klar: Er hat gar keine Überzeugungen. Die von Peter Ibrik inszenierte Komödie steuert ihrem hübschen Finale entgegen: Die Auslassungen von Fliederbusch in „Der Gegenwart“ empören die Redaktionsmitglieder „Der eleganten Welt“ sosehr, dass sie Blut sehen wollen, die Redakteure Fink und Fliederbusch sollen sich duellieren. Auf dem Feld der Ehre verliert der junge talentierte Reporter dann nicht etwa die Ehre, im Gegenteil, ihn erwartet nun eine hoffnungsvolle Karriere. Acht Schauspieler erfüllen die 16 Rollen mit viel Leben. Tamara Korber als einzige Frau spielt mit der Fürstin Priska Wendolin-Ratzeburg die Rolle einer Adelsdame, die alles hat, auch auf heutigen roten Teppichen aufzufallen.
Für die pointierte Darstellung der Charaktere gibt’s zwischendurch und am Ende viel Beifall und gelegentlich ist zu hören, wie das Geschehen aus dem Zuschauerraum zustimmend kommentiert wird.
Nächste Vorstellung am 8. Dezember, 19.30 Uhr im TIM. Kartentelefon 0375 834647.
Theo Stiegler
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