18. Neujahrsempfang der Stadt Zwickau



Motto: „1990 bis 2015 Eine Stadt entwickelt sich“


- Neujahrsempfang der Oberbürgermeisterin 2015 Rede der Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zum Jahresempfang 2015
- Ehrungen 2014

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Das Sinfonieorchester des Theaters Plauen-Zwickau - 600 Gäste in Zwickaus Neuer Welt waren der Einladung der Stadt zum Neujahrsempfang der Oberbürbermeisterin gefolgt Foto: Stiegler


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Neujahrsempfang 2014

Rede der Oberbürgermeisterin - Ehrungen zum 18. Neujahrsempfang
STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 007_1 vom 8. Januar 2015
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Achtung! Sperrfrist: 8. Januar 2015, 18 Uhr!
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18. Neujahrsempfang der Stadt Zwickau



Motto: „1990 bis 2015 Eine Stadt entwickelt sich“



Punkt 17 Uhr beginnt am heutigen Donnerstag im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“ die achtzehnte Auflage des traditionellen Neujahrsempfangs der Stadt Zwickau. Das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau sorgt für einen fulminanten Auftakt, denn auf dem Programm steht die Ouvertüre zu Giuseppe Verdis Oper „La forza del destino“ Die Macht des Schicksals. Rund 450 Gäste werden zum ersten großen gesellschaftlichen Ereignis der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt im neuen Jahr erwartet. Diesmal steht der offizielle Jahresauftakt unter dem Motto: „1990 bis 2015 Eine Stadt entwickelt sich“.

Ein Höhepunkt des Neujahrempfangs 2015 ist die Auszeichnung von drei verdienstvollen Bürgern durch die Oberbürgermeisterin sowie der Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Zwickau. Alle drei Geehrten waren über viele Jahre für das Gemeinwohl aktiv und haben sich auf besondere Weise um ihre Stadt verdient gemacht. In diesem Jahr verleiht die Stadt Zwickau die Martin-Römer-Ehrenmedaille an Dr. Kurt-Rudolph, ehemaliger Bürgermeister und Geschäftsführer der Stadtwerke Zwickau Holding GmbH sowie an den Dombaumeister Dr. Michael Kühn. Stadtrat Jens Heinzig nimmt aus den Händen des Stadtoberhauptes die Stephan-Roth-Bürgermedaille entgegen. (Alle Informationen zu den Geehrten im Anhang)
Neben den Zwickauer Ehrenbürgern Jürgen Croy, Günter Mieth, Erwin Killat und Alt-OB Rainer Eichhorn haben sich zahlreiche Gäste vorrangig aus Politik, Wirtschaft und Kultur angesagt. Auch Vertreter aus der tschechischen Partnerschaft Jablonec werden am Zwickauer Neujahrsempfang teilnehmen. Die weiteste Anreise hat wieder einmal Alt-Oberbürgermeister Dietmar Vettermann: der Routenplaner weist von seinem jetzigen Wohnort auf der dänischen Insel Ærø eine Strecke von ca. 760 Kilometern und somit fast acht Stunden Fahrzeit aus.
Die Begrüßung übernimmt in diesem Jahr erstmals die neue Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Zwickau Holding GmbH, Baubürgermeisterin Kathrin Köhler. Sie hatte erst kürzlich die Nachfolge von Rainer Dietrich angetreten. Dieser war im Sommer 2014 in den Ötztaler Alpen in Südtirol beim Aufstieg zur Zwickauer Hütte tragisch verstorben.

Die Neujahrsansprache von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß gestaltete sich in diesem Jahr in weiten Teilen zu einem bilanzierenden Rundumblick auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – Wirtschaft, Ver- und Entsorgung, Baugeschehen und Infrastruktur, Kultur und Sport, Schullandschaft, Gesundheitsversorgung und besondere soziale Leistungen… sprich auf all das, was im vergangenen Vierteljahrhundert geschaffen wurde und heute größtenteils ganz selbstverständlich zum Alltag der Zwickauer gehört. Was das Stadtoberhaupt besonders erfreut: Fast 150 Zwickauer Firmen kleine und große, Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen, Dienstleister und Einzelhändler feiern in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag! „Das heißt“, so Pia Findeiß, „fast 150 Mal besaß man schon 1990 den Mut, neue Wege zu beschreiten, und fast 150 Mal gelang es, das unternehmerische Schiff ein Vierteljahrhundert lang auch durch stürmische Zeiten zu steuern. Dafür meinen ausdrücklichen Respekt!“ Eine Erfolgsgeschichte ist die Entwicklung des „größten Geburtstagskindes“ der Stadt Zwickau, der Volkswagen Sachsen GmbH. „Die Grundsteinlegung für das neue Werk in Mosel war sowohl die Initialzündung für das Fortbestehen unserer inzwischen über 110-jährigen Tradition des Fahrzeugbaus als auch der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Damals bestand die Mannschaft von VW aus 500 Männern und Frauen. Heute hat sich die Mitarbeiterzahl verzwanzigfacht! … Zu den guten Nachrichten des Jahres 2014 gehörte sicher, dass der Produktionsstart für den neuen Passat, der nun als Variant in Zwickau gefertigt wird, gut verlaufen ist. Überaus wichtig war die Entscheidung, dass der Phaeton ein Sachse bleibt.“

Einzigartige vor dem Verfall gerettete Denkmäler wie die neue Stadtbibliothek im alten Kornhaus neben dem Schloss Osterstein stehen ebenfalls auf der Habenseite der besonderen Leistungen, die Zwickau Attraktivität und Unverwechselbarkeit verleihen. Das im vergangenen Jahr eröffnete Max-Pechstein-Museum in den 100-jährigen KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU ist ebenfalls ein weiterer Beitrag zur Profilierung einer imagestarken Zwickauer Kulturlandschaft. Auch die Erweiterung des August Horch Museums bis Ende 2015 wird Gäste aus ganz Europa anziehen.

Zuversichtlich blickt die Oberbürgermeisterin auf das Haushaltsjahr 2015 und darüber hinaus. So seien fast 25 Millionen Euro für größere Projekte in Schulen vorgesehen, so dass bis 2019 alle Schulen in einem guten Zustand sein könnten. Überlegungen gäbe es zu einer neuen Großsporthalle, zudem seien auch Mittel für Investitionen an mehreren Kitas vorgesehen. „Der dringend erforderliche Neubau des Stadtarchivs, der dann auch das Kulturamt beherbergen würde, ist ebenso unser Ziel, wie die Sanierung des Gewandhauses, für die 10 Millionen Euro eingeplant wurden.“ … Auch die Wirtschaftsförderung solle nicht zu kurz kommen: Die Erschließung des Gewerbegebietes an der Reichenbacher Straße wird fortgesetzt, ein neues Gewerbe- und Industriegebiet im Norden soll geschaffen, der B 175-Knotenpunkt in Mosel angegangen werden und es seien finanzielle Mittel für die Verbesserung der Breitbandversorgung vorgesehen. Zudem verweist das Zwickauer Stadtoberhaupt auf Großprojekte wie das neue Stadion, für das am 6. Februar der erste Spatenstich erfolgen soll, sowie den Beginn der baulichen Vorbereitungen für die neue JVA: „Ich bleibe dabei, dass dies ein gutes und wichtiges Projekt für unsere Stadt ist. Eine Brachfläche verschwindet, Millionen werden in Zwickau investiert und der Status als Oberzentrum gestärkt.“

Schockiert zeigt sich Dr. Pia Findeiß über das gemeine, unfassbare Attentat, das sich am Mittwoch in Paris ereignete. Zu den besorgniserregenden Entwicklungen im eigenen Land bezieht sie ebenfalls Stellung: „Es war richtig und wichtig, dass Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache dazu aufforderte, den Initiatoren von Pegida nicht zu folgen. Es ist richtig und wichtig, dass der sächsische Ministerpräsident und meine Dresdner Amtskollegin dazu aufrufen, am Samstag ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz zu setzen…“. Wichtig sei es, eine kontinuierliche Aufklärungsarbeit zu leisten: „Angesichts des niedrigen Ausländeranteils und angesichts der geringen Zahl von Muslimen ist es einfach Unfug, von Überfremdung und Islamisierung zu sprechen.“
Die Neujahrsrede 2015 endet mit einem Appell der Zwickauer Oberbürgermeisterin: „Lassen Sie uns gemeinsam Wege und Möglichkeiten finden, Intoleranz und Extremismus zu begegnen und Weltoffenheit und Demokratie auf Dauer und nachhaltig zu fördern es geht um uns, um unsere Zukunft, um unseren Wirtschaftsstandort und um die Zukunft für unsere Kinder, ganz gleich welcher Nationalität oder Religion sie angehören, aus welchem Land sie stammen oder welche Hautfarbe sie haben.“

Nach der Neujahrsansprache geht das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau erneut musikalisch in die Vollen. Auf dem Programm stehen Richard Wagners „Lohengrin“, Vorspiel, 3. Akt, Gaetano Donizettis „Cruda, funesta smania“ aus „Lucia di Lammermoor“ mit dem Bariton Shin Taniguchi sowie Camille Saint-Saëns‘ “Mon Coeur s’ouvre à ta voix” aus “Samson und Dalila”, vorgetragen von Johanna Brault, Mezzosopran. Nach den Auszeichnungen ist der vierte Satz der 4. Sinfonie von Robert Schumann zu hören. Abgeschlossen wird der offizielle Teil des Neujahrsempfangs wie jedes Jahr mit dem „Steigermarsch“.


Neujahrsempfang 2015
8. Januar 2015

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Rede von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß


- Es gilt das gesprochene Wort -


Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Köhler,
verehrte Gäste,

„1990 bis 2015 – eine Stadt entwickelt sich“ haben wir in der Einladung für den heutigen Neujahrsempfang geschrieben.
Und ich finde: Sie hat sich gut entwickelt!

Keine Frage: Es kam zu Rückschlägen, es gab Krisen, nicht alle Wünsche eines jeden wurden erfüllt, und es galt schwierige Situationen zu meistern.
Natürlich gibt es auch aktuell Rückschläge. Sie haben es ja gehört, dass Zwickau eher nicht der Ort für eine zentrale Landesausstellung wird, da sich Sachsen wahrscheinlich von der großen zentralen Ausstellung verabschieden wird.
Aber: Wenn wir die Entwicklung insgesamt betrachten und wenn wir rückblickend analysieren, wie viele Aufgaben in den letzten 25 Jahren gut bewältigt wurden – müssen wir da nicht dankbar und auch etwas stolz sein?

Erinnern wir beispielsweise an den Sportbereich: Die etwas Älteren von uns wissen noch sehr gut, dass gerade der Sport in der DDR eng mit den Betrieben verknüpft war, die insbesondere für die Finanzierung verantwortlich waren.
Diese Struktur endete 1990 abrupt. Kurzfristig mussten neue Modelle entwickelt werden, plötzlich galt es, Vereine zu gründen oder in den vorhandenen sich neu aufzustellen und selbst Finanzierungslösungen zu finden. Ein Wandel, der – wie in vielen Bereichen – nicht ohne Brüche verlaufen konnte.
Dennoch: Es zeugt von Engagement, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit, wenn heute mehr als 14.000 Zwickauerinnen und Zwickauer in über 100 Vereinen Sport treiben. Und wir freuen uns über so manchen Erfolg: Die Fußballer des FSV klopfen unüberhörbar an der Tür der 3. Liga, die Handballerinnen des BSV dürfen berechtigterweise Richtung erste Liga schielen und die Rollstuhlbasketballer – so hoffen und wünschen wir – machen weiterhin ihr „Ding“ in Liga 1. Und vergessen wir nicht die tollen Leistungen beispielsweise im Rennrodeln, im Schwimmen, im Radsport, im Gehörlosenvolleyball und manch anderen Bereichen. Das Wichtigste aber ist: In den Vereinen erfahren Kinder und Jugendliche Gemeinschaft und lernen Teamgeist.

Keine Frage: Es kam zu Rückschlägen, es gab Krisen, nicht alle Wünsche eines jeden wurden erfüllt, und es galt schwierige Situationen zu meistern.
Natürlich gibt es auch aktuell Rückschläge. Sie haben es ja gehört, dass Zwickau eher nicht der Ort für eine zentrale Landesausstellung wird, da sich Sachsen wahrscheinlich von der großen zentralen Ausstellung verabschieden wird.
Aber: Wenn wir die Entwicklung insgesamt betrachten und wenn wir rückblickend analysieren, wie viele Aufgaben in den letzten 25 Jahren gut bewältigt wurden – müssen wir da nicht dankbar und auch etwas stolz sein?
Foto:Theo Stiegler


Ein zweites Beispiel: Für viele dürfte unser Heinrich-Braun-Krankenhaus eine selbstverständliche Institution sein. Ist es aber nicht!
Auch das städtische Krankenhaus musste sich nach 1990 den Veränderungen im medizinischen Sektor und später den Herausforderungen der Gesundheitsreform stellen. Es galt und gilt, Strukturen zu ändern, neue Angebote zu entwickeln und dabei Dienstleister zu bleiben. Es wurde investiert, um die einst über die Stadt verteilten Kliniken in Marienthal zu konzentrieren oder um moderne Voraussetzungen zu schaffen. Allein von 2009 bis 2013 wurden über 50 Millionen Euro hierfür aufgewendet!
Dank des Engagements von Klinikleitung und Mitarbeitern steht unser HBK mit seinen Tochtergesellschaften auf gesunden Füßen und ist maßgeblicher Partner für die medizinische Versorgung in Zwickau.
Die Veränderungen und Entwicklungen wurden aber insbesondere im Bereich der Wirtschaft sichtbar, viele von Ihnen wissen das ja aus eigenem Erleben.

Meine Damen und Herren,
fast 150 Zwickauer Firmen – kleine und große, Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen, Dienstleister und Einzelhändler – feiern in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag! Das heißt: fast 150 Mal besaß man schon 1990 den Mut, neue Wege zu beschreiten, und fast 150 Mal gelang es, das unternehmerische Schiff ein Vierteljahrhundert lang auch durch stürmische Zeiten zu steuern.
Dafür meinen ausdrücklichen Respekt!

Zu diesen Geburtstagskindern gehört auch die Volkswagen Sachsen GmbH! Die Grundsteinlegung für das neue Werk in Mosel war sowohl die Initialzündung für das Fortbestehen unserer inzwischen über 110-jährigen Tradition des Fahrzeugbaus als auch der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Damals bestand die Mannschaft von VW aus 500 Männern und Frauen, heute hat sich die Mitarbeiterzahl verzwanzigfacht! Fast 8.000 Mitarbeiter sind in Zwickau beschäftigt, rund 1.350 in Chemnitz und etwa 500 in Dresden. Das Werk in Zwickau platzt geradezu aus allen Nähten und in St. Egidien wurde eine weitere Produktionsstätte eröffnet.
Bitte bedenken Sie, dass es andere renommierte Standorte und Marken gibt, die nicht das Glück und den Erfolg wie Zwickau hatten. Sie wissen ja um Opel. Oder schauen Sie über den Teich, wo die traditionsreiche Autostadt Detroit in den Bankrott schlitterte.

Zu den guten Nachrichten des Jahres 2014 gehörte sicher, dass der Produktionsstart für den neuen Passat, der nun als Variant in Zwickau gefertigt wird, gut verlaufen ist. Überaus wichtig war die Entscheidung, dass der Phaeton ein Sachse bleibt. Denn auch andere, keineswegs unbedeutende Standorte buhlten um das VW-Flaggschiff. Ich denke, dass es für den Wirtschaftsstandort, für die Kompetenz der Mitarbeiter, aber auch für den Einsatz von Geschäftsführung und Betriebsrat spricht, dass der Volkswagenkonzern diese erfreuliche Entscheidung getroffen hat!

Verehrte Gäste,
man könnte noch viele weitere Projekte hervorheben, die seit 1990 umgesetzt wurden: In Zwickau wurden ganze Stadtteile saniert und dem Untergang schon fast geweihte, einmalige Denkmale gerettet, wie das Schloss Osterstein und das Johannisbad. Alter Gasometer, Dünnebierhaus und Anker oder das Rathaus belegen exemplarisch die aufwendige Bau- und Sanierungstätigkeit in der Stadt. Wir eröffneten zwei neue Straßenbahnstrecken und führten mit dem Regiosprinter die Bahn in unsere Innenstadt.
Wir haben ein Freibad umgebaut und eine neue attraktive Schwimmhalle eröffnet, die Gymnasien und fast alle Oberschulen sind komplett saniert und wir haben drei neue Museen eröffnet. Mit der B 93 haben wir seit Anfang der 90er Jahre eine neue Bundesstraße durch Zwickau gebaut, Haupt- und Kornmarkt wurden aufgewertet, der Schlobigpark wurde umgestaltet und das MuldeParadies neu etabliert. Wer entlang der Bürgerschacht- und der Reichenbacher Straße fährt, sieht unwillkürlich, dass in Zwickau weiterhin investiert wurde. Unsere Hochschule hat sich als modernes Ausbildungs- und Forschungszentrum für die Industrie etabliert. Lag die Arbeitslosenquote von 1998 bis 2007 bei 18, 19 oder 20 Prozent, so meldete die Arbeitsagentur gestern einen Wert von 7,6 %!
Und unsere Familien bekommen nicht nur einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz. Sie profitieren von zahlreichen freiwilligen sozialen Leistungen.

Zum Glück fand diese positive Entwicklung 2014 ihre Fortsetzung und ich bin zuversichtlich, dass sie – zumindest städtischerseits – 2015 und in den Folgejahren ihre Fortsetzung finden kann.

Die Höhepunkte des vergangenen Jahres waren ohne Zweifel die Eröffnung des Max-Pechstein-Museums und die Eröffnung des Kornhauses als moderne Stadtbibliothek. Mit Eltern, Lehrern und Schülern freuen wir uns über die abgeschlossene Sanierung von Schiller- und Nicolaischule sowie bald über die neue Sporthalle der August-Bebel-Schule. Es spricht für die Entwicklung der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt, dass in Schedewitz die Kita „Muldepiraten“ eröffnet wurde und die Stadtmission die Kita „Grüner Hof“ realisierte. Der Neumarkt wurde saniert und wir freuen uns auf die weitergehenden Investitionen der ZWG. Mit dem neuen Heizkraftwerk Süd leistet die ZEV einen wichtigen Beitrag, die Energieversorgung nachhaltig, ökologisch vertretbar und kostengünstig sicherzustellen. Im Straßenbau konnten mehrere Projekte umgesetzt werden und hier im Besonderen solche, die unserem leider im letzten Jahr verstorbenen Baubürgermeister Rainer Dietrich sehr am Herzen lagen. Ich erinnere an den Kreisverkehr Lengenfelder/Cainsdorfer Straße. In Schedewitz und im Waldpark wurden neue Spielplätze gestaltet, wir freuen uns über die Erinnerungsstätte für den Bergbau ebenso wie über das Teehaus, das endlich wieder seinen Rokoko-Charme hat.

Und auch wenn der Haushalt 2015 noch nicht beschlossen ist und die kommenden Jahre Unwägbarkeiten bereithalten – der Blick in den Haushaltsentwurf und in die mittelfristige Finanzplanung zeigt, wohin die Reise gehen könnte und dass noch vieles möglich ist.
Fast 25 Mio. Euro sind derzeit für größere Projekte in Schulen vorgesehen. Bis 2019 könnten alle (!) Schulen in einem guten Zustand sein. 2015 setzen wir die Arbeiten in der Scheffelbergschule fort und wollen mit den Planungen für die Sanierung der Fucikschule und für einen Neubau für die Sprachheilschule beginnen.
Wir denken auch über eine neue Großsporthalle nach. Die Sportstättenleitplanung, die im ersten Halbjahr in den Stadtrat eingebracht wird, liefert hierfür die konzeptionelle Grundlage.
Mittel sind auch für Investitionen an mehreren Kitas vorgesehen. Ich freue mich schon auf den Baubeginn für den neuen Hort der „Stadtstrolche“, der im ersten Halbjahr 2015 sein wird.
Der dringend erforderliche Neubau des Stadtarchivs, der dann auch das Kulturamt beherbergen würde, ist ebenso unser Ziel, wie die Sanierung des Gewandhauses, für die 10 Millionen Euro eingeplant wurden. Da sage noch einer, dass das Theater der Stadt nichts wert sei… Denn auch mit dem von den Stadträten noch zu beschließenden Grundlagenvertrag, der ab Sommer 2015 gelten soll, ab 2018 ein jährliches Finanzbudget in Höhe von 15 Millionen Euro bereithält und eine Laufzeit bis 2020 vorsieht, wird es auch in Zukunft ein Mehrspartentheater Plauen-Zwickau geben.
Ebenso wenig soll die Wirtschaftsförderung zu kurz kommen. Die Erschließung des Gewerbegebietes an der Reichenbacher Straße wird fortgesetzt, wir wollen ein neues Gewerbe- und Industriegebiet im Norden schaffen, den B 175-Knotenpunkt in Mosel angehen und haben finanzielle Mittel für die Verbesserung der Breitbandversorgung vorgesehen.

Nicht zu vergessen sind drei unmittelbar bevorstehende Großprojekte:
Es beginnen die baulichen Vorbereitungen für die neue JVA. Ich bleibe dabei, dass dies ein wichtiges Projekt für unsere Stadt ist. Eine Brachfläche verschwindet, Millionen werden in Zwickau investiert und der Justizstandort wird insgesamt gestärkt.
Zu Ende des Jahres öffnet das erweiterte August Horch Museum seine Pforten. Ich glaube, ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass dank der Unterstützung der Audi AG ein Museum entsteht, das Gäste aus ganz Europa anziehen wird.
Und nicht zuletzt die Fußballfans freuen sich auf das neue Stadion. Den ersten Spatenstich setzen wir am 6. Februar!
Eine Randbemerkung: Die Entwicklungen, die zur Notwendigkeit des
Stadtumbaus führten, waren schmerzhaft. Dankbar bin ich, dass wir diesen Stadtumbau mit dem Rückbau von Gebäuden gemeinsam mit GGZ und den Wohnungsgenossenschaften so gezielt angegangen haben. Letztlich schaffte dieser Stadtumbau aber erst die Voraussetzungen, um einen sehr guten Standort für das neue Stadion zu bekommen.



Meine Damen und Herren,
Sie merken, dass ich zuversichtlich in das neue Jahr starte.
Sorgen bereitet mir indes eines:
Sie wissen, dass „1989/90“ auch durch Männer und Frauen – Erwin Killat ist einer von ihnen – ermöglicht wurde, die mit Mut und Tatkraft Bürgerrechte einforderten. Sie wissen und haben es teilweise selbst erlebt, dass auch in Zwickau Tausende von Menschen auf die Straßen gingen, um mehr Demokratie, Rechte und Freiheit einzufordern. „Wir sind das Volk!“ lautete der bekannte Ruf.

Es bewegt mich, dass genau dieser Ruf nun wieder montags in Dresden ertönt. Es schockiert mich, dass dieser Ruf auf einer Einwohnerversammlung in Neuplanitz von Rechtsextremen skandiert wurde.
Verehrte Bundes- und Landtagsabgeordnete, Kreis- und Stadträte: Sind Sie „Volksverräter“, wie bei diesen Demonstrationen gerufen wird? Und Sie, verehrte Vertreter der Medien: Sind Sie eine „Lügen- und Systempresse“? Sicher nicht!

Es war richtig und wichtig, dass unsere Bundeskanzlerin in ihrer Neujahrsansprache dazu aufforderte, den Initiatoren von Pegida nicht zu folgen. Es ist richtig und wichtig, dass der sächsische Ministerpräsident und meine Dresdner Amtskollegin dazu aufrufen, am Samstag ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz zu setzen. Denn schon schaut die Welt auf Dresden und Sachsen. Ähnlich wie man auf Zwickau blickte und blickt, da hier die Mitglieder des NSU wohnten…
Schockiert bin ich aber auch über das gemeine, unfassbare Attentat, das sich gestern in Paris ereignete!

Allein die Appelle für Demokratie und Toleranz reichen nicht aus. Die Sorgen der Menschen, die Pegida folgen, müssen wir ernst nehmen. Aber nicht für alle Probleme gibt es sofort Lösungen und nicht jede Lösung gefällt allen!
Ich gebe zu, dass ich Ihnen hierfür heute weder ein Patentrezept noch einen Drei-, Fünf- oder Zehn-Punkte-Plan anbieten kann. Ich bin selbst eine Suchende und Ratsuchende.
Ich weiß nur eines: Diese Aufgabe dürfte eine der wichtigsten sein, die wir zudem nur gemeinsam angehen und lösen können!
Vielleicht bringt es ja schon etwas, wenn wir – und diese kleine Bitte richte ich auch an die Medien – wieder mehr das Positive in den Vordergrund stellen, wenn wir sagen: „Schaut her, so schlecht ist es bei uns doch gar nicht!“
Wichtig ist auch, kontinuierliche Aufklärungsarbeit zu leisten. Angesichts des niedrigen Ausländeranteils und angesichts der geringen Zahl von Muslimen ist es einfach Unfug, von Überfremdung und Islamisierung zu sprechen.
Es wird weiterhin wichtig sein, den Menschen zu erklären, warum manche Dinge gemacht werden und warum manche Projekte eben nicht gehen. Wir bemühen uns darum, etwa in den 19 Einwohnerversammlungen, die wir allein 2014 angeboten haben.

Wir, die wir alle mehr oder minder Entscheidungsträger und Multiplikatoren sind, müssen evtl. auch wieder mehr auf unsere Vorbildfunktion achten. Für Politiker geht es auch darum, zu zeigen, dass man nicht nur an Wählerstimmen interessiert ist, sondern auch zwischen den Wahlterminen auf die Anliegen der Menschen eingeht und Bürgernähe zeigt, wobei Bürgernähe und Populismus zwei ganz verschiedene Dinge sind.
Und natürlich geht es darum, Wege zu finden und zu beschreiten, unseren Kindern und Jugendlichen nicht nur über Toleranz und Demokratie zu erzählen, sondern es ihnen vorzuleben und sie für Anfeindungen starkzumachen.

Meine Damen und Herren,
Zwickau hat eine insgesamt gute Entwicklung hinter sich. Es gibt die Voraussetzungen, um Zwickau 2015 und in den Folgejahren weiter voranzubringen. Sie, die Sie Verantwortung in Unternehmen und Institutionen, Vereinen und Verbänden, in Kirchen und an anderen Stellen tragen, sind alles Männer und Frauen, die engagiert sind und die zu einer guten Stadtentwicklung beitragen.
Da bin ich mir sicher und dafür bin ich dankbar.

Lassen Sie uns gemeinsam Wege und Möglichkeiten finden, Intoleranz und Extremismus zu begegnen und Weltoffenheit und Demokratie auf Dauer und nachhaltig zu fördern – es geht um uns, um unsere Zukunft, um unseren Wirtschaftsstandort und um die Zukunft für unsere Kinder, ganz gleich welcher Nationalität oder Religion sie angehören, aus welchem Land sie stammen oder welche Hautfarbe sie haben.

Dabei wünsche ich uns gutes Gelingen!
Ihnen aber wünsche ich ein gutes und gesundes neues Jahr und viel Glück und Erfolg im privaten und beruflichen Bereich!








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EHRUNGEN ZUM NEUJAHRSEMPFANG 2015 - siehe auch Ehrenbürger der Stadt Zwickau


Gemäß Paragraf 1 der Satzung über Ehrungen und Auszeichnungen der Stadt Zwickau vom 12. April 2007 kann die Stadt Zwickau zur Ehrung oder Auszeichnung von Personen, die sich um die Stadt Zwickau und das Wohl ihrer Bürger verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht, die Stephan-Roth-Bürgermedaille und die Martin-Römer-Ehrenmedaille verleihen.

Die Martin-Römer-Ehrenmedaille kann an Personen sowie Vereine, Gruppen, Organisationen und Institutionen verliehen werden, die sich durch erfolgreiches Wirken und Eintreten für das Wohl oder Ansehen von Stadt und Bürgerschaft besondere Verdienste erworben haben und aus diesem Grund öffentlich ausgezeichnet werden sollen.


Martin-Römer-Ehrenmedaille
für Dr. Kurt Rudolph und Dr. Michael Kühn

Wie kaum ein anderer vereinigt Dr. Ing. Kurt Rudolph (Jahrgang 1937) in seiner Person die Zeit seit den bewegten und bewegenden Momenten des Herbstes 1989. Maßgeblich prägte er diese stadtgeschichtlich bedeutende Phase.
Als Sprecher der evangelischen Kirche kam er im Herbst 1989 an den Runden Tisch von Zwickau. Eine Bürgerinitiative brachte ihn als unabhängigen Kandidaten auf die Liste für die ersten Kommunalwahlen. 1990 zog Dr. Kurt Rudolph als Bürgermeister in das Rathaus ein. In dieser Zeit setzte er sich nachhaltig für die Organisation der kommunalen Versorgungsaufgaben in den Bereichen öffentlichen Nahverkehrs, der Energie- und Fernwärmeversorgung, der Trinkwasserversorgung sowie der Entsorgung und für Umweltschutzprobleme ein.
Dr. Kurt Rudolph war seit der Gründung am 16. November 1990 bis zu seinem Ausscheiden am 30. April 2002 zunächst neben- dann hauptamtlich als Geschäftsführer der Städtischen Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft Zwickau mbH und Stadtwerke Zwickau Holding GmbH tätig. In dieser Zeit leistete er Pionierarbeit und trug zur Übernahme der kommunalen Versorgungsaufgaben bei. Mit diesen und weiteren Tätigkeiten setzte er sich erfolgreich dafür ein, den Strukturwandel in Zwickau zu bewältigen und setzte zugleich Meilensteine für die Stadtentwicklung.


Dr. Michael Kühn (Jahrgang 1943) erwarb sich im Bereich des Denkmalschutzes besondere Verdienste. Beispielhaft belegt dies sein Einsatz für die Sanierung des Doms „St. Marien“, der einer der bedeutendsten Hallenkirchen der obersächsischen Spätgotik und zugleich das wichtigste Wahrzeichen der Stadt Zwickau ist. Mit großem ehrenamtlichen Engagement setzte und setzt er sich seit langem für den baulichen Erhalt des Bauwerkes ein, warb erfolgreich um Fördermittel und Spenden und wirkte nachhaltig an der Lösung oftmals schwierigster baulicher und denkmalgeschützter Aufgaben mit.
Nicht abschrecken ließ er sich durch das besondere Problem, dass sich die Kirche wegen tektonischer Bewegungen im tieferen Untergrund und infolge des Steinkohlenbergbaues auch unter dem Stadtzentrum um etwa 3,70 Meter gesenkt und um mehr als 1,30 Meter nach Südosten bewegt hat. Das stellt die Baupflege bis heute und auch weiterhin vor ständig neue Herausforderungen der Gebäudesicherung und -sanierung.
Besonders hervorzuheben ist nicht zuletzt sein Geschick, Bürger, Entscheidungsträger und Fördermittelgeber für die Zwickauer Marienkirche zu gewinnen. Der Erhalt und die Sanierung des Domes ist maßgeblich Dr. Kühn zu verdanken, der sich darüber hinaus für viele weitere Denkmale kompetent und engagiert einsetzte und als Ansprechpartner in spezifischen Fragen des Denkmalschutzes anerkannt ist.
Beispielhaft ist sein Engagement bei der Begleitung der Objekte Kornhaus und Schloss Osterstein zu würdigen. Er wirkte unter anderem in deren Fördervereinen mit und war auch wesentlich bei der Spendeneinwerbung aktiv.



Die Stephan-Roth-Bürgermedaille kann an Personen der Stadt Zwickau verliehen werden, die sich durch besonders erfolgreiches langjähriges Wirken und Eintreten zum Wohle der Stadt oder ihrer Bürgerschaft hohe Verdienste erworben und hier den dauernden Dank und die besondere Anerkennung ihrer Mitbürger verdient haben. Entsprechend der Satzung gilt dies insbesondere für Mitglieder des Stadtrates, die ihm, beginnend 1990, länger als vier Wahlzeiten oder 20 Jahre ununterbrochen angehören.


Stephan-Roth-Bürgermedaille
für Jens Heinzig

Jens Heinzig (Jahrgang 1962) ist seit 1994 ununterbrochen Mitglied der Zwickauer Stadtverordnetenversammlung und des Zwickauer Stadtrats. Im Jahr 1999 übernahm er den stellvertretenden Vorsitz der SPD-Fraktion. Seit 2004 bis heute ist er Fraktionsvorsitzender der Fraktion SPD. Während seines langjährigen Wirkens als Stadtrat war Jens Heinzig vor allem im Finanzausschuss und Kultur-, Sozial-, Sport- und Bildungsausschuss aktiv engagiert. Im Jahr 1998 wurde Jens Heinzig Mitglied des Deutschen Bundestages und wirkte dort einige Zeit als Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Besondere Verdienste hat sich Jens Heinzig in Aufsichtsratsgremien der Stadt Zwickau erworben. Seit 1994 ist er Mitglied des Aufsichtsrates des Theaters Plauen-Zwickau, seit 2009 dessen Aufsichtsratsvorsitzender. Ebenfalls seit 2009 ist Jens Heinzig Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur, Tourismus und Messebetrieb Zwickau GmbH (Kultour Z.).
Durch sein vielfältiges und kontinuierliches Wirken zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger hat sich Jens Heinzig verdient gemacht.
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Auch nach der Rede gehört der Oberbürgermeisterin noch einmal die Bühne. Es steht eine Auszeichnung an, die sportliches Engagement in den Mittelpunkt rückt. Das ist ein Bereich, in dem die studierte Diplomsportlehrerin, deren Leben selbst von vielfältiger sportlicher Aktivität geprägt ist, sehr gut mitreden kann. In diesem Jahr erhält ein Zwickauer Verein, der sich um das aktive, sprich sportliche Zwickau verdient gemacht hat, die Martin-Römer-Ehrenmedaille: der ESV Lokomotive Zwickau e.V. Das ist mit Abstand die mitgliederstärkste Gemeinschaft im Kreissportbund Zwickau e.V. und zudem der zehntgrößte Verein im Land Sachsen. Breitensport, vor allem aber auch Kinder- und Jugendsport wird hier großgeschrieben. Diese vielseitige und im Umkreis leistungsstärkste Sportgemeinschaft betreibt außerdem in mehreren Abteilungen im Erwachsenen-, Kinder- und Jugendbereich Leistungssport. Mit schönen Folgen: Aus dem Verein gingen
Europa- und Weltmeister, Olympiamedaillengewinner, Weltcupsieger, Deutsche Meister, Landesmeister sowie Ostdeutsche Meister hervor.

Das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau gestaltet den musikalischen Part. Den Auftakt gibt ein Werk Robert Schumanns, die 3. Sinfonie Es-Dur, op. 97 – 1. Satz. Im Verlauf der Festveranstaltung sind zudem Carmen-Orchestervorspiele und nach Ende der Auszeichnungen Antonín Dvorak – Slawischer Tanz C-Dur, op. 46 Nr. 1 zu hören. Ganz am Ende des offiziellen Teils erhält das Orchester eine vielstimmige Unterstützung durch die Gäste des Neujahrsempfangs 2014, wenn es zum Abschluss den unverzichtbaren „Steigermarsch“ anstimmt.
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