Festival der Reformation macht Station in Zwickau

Siehe auch Programm vom 16. bis 18. Mai 2014 - Die Katharinenkirche als Ort der Reformation

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Auf dem Zwickauer Hauptmarkt soll Martin Luther am 1. Mai 1522 vor 14000 Menschen gepredigt haben.

Festival der Reformation macht Station in Zwickau



ZWICKAU – Am 31. Oktober ist Reformationstag, das weiß jedes Kind, denn dann ist Feiertag, jedenfalls in den Bundesländern, in denen evangelische Christen in der Mehrheit sind.
Am 31. Oktober 1917 schlug der Mönch Martin Luther ein Papier mit 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Mit der Kritik an der damaligen Kirche begann die Geschichte der evangelischen Christen, oder auch Protestanten. Eben die Geschichte der Reformation der Kirche.
Seit 1517 sind fast 500 Jahre ins Land gegangen. Mit dem Festival der Reformation tourt die Evangelische Kirche anlässlich des bevorstehenden Jubiläums durch die Städte, die Martin Luther mit seinem Leben verband. 2014 kommt das Festival nach Zwickau. Vom 16. Bis 18. Mai steht die Zwickau im Zeichen der Reformationsfestivitäten.
An drei Tagen tauchen die Veranstalter die Innenstadt von Zwickau in das Getümmel einer mittelalterlichen Metropole. Am Beginn des 16. Jahrhunderts war Zwickau mit über 8000 Einwohnern eine der größten deutschen Städte. Martin Luther fand in den Zwickauer Bürgern begeisterte Anhänger und 1522 im Mai predigte der Reformator vor 14000 Bürgern der Stadt an der Mulde.
Eine lange Liste von Veranstaltungen lockt mit zahlreichen Attraktionen an den drei Festtagen nach Zwickau. Zweifellos der Höhepunkt für die interessierten Christen ist die Predigt der bekannten Kirchenfrau Margot Käßmann am Sonntag, den 18. Mai 2014, im Zwickauer Dom St. Marien.
Aber auch die Volksbelustigung soll nicht zu kurz kommen, verspricht Michael Löffler vom städtischen Kulturamt der Stadt Zwickau. Ein Mittelpunkt des Reformationsgeschehens in Zwickau, die Stadt Zwickau war die 2. Stadt in der sich die Reformation durchsetzte, war die Zwickauer Katharinenkirche, die unmittelbar an das Schlossensemble des Zwickauer Schlosses Osterstein angrenzt. Martin Luther und der von ihm eingesetzte Pfarrer Thomas Müntzer predigten in der bekannten Kirche.
Um das Schloss und den Katharinenkirchhof tummeln sich an den drei Tagen Gaukler, Possenreißer und Marktweiber. Speziell für Kinder gibt es ein Programm, das von Gemeindepädagogen des Kirchenbezirkes Auerbach gestaltet wird. Maja Härtel und Daniel Arnstadt erscheinen in den historischen Kostümen von Katharina von Bora und Martin Luther und versprechen den Kindern reiche Erlebnisse, die damit beginnen, dass die Kleinen ebenfalls in historische Kostüme schlüpfen dürfen. Abenteuer, die Mut und Erfindungsgeist verlangen, versprechen die Pädagogen für die Teilnehmer.
Musikalische Höhepunkte beispielsweise versprechen der Domchor St. Marien und das Kammerorchester des Robert-Schumann-Konservatoriums mit einem Bachkonzert, Sonntag, 10.30 Uhr im Dom, die Renaissancemusiker Scharlatan „Coming in by the Windows“,Sonntag, 11 Uhr in der Großen Hofstube des Schlosses Osterstein, oder die Gruppe Coloured Rain mit „The groovy kind of modern gospel“, Sonntag, 17 Uhr auf der Muldebühne im Muldeparadies.
Theo Stiegler
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FESTIVAL DER REFORMATION 16. BIS 18. MAI 2014 - PROGRAMM


FREITAG, 16. MAI 2014

16–22 Uhr, Areal im und am Schloss Osterstein
Mittelaltermarkt

19.30 Uhr, Katharinenkirche
Eröffnungsveranstaltung und Enthüllung des Kulturerbesiegels und Konzert des „dresdner blockflöten consorts“ (Konzert)

21 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
Renaissancekonzert mit Scharlatan „Coming in by the window“

SAMSTAG, 17. MAI 2014

10–23 Uhr, Areal im und am Schloss Osterstein
Mittelaltermarkt

10–19 Uhr, Katharinenkirchhof
Straße der Reformation – hier stellen sich Lutherstädte aus Deutschland vor und präsentieren ihr Programm zur Reformation

10 und 11 Uhr Dom St. Marien
Kinderkirchenführung für Kinder von 7 bis 12 Jahren zum Thema „Reformation“

10–19 Uhr, Katharinenkirchhof
„Kinder-Luther-Welt“ Erlebnispädagogik für Kinder

Maja Härtel und Daniel Arnstadt schlüpfen in die Kostüme der Katharina von Bora und Martin Luther um den Kindern die Reformation näher zu bringen
14 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
Renaissancekonzert mit Scharlatan „Coming in by the window“

14 Uhr, Bühne am MuldeParadies
Schattenspiel „Luthers Leben“

15 Uhr, Bühne am MuldeParadies
Kinderzirkusprojekt „Der Traum vom Fliegen“

15 Uhr, Priesterhäuser Zwickau
Öffentliche Führung „Reformation in Zwickau“

16 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
„Was geht uns Luther heute noch an?“, Vortrag Pfarrer i.R. Hans-Christoph Rothe

17 Uhr, Robert-Schumann-Haus Zwickau
Martin Luther – Choräle auf sechs Saiten mit Reinhard Börner
Der 1957 in Einbeck geborene Gitarrist Reinhard Börner entdeckt Martin Luther als Musiker und Lautenspieler wieder, indem er die von Luther komponierten Kirchenlieder zu effektvollen Soli auf der Akustikgitarre umarbeitet und mit Elementen aus Klassik, Folk und Jazz verbindet. Reinhard Börner spielte über viele Jahre mit der Gruppe Saitenwind und wurde im Jahr 2000 mit dem Liedermacherpreis der Münchner Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet. Der Eintritt ist frei.

17 Uhr, Treffpunkt: Eingang Katharinenkirche
Öffentliche Stadtführung zur Reformation in Zwickau

17 Uhr, Bühne am MuldeParadies
YouGo! Jugendgottesdienst

19 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
Renaissancekonzert mit Scharlatan „Coming in by the window“

19 Uhr, MuldeParadies
Gemeinsames Abendessen und Picknick

20 Uhr, Bühne am MuldeParadies
zwickau worship night mit Route 77

22 Uhr, Eingang Katharinenkirche
Nachtwächterrundgang

Die Katharinenkirche














SONNTAG, 18. MAI 2014

10.30 Uhr, Dom St. Marien
Festgottesdienst mit Prof. Dr. Margot Käßmann
Domchor St. Marien Zwickau, Kammerorchester des Robert Schumann Konservatoriums der Stadt Zwickau, Kantorin Anne-Doreen Reinhold (Orgel), Gesangssolisten, Leitung: KMD Henk Galenkamp

11–18 Uhr, Areal im und am Schloss Osterstein
Mittelaltermarkt

11–18 Uhr, Katharinenkirchhof
Straße der Reformation – hier stellen sich Lutherstädte aus Deutschland vor und präsentieren ihr Programm zur Reformation

11–18 Uhr, Katharinenkirchhof
„Kinder-Luther-Welt“ Erlebnispädagogik für Kinder

11 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
Renaissancekonzert mit Scharlatan „Coming in by the window“

14 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
Renaissancekonzert mit Scharlatan „Coming in by the window“

14 Uhr, Bühne am MuldeParadies
„Haifischflossen-Potpourri“ Familienprogramm

14.30 Uhr, KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
„Mama ist die Beste!“ Mitmachprogramm rund um die Marienfiguren der Ausstellung „Im Himmel zu Hause“

15 Uhr, Eingang Katharinenkirche
Öffentliche Stadtführung zur Reformation in Zwickau

15 Uhr, Bühne am MuldeParadies
Kinderzirkusprojekt „Der Traum vom Fliegen“

16 Uhr, Schloss Osterstein, Große Hofstube
Ökumenische Gesprächsrunde „Schwärmen und Glauben – Reformation verleiht Flügel!? Christen im Gespräch über die Bedeutung der Reformation“, Moderation: Michael Seimer, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (Referent für die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum)

16 Uhr, KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
„Wir tragens mit Fassung!“ Präsentation zur farbigen Gestaltung und Restaurierung sakraler Skulpturen

16.30 Uhr, Bühne im MuldeParadies
Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, über gibt den Staffelstab an Grimma als nächsten Austragungsort des Festivals der Reformation

17 Uhr, Bühne am MuldeParadies
Coloured Rain – The groovy kind of modern gospel
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STADTVERWALTUNG ZWICKAU
Medieninfo Nr. 174 vom 14. Mai 2014
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Das Kulturamt informiert:
KATHARINENKIRCHE TRÄGT KÜNFTIG DAS EUROPÄISCHE KULTURERBE-SIEGEL
Enthüllung der Plakette erfolgt im Rahmen der Eröffnung des „Festivals der Reformation“

Vom 16. Mai an trägt die Katharinenkirche in Zwickau offiziell das europäische Kulturerbe-Siegel „Stätte der Reformation“. Das in seinen Ursprüngen aus dem 13. Jahrhundert stammende Denkmal ist damit einer von 22 Standorten in Deutschland und neben Torgau der einzige in Sachsen, das diese Auszeichnung erhält. Die entsprechende Plakette wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung für das Festival der Reformation am kommenden Freitag um 19.30 Uhr enthüllt. Das Festival, zu dem Gäste aus ganz Deutschland erwartet werden, dauert bis einschließlich Sonntag.

Die Europäische Union hat mit ihrem Kulturerbe-Siegel eine Auszeichnung installiert, die das Zugehörigkeitsgefühl der Bürger auf Basis gemeinsamer kultureller sowie historischer Elemente und Werte stärken soll. Zudem werden regionale Vielfalt gewürdigt und das Miteinander sowie der interkulturellen Dialog gefördert. Die Auszeichnung erhalten dementsprechend Stätten, die einen bedeutenden symbolischen Wert für Europa, für die gemeinsame Geschichte oder für den Aufbau der EU besitzen. Inhaltlich gibt es zwei Themenkreise: zum einen stehen Orte bzw. Institutionen im Fokus, die Teil der Reformationsgeschichte sind, zum anderen jene, die eine bedeutende Rolle im Zusammenhang mit dem „Eisernen Vorhang“ spielen.

Die Katharinenkirche: „Stätte der Reformation“

Im Falle der Katharinenkirche ist die Auszeichnung auf die Reformation bezogen. Zwickau war nach Wittenberg die zweite Stadt, in der sich die Reformation vollständig durchsetzte. Der Rat und 1521 vor allem Bürgermeister Hermann Mühlpfort standen in engem Kontakt zu den Wittenberger Reformatoren. Martin Luther widmete seine berühmte Schrift „Von der Freyheyt eynis Christenmenschen“ dem Zwickauer Bürgermeister. Luther persönlich hielt zwischen dem 30. April und 2. Mai 1522 vier Predigten in Zwickau und sprach unter anderem vor 14.000 Menschen am Rathausfenster. Bereits 1521 wurde mit Nikolaus Hausmann der erste evangelische Pfarrer eingesetzt, 1524 die erste Messe in Deutsch gelesen und ab 1525 alle Gottesdienste in deutscher Sprache gehalten.

Erstmals 1219 erwähnt, war die Katharinenkirche zunächst Kloster-, Burg-, Schloss- und später Stadtkirche. Ihre heutige Baugestalt wird vom Umbau zur spätgotischen Hallenkirche im 15. Jahrhundert geprägt. Bemerkenswert sind insbesondere der Altar aus der Werkstatt L. Cranachs d. Ä. von 1518 oder die einzige erhaltene historische Läuteglocke von 1482 sowie das „Tuchmacherglöckchen“ am Hauptturm.

Von Herbst 1520 bis April 1521 wirkte hier Thomas Müntzer als Prediger. Seine radikalen Ansichten fielen aufgrund sozialer Spannungen, vor allem unter den Handwerksgesellen, auf fruchtbaren Boden. Um Aufruhr in der Stadt zu vermeiden, entließ der Rat am 16. April 1521 Müntzer aus seinen Diensten. Vor der Kirche sind die Statue Thomas Müntzers sowie ein Relief über den Bauernkrieg von dem Berliner Bildhauer Jürgen Raue aus dem Jahr 1989 zu sehen.

Thomas Müntzer war auf Empfehlung Martin Luthers Pfarrer in der Katharinenkirche











Aus diesem Grunde wurde die Katharinenkirche stellvertretend für alle Stätten der Reformation in Zwickau mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel geehrt und ist somit Teil des Netzwerkes von insgesamt 22 weiteren Standorten in Deutschland, die Teil der Reformationsgeschichte sind. In Mitteldeutschland zählen dazu u.a. Schloss Hartenfels mit Schlosskapelle und Katharina-Luther-Stube (Torgau), Lutherstadt Eisleben, Lutherstadt Wittenberg, Mansfeld-Lutherstadt, die Wartburg-Stiftung (Eisenach), das Collegium Maius der Erfurter Universität und das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen.

Das Festival der Reformation

Das Festival der Reformation macht jedes Jahr in einer anderen Stadt halt und wird in Kooperation mit dem Europäischen Tourismusverbund „Stätten der Reformation“ e.V. organisiert. Die Schirmherrschaft für die in Zwickau stattfindende 11. Auflage hat die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, übernommen. Neben der Eröffnungsveranstaltung mit der Verleihung des Kulturerbe-Siegels ist von Freitag, 16. Mai bis Sonntag, 18. Mai ein mittelalterliches Treiben im und um das Schloss Osterstein zu erleben, das Luther 1522 ebenfalls besucht hatte. Am Samstag und Sonntag lädt zudem die Kinder-Luther-Welt die kleinen Besucher ein, in die mittelalterliche Welt einzutauchen und Stationen aus dem Leben des Reformators kennenzulernen. Zum Festgottesdienst am Sonntag um 10.30 Uhr wird im Dom St. Marien Prof. Dr. Margot Käßmann erwartet. Zu erleben gibt es zudem Vorträge, Konzerte und Stadtführungen sowie die „Straße der Reformation“, wo sich neun Städte der Reformation aus ganz Deutschland, u.a. Augsburg, Magdeburg und Worms, präsentieren. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Rahmen des Festivals der Reformation ist frei.

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