Premiere des Musicals „Evita“ von Andrew Lloyd Webber im Plauener Parktheater



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Vor allem Eva Aasgaard als Evita zeigte sich als hinreißende Interpretin der legendären argentinischen Präsidentengattin, und bei „Weine nicht für mich, Argentinien“ flossen reichlich Tränen im Publikum. Stürmischer Beifall belohnte die Glanzleistung.
Foto: Awtukowitsch



Stürmisch gefeierte Präsidentengattin als Volksheldin im Tangoland

Premiere des Musicals „Evita“ von Andrew Lloyd Webber im Plauener Parktheater





PLAUEN – Leichter Nieselregen, Regencapes und gute Laune auf den Sitzreihen des Parktheaters in Plauen: Die Vorstellung kann beginnen. Am Sonnabend feierte das Theater Plauen-Zwickau mit der Premiere der Rock-Oper „Evita“ seinen diesjährigen Saisonhöhepunkt. Erstmals haben die Theaterleute ein Musical für ihr jährliches Massenspektakel am Ende der Spielzeit gewählt.
Die ausverkaufte Open-Air-Bühne zeigte sich voller Spannung. Diese wurde nicht enttäuscht: Vor allem Eva Aasgaard als Evita zeigte sich als hinreißende Interpretin der legendären argentinischen Präsidentengattin, und bei „Weine nicht für mich, Argentinien“ flossen reichlich Tränen im Publikum. Stürmischer Beifall belohnte die Glanzleistung.
Im Grunde eine faschistische Diktatur unter Juan Peron in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg erlebt Argentinien doch einen etwas anderen Weg als Deutschland in der Zeit des Faschismus.
Evita hatte einen schweren Weg vom unehelichen Provinzmädchen zur strahlenden Präsidentengattin mit ehrlichen Verdiensten und Versuchen um die Besserung der sozialen Geschicke ihres Volkes zu absolvieren.
Damit dieser Aufstieg nicht ganz im Glorienschein der Volksverehrung versinkt, haben Andrew Lloyd Webber und Tim Rice den Akteuren den kritisch-spöttischen Erklärer Che, Maximilian Nowka, an die Seite gestellt.

Nowka, als Wanderer zwischen den Welten des Schauspiels und des Musiktheaters, beweist wieder einmal mehr sein Talent als Sänger und Entertainer, was ihm besonders in den Passagen des Sprechgesangs, wo Webber auf Lieder in Brecht-Weillscher Manier zugute kommt.



Eva Maria Duarte ist nicht kleinlich bei ihren Methoden, ihren Aufstieg zu inszenieren. Sie wandert durch Betten. Der Provinzsänger Magaldi, Michael Simmen, soll ihr den Weg in die Hauptstadt ebnen. Sie beißt sich auch ohne ihn durch.
Eindrucksvolle Szene: Evita tauscht im Hause des künftigen Präsidenten Perons auf und wirft fast handgreiflich dessen aktuelle Geliebte, Julia Baukus, aus dem Bett und dem Haus. Viel Beifall auch für Julia Baukus.
Für die Aristokratie des stolzen südamerikanischen Volkes ist es ein Unding: Die First-Lady eine ehemalige Halbweltdame, wenn nicht gar eine Hure. Sie wird geschnitten. Auch die Militärs bekämpfen die Gattin des Präsidenten. Ihr Tun richtet Eva Peron auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Armen, was nicht eben das Programm der Militaristen und der Großgrundbesitzer ist. Evita verdeckt durch ihre Ausstrahlungskraft und ihr Handeln die im Grunde faschistische Diktatur Perons, Matthias Otte.
Regisseur Rainer Wenke hat wieder mit erfahrenen Händen das Großspektakel opulent inszeniert. Farbenfrohe Kostüme, Ausstattung Sandra Linde, großartige Massenszenen – der Opernchor des Theaters erfährt aktuell Verstärkung durch die Singakademien Plauen und Zwickau und durch den Kinderchor des Theaters Plauen-Zwickau - und ein gut eingestelltes Orchester unter der Stabführung von Kapellmeister Arn Goerke bringen den Kessel des Plauener Parktheaters zum Schwingen.
Was wäre Argentinien ohne Tango. Das Ballett des Theater brilliert in eng anliegenden, schmiegsamen Kostümen und entfaltet erotisches Flair par Exzellenz, Choreographie Michael Kemper. Als Solo-Tangopaar setzen Anna Belioustova und Eduard Taranu optische Höhepunkte auf der Bühne.
Die Regenspritzer und eine Luftfeuchtigkeit von nahezu 100 Prozent waren schnell vergessen. Nicht ganz ungefährlich die klitschig- rutschige Bühne, und das besonders da Rainer Wenke auf turbulente, dynamische Massenszenen setzt. Es ging alles gut.
Am Ende gab’s minutenlange Standing Ovations für das Ensemble.
Wer's in Plauen verpasst hat: In Zwickau hat „Evita“ am 4. September 19.30 Uhr in der StadthallePremiere.
Theo Stiegler


Ticket-Service im Gewandhaus 0375 27411 46 47 oder 0375 27411 46 48 und zur Theater-Website


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