Die Verdioper „Ein Maskenball“ hatte am Gewandhaus Zwickau Premiere



Königsmord aus Eifersucht – oder der Verrat eines Freundes




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Ankastrom (Shin Taniguchi), Amelia (Katrin Kapplusch)
Fotos: Theater



Die Verdioper „Ein Maskenball“ hatte am Gewandhaus Zwickau Premiere



Königsmord aus Eifersucht – oder der Verrat eines Freundes



ZWICKAU, am 25. März 2011 - Es ist schon krass: Da verteidigt der treueste Vasall und Freund seinen Herren bis aufs Blut, er deckt eine Verschwörung gegen seinen Freund und König auf, und dann muss er feststellen, dass der verehrte Herr ihm gerade Hörner mit seiner geliebten Gattin aufsetzt. Da kann man schon verstehen, dass Mordgelüste in dem Mann entstehen.
Shin Taniguchi spielt und singt den betrogenen getreuen Gefolgsmann des Königs Gustavo III., Adrian Cave, in der Verdioper „Ein Maskenball“. Die liebende und sich zerquälende Gattin des Dieners Ankastrom hat die Sopranistin Katrin Kapplusch übernommen. Am Freitag hatte die Oper Premiere am Zwickauer Gewandhaus und wurde vom Publikum mit stürmischem Applaus gefeiert.
Thilo Reinhardt hat die Oper in ihrer ursprünglichen Fassung inszeniert.
Mitte des 19. Jahrhunderts sah die Zensur noch Probleme mit der möglichen Bettgeschichte eines Königs, und Giuseppe Verdi musste damals die Geschichte seiner Oper in ein Parlament der neuen Welt nach Boston verlegen. Einen amerikanischen Gouverneur konnte man sich damals schon eher als Lebemann vorstellen.
Nun, heute weiß man sowieso, auch Adelige verlieben sich mal außerhalb des Ehebetts und eine Inszenierung am schwedischen Hof ist glaubhafter darzustellen.


Gustavo III (Adrian Cave) und Oscar (Uta Simone)





Der König Gustavo hat sich in Amelia verliebt, und die Gefühle werden von dieser heftig erwidert. Im Duett „Lieben, ja lieben muss ich Dich“, gestehen sie sich ihre Liebe zueinander ein.
Allerdings: Beide zerquälen sich in Selbstvorwürfen, und Amelia bittet die Wahrsagerin Ulrica um ein Mittelchen, um sich die ungewünschte Leidenschaft aus dem Herzen zu reißen. Und auch Gustavo ersinnt die Lösung des Problems: Er will den Freund befördern und nebst Gattin höchst ehrenvoll als Diplomaten ins Ausland schicken.
Adrian Cave als Gast debütiert als Gustavo am Zwickauer Gewandhaus und hat auf der Stelle die Herzen des Publikums erobert. Mit einem kräftigen und warmen Timbre überrascht der Engländer die Zwickauer angenehm. Im Zusammenspiel mit dem kräftigen Bariton von Shin Taniguchi und den Sopranistinnen Katrin Kapplusch und Uta Simone als Parlamentsmaskottchen Oscar entfaltet das Ensemble ein beeindruckendes Klangerlebnis, das wirkungsvoll vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau unterstrichen wird. Die Stabführung hat der Generalmusikdirektor Lutz de Veer selbst übernommen. Das Publikum zeigt sich von Anfang an mitgenommen und viel Szenenapplaus belohnt die Lesitungen der Solisten und des Ensembles.
Die aufwändige und in der Szenenfolge dichte Inszenierung erinnert mit ihrer Turbulenz zeitweise an ein operettenhaftes Geschehen, was die zweieinhalbstündige Handlung durchaus sehr kurzweilig werden lässt.
Das schadet aber der dramatischen Handlung nicht.
Ein eher schlichtes Bühnenbild mit vielen weißen Kulissen, Ausstattung Philipp Kiefer, lässt die bunten Kostüme und Lichteffekte wirkungsvoll im Kontrast erscheinen und unterstützt diese in ihrer Wirkung. Von der so genannten Bostener Fassung der Oper bleibt die eher nüchterne und weniger royal gestaltete Anzugsordnung der Männer, die wieder mal mit Businessanzügen auf der Bühne agieren müssen.

Theo Stiegler



Die Verschwörer und die unglückliche Amelia

Graf Ribbing ( Hasso Wardeck), Ankastrom (Shin Taniguchi), Dehorn (Martin Scheepers), Amelia (Katrin Kapplusch), Chor.
Fotos: Awtukowitsch


Karten 0375 274114647.


Nächste Vorstellungen und Informationen zum Theater Plauen-Zwickau zur Theater-Website Karten 0375 274114647


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