Mozartoper „Don Giovanni“ wird mit langen Beifallsstürmen in Zwickau gefeiert


Frauenverführer flattert leicht und locker von Blume zu Blume – die Zahl der Rächer wächst und wächst



Hier geht´s zurück zur HOMEPAGE


Shin Taniguchi, die Zwickauer durften den Neueinkauf schon in „Wilhelm Tell“ und „Genoveva“ erleben, scheint es, kommt mit der Rolle des großen Frauenverführers nun endgültig in Zwickau an. Regelrechte Beifallsstürme belohnen die Sägerinnen und Sänger für Leistungen, die dieses Mal durch nichts getrübt werden. Don Giovanni trifft auf die abgelegte Geliebte Donna Elvira, die hinreisend von Julia Schenk gestaltet wird. Fotos: Theater



Mozartoper „Don Giovanni“ wird mit langen Beifallsstürmen in Zwickau gefeiert


Frauenverführer flattert leicht und locker von Blume zu Blume – die Zahl der Rächer wächst und wächst


ZWICKAU, am 15. Oktober 2010 – Don Giovanni führt eine Liste der von ihm verführten Frauen, die ist kurz vorm Erreichen der 2000entsten Schönen, die in seinen Armen gelegen haben. Das geht nicht ohne Ärger und Verdruss bei den abgelegten Damen.
Eben versucht Don Giovanni aus dem Hause des Komturs zu entfliehen, da kriegt Donna Anna, die Tochter des Hauses, ihn am Schlafittchen zu fassen.
„Don Giovanni“ oder „Der bestrafte Wüstling“ als Oper von Wolfgang Amadeus Mozart hatte am Freitag, 15.Oktober 2010, Premiere am Zwickauer Gewandhaus.

Als regelrechte Entdeckung entpuppt sich dabei Hinrich Horn, links, der als Leporello dem Wüstling als bedachter Diener zur Seite gestellt, einen glänzenden Part liefert, für Kontrast sorgt.
Derweil: Don Giovanni zieht eine regelrechte Spur der Verwüstung durch die Stadt und Gesellschaft. Er trifft auf die abgelegte Geliebte Donna Elvira, die hinreisend von Julia Schenk gestaltet wird. Den Ärger mit der Verflossenen wälzt der Schurke auf seinen Diener ab. Der ist der Rolle des Ausputzers aber überdrüssig und wortreich, Arie „Schöne Donna, dies genaue Register“, klärt er die Verratene auf: Obwohl sie die endlose Bilderschlange der Liste verabschiedeter Damen sieht, kann sie sich doch nicht endgültig von ihren Gefühlen für den Verführer trennen. Sie hofft immer noch auf den Geliebten, hasst ihn aber auch schon.








Don Giovanni, Shin Taniguchi, nimmt es leicht. Auch, dass er bei der Flucht vor Donna Anna, Katrin Kapplusch, deren Vater, den Komtur, Nikolaus Meer, mit den Degen ersticht, ficht ihm nicht besonders an. Gemeinsam mit seinem Diener Leporello, Hinrich Horn, plant der Wüstling schon das nächste erotische Abenteuer.
Shin Taniguchi, die Zwickauer durften den Neueinkauf schon in „Wilhelm Tell“ und „Genoveva“ erleben, scheint es, kommt mit der Rolle des großen Frauenverführers nun endgültig in Zwickau an. Regelrechte Beifallsstürme belohnen die Sägerinnen und Sänger für Leistungen, die dieses Mal durch nichts getrübt werden.
Regisseurin Ariela Siegert, Bühnenbildner Hans-Dieter Schaal haben auf modernen, provokanten Schnickschnack verzichtet. Auch die Kostüme sind gefällig, wobei die Frauen mit eleganten Roben glänzen, dem Thema gerecht mit viel erotischen Flair glänzen, müssen dagegen die Männer mit heutigen Straßenklamotten vorlieb nehmen. Manchmal denkt man schon: Da hat das Budget für Männerkostüme nicht mehr gereicht, und der Amerikaner Joshua Whitener muss als Verlobter der Donna Anna, Don Ottavio, die ganze Zeit mit Businessklamotten eines Bankangestellten auf der Bühne rumrennen.
Das sind dieses Mal Kleinigkeiten: Das Publikum kann die Mozartoper und vor allem die Musik des Meisters unter Stabführung von Lutz de Veer in vollen Zügen genießen. Obwohl durchweg in Italienisch gesungen wird, braucht niemand zu rätseln. Hilfreich wird der deutsche Text über der Bühne dezent an die Wand projiziert.
Es geht temporeich und witzig zur Sache.
Als regelrechte Entdeckung entpuppt sich dabei Hinrich Horn, der als Leporello dem Wüstling als bedachter Diener zur Seite gestellt, einen glänzenden Part liefert, für Kontrast sorgt.
Derweil: Don Giovanni zieht eine regelrechte Spur der Verwüstung durch die Stadt und Gesellschaft. Er trifft auf die abgelegte Geliebte Donna Elvira, die hinreisend von Julia Schenk gestaltet wird. Den Ärger mit der Verflossenen wälzt der Schurke auf seinen Diener ab. Der ist der Rolle des Ausputzers aber überdrüssig und wortreich, Arie „Schöne Donna, dies genaue Register“, klärt er die Verratene auf: Obwohl sie die endlose Bilderschlange der Liste verabschiedeter Damen sieht, kann sie sich doch nicht endgültig von ihren Gefühlen für den Verführer trennen. Sie hofft immer noch auf den Geliebten, hasst ihn aber auch schon.
Die Szene wechselt: Eine Hochzeit wird gefeiert. Ein opulentes Bühnenbild fordert das ganze Ensemble. Don Giovanni hat sich inzwischen die junge Braut Zerlina, Uta Simone, vorgenommen, und mit der Arie „Reich mir die Hand, mein Leben“, entführt er die Braut mitten aus ihrer Hochzeit heraus, um sie zu verführen. Da funkt ihm Elvira mitten in die Schäferszene hinein auf dem Lotterbett dazwischen, und auch der beinahe gehörnte Bräutigam Masetto, Martin Scheepers, wacht langsam auf. Zerlina, Uta Simone gestaltet eine liebreizende, verführerische aber auch leicht durchtriebene Braut, sie hat alle Hände voll zu tun, um ihren Masetto wieder zu beruhigen. Nichts gelingt dem Verführer Giovanni mehr richtig, im Gegenteil, die Schlinge um seinen Hals wird enger.
Die Zahl der Rächer wächst, die Verwirrung nimmt zu, und die Musik schwillt zu einem Orkan an. Es wird wohl zur Bestrafung des Wüstlings kommen. Das Hingehen lohnt sich.
Das Premieren-Publikum zeigte sich durchweg von dem Bühnengeschehen begeistert, reichlicher Szenenapplaus gipfelt nach dem Schlussvorhang in wahren Begeisterungsstürmen. Die Zwickauer haben ihr Musiktheater, wie sie es lieben, wieder.
Theo Stiegler


Premiere in Plauen am 23. Oktober 2010. Nächste Vorstellung in Zwickau, 13. November, 19.30 Uhr. Karten 0375 274114647.









Nächste Vorstellung zur Theater-Website Karten 0375 274114647


Mail to Stiegler




Besuche "Don Giovanni"counter
Besuche DerZwickauer counter
hier geht´s nach oben und
hier geht´s zurück zur Homepage